Berufsbetreuung - Ein Tag voller Entscheidungen
Es ist Montagmorgen, 8:00 Uhr. Karin hat sich vor zwei Jahren dazu entschieden, Berufsbetreuerin zu werden. Sie mag ihre neue Tätigkeit und vor allem die abwechslungsreichen Aufgaben, die ihr neuer Beruf bietet.
Karin öffnet ihr Laptop. Der erste Blick geht in die E-Mails: Eine Klinik hat sich an das Betreuungsgericht gewendet, ein neuer Patient braucht nach einem Schlaganfall eine Betreuung. Karin wurde von der Betreuungsbehörde als Berufsbetreuerin vorgeschlagen und vom Betreuungsgericht bestellt. Sie prüft die Unterlagen, organisiert die erste Kontaktaufnahme und plant einen Termin für die Woche.
Um 10:00 Uhr ist Karin mit Frau M. im Pflegeheim verabredet. Frau M. ist eine ältere Dame, die an Demenz erkrankt ist. Es muss eine Entscheidung über eine Zahnbehandlung getroffen werden. Frau M. kann diese Entscheidung nicht mehr alleine treffen. Karin spricht mit der Ärztin, wägt Risiken und Nutzen ab und entscheidet sich für eine schmerzfreie Lösung. Sie dokumentiert alles sorgfältig, denn jede Entscheidung muss nachvollziehbar sein.
Nach einer spontanen Mittagspause im Café nebenan klingelt Karins Telefon: Der Vermieter eines Betreuten ruft bei ihr an, weil die Miete nicht bezahlt wurde. Karin prüft die Konten ihres Betreuten und stellt fest, dass keine Sozialleistungen eingegangen sind. Sie wendet sich an die zuständige Behörde und erfährt, dass bestimmte Unterlagen noch nicht ausgefüllt wurden. Karin erhält die Formulare, bearbeitet sie für ihren Betreuten und sorgt damit für seine Existenzsicherung.
Am Nachmittag hat Karin noch einen Termin bei einem Rechtspfleger am Amtsgericht. Dort muss sie einen Bericht über die Vermögensverwaltung eines ihrer Betreuten abgeben. Sie erklärt, warum bestimmte Ausgaben notwendig waren und beantwortet die Fragen des Rechtspflegers. Alles ist schlüssig und ohne Beanstandungen. Als Karin gerade nach Hause gehen möchte, kommt noch die Betreuungsrichterin auf sie zu und fragt, ob Karin in zwei Wochen zu einem Anhörungstermin dazu kommen kann. Die beiden legen einen Termin fest, Karin begrüßt es sehr, dass die Richterin sie im Verfahren miteinbezieht.
Um 16:00 Uhr schließt Karin ihren Laptop. Sie lässt den Tag noch einmal Revue passieren und ist wieder einmal überrascht, wie viele verschiedene Dinge heute passiert sind: sie hat gesundheitliche Entscheidungen getroffen, finanzielle Probleme gelöst, Kontakt zu einer Behörde gehabt, eine Betreute getroffen und wichtige Angelegenheiten bei Gericht geklärt. Wieder einmal stellt Karin fest, dass für sie als Berufsbetreuerin kein Tag gleich ist. Und jeder Tag zeigt, wie wichtig es ist, für Menschen da zu sein, die Hilfe benötigen – genau deshalb macht Karin ihr Beruf so viel Spaß!
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