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Kraichtal hilft e. V. - Mit Alpakas durch Bahnbrücken

Die Kinder des Integrationsprojektes aus Oberöwisheim und die Schüler der internationalen Vorbereitungsklasse in Unteröwisheim durften kürzlich ein ganz besonderes Nachmittagsprogramm erleben.
Mitglieder des Vereins „Kraichtal hilft“, Ehrenamtliche und Mütter kutschierten die Kinder nach Bahnbrücken zur Alpaka-Lodge von Familie Schmid.
Anfangs war der Respekt vor den fremden Tieren mit den langen Hälsen und dem prächtigen Fell recht groß. Doch nach einer kurzen Information und einigen Minuten mit den Tieren auf der Nachbarwiese war das Eis gebrochen und stolz führten die Kinder „ihr“ Alpaka durch die Gassen von Bahnbrücken und über idyllische Wiesenwege. Ganz genau konnte man allerdings nicht immer sagen, wer wen führte. Sicher ist jedoch, dass jedes Kind eine ganz besondere Erinnerung mit nach Hause nimmt. Ein wenig Heimweh nach „ihrem“ Alpaka - auch wenn es zwischenzeitlich recht störrisch sein konnte - hatten die Kinder schon auf der Heimfahrt und auch den Wunsch, es bald wieder einmal besuchen zu dürfen.
Ein riesengroßes Dankeschön geht an Christian Schmid, der mit unglaublicher Ruhe und Geduld sein ungewöhnliches Grüppchen durch Bahnbrücken geleitete.

Einfach einmal danke sagen

Das Helferfest Integration in Kraichtal
Als 2015 die Flüchtlings-ströme in Deutschland eintrafen, mussten viele Hände gemeinsam anpacken, um die damit verbundenen Aufgaben zu bewältigen. Auch in Kraichtal gab und gibt es hier jede Menge zu tun. Hunderte Menschen aus den Krisengebieten dieser Welt leben seither in der Kraichgau-Gemeinde und sind auf die Hilfe und die Unterstützung der Kraichtaler angewiesen. In allen Ortsteilen fanden sich bis heute zahlreiche ehrenamtliche Helfer, die regelmäßig ihre Freizeit darauf verwenden, um da zu sein, wenn sie gebraucht werden. Sie alle leben ein Musterbeispiel an Engagement,  welches für eine erfolgreiche langfristige Integration unabdingbar ist.
Am Freitag, 30. Juni, war es an der Stadt Kraichtal, diesen selbstlosen Helfern einmal danke zu sagen. „In meiner täglichen Arbeit mit den Akteuren in Kraichtal mache ich gute Erfahrungen und kann behaupten, dass es ein produktives und unkompliziertes Miteinander ist.  Das A und O ist aus meiner Sicht die Vernetzung zwischen Haupt- und Ehrenamt sowie eine aktive Einbindung der Geflüchteten selbst. Ich freue mich sehr, dass wir uns mit dem Helferfest Integration insbesondere bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bedanken können,“ sagt Sonna Sickert, Integrationsbeauftragte bei der Stadt Kraichtal. Beim Helferfest Integration in der Mehrzweckhalle Menzingen sollte sich einen Abend lang einmal alles um die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe drehen. Bürgermeister Ulrich Hintermayer eröffnete seine Ansprache mit den bis heute nachhallenden Worten des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog aus dem Jahre 1996: „Das, was die Ehrenamtlichen in unserem Lande leisten, das kann kein Staat bezahlen. Aber es ist noch etwas anderes. Es geht ja auch darum, dass die Ehrenamtlichen nahe an den Problemen dran sind, ganz gleichgültig, ob in der sozialen Arbeit, im Sport, in den Kirchen oder in anderen Verbänden. Sie sind näher an den Problemen und können mit ihrer Kreativität - ja einfach mit dem offenen Blick für Probleme - helfen, diese zu lösen oder zumindest sich an der Lösung beteiligen; und das viel besser, als irgendeine staatliche Behörde dies je könnte. Zudem entsteht bei ehrenamtlicher Arbeit auch immer eine menschliche Beziehung.“
In der Tat haben die Ehrenamtlichen in den letzten Monaten und Jahren Unglaubliches geleistet. Der neu gegründete Verein „Kraichtal hilft“ und insbesondere sein Vorsitzender Melo Danze haben die Neuankömmlinge „unter ihre Fittiche genommen“ und für Sprachkurse, Kinderbetreuung, Helferkreise und Patenschaften gesorgt. Zu den herausragenden Projekten gehört auch die Gebrauchtkleiderbörse „depot 25“ und das Café International als Basis für einen besseren Kontakt zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. An diesem Freitagabend sollten also die Ehrenamtlichen einmal zu Ehren kommen. Nach den Grußworten von Bürgermeister Hintermayer und der Integrationsbeauftragten der Stadt Kraichtal, Sonna Sickert, referierte Gastrednerin Dr. Kidist Hailu über das bedeutsame Thema der interkulturellen Begegnung und zeigte auf, dass schon bei einfachen Angelegenheiten wie der Begrüßung, diverse kulturelle und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt sein wollen, um keine Missverständnisse nach sich zu ziehen. „Für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe Integration ist die kommunale Lebenswelt von erheblicher Bedeutung. Wir haben in Kraichtal frühzeitig ein unbürokratisches Miteinander, transparente Informationen und echte Beteiligung der zahlreichen Akteure ermöglicht. Ich bin zuversichtlich, dass sich die geschaffenen Strukturen und das rege Engagement aller Beteiligten lohnen und nachhaltig der Integration dienen“, so Manuel Kurz, Ordnungsamtsleiter bei der Stadt Kraichtal.
Für die musikalische Untermalung des Abends sorgte indes der Syrer Hussan Abulaban, der in Vertretung für den krankheitsbedingt ausgefallenen Landsmann Abdulalim Khalil auf dem Klavier einige syrische Volksweisen zum Besten gab. Für die vielen Kinder war an diesem Abend auch bestens gesorgt. Die Auszubildenden der Stadt hatten für sie ein tolles Programm rund um die Mehrzweckhalle auf die Beine gestellt und Tobias Stefaniak bot auf dem Vorplatz eine gemeinsame Holzbastelstunde an. Nach dem offiziellen Teil war dann Zeit für den gemeinsamen Austausch bei einem großen Festbuffet im Foyer. Wer Lust hatte,  konnte auch noch einmal einen Blick auf die Ausstellung „Eine Taube für Damaskus“ des syrischen Künstlers Karam Abdullah werfen, die bislang im Torwächterhaus Münzesheim zu sehen war und nun auf Tour durch die ganze Region geht. Auch die Presse war zum Kraichtaler Helferfest international aufgestellt - neben den Hügelhelden war auch der irakische Journalist Sajad Reda Al Jbory vor Ort, um in professionellen Bildern über die gelungene Veranstaltung zu berichten.

Erfolgreiche Ausstellung wandert weiter

Ausgesprochen positiv überrascht waren die Organisatoren der Ausstellung „Eine Taube für Damaskus“ von dem starken Interesse, welches den Bildern Karam Abdullahs entgegengebracht wurde. Zahlreiche Besucher, stark nachgefragte Führungen und anregende Gespräche mit dem Künstler prägten die zwei Ausstellungswochen im reizvollen Ambiente des Torwächterhäuschens in Münzesheim. Interesse war auch über Kraichtal hinaus vorhanden und so wandert die Ausstellung nun weiter nach Bruchsal, wo sie vom vom 27. Juni bis 17. August in der Stadtbibliothek Bruchsal zu sehen sein wird.

Suche nach Wohnraum

Die Suche nach Wohnraum wird immer mehr dringendes Anliegen der zahlreichen Helferinnen und Helfer sowie der Stadtverwaltung. Gerne möchten wir gemeinsam die Vermittlung von Personen aus der Anschlussunterbringung in privaten Wohnraum forcieren und so Möglichkeit für neue Aufnahmen schaffen. Dazu sind wir auf Wohnraumangebote angewiesen.

Konnte bisher wahrgenommen werden, dass insbesondere junge anschlussuntergebrachte Personen zeitnah in urbanen Raum verzogen sind, wird aufgrund einer neuen asylrechtlichen Regelung, der so genannten Wohnsitzauflage, künftig weniger Bewegung erwartet. Ein Großteil der derzeit an die 90 Personen von der Stadt untergebrachten Personen ist behördlich dazu verpflichtet, Wohnsitz in Kraichtal zu halten. Damit werden Nachbelegungen in den vorhandenen städtischen Objekten schwieriger und durch den weiterhin zu erwartenden und bereits vorhandenen Familiennachzug die Unterbringungsbedarfe durch die Stadtverwaltung weiter erhöht, zusätzlich zur vorgegebenen Aufnahmequote.

Ob zum Zwecke des Familiennachzugs, der Weiter-vermittlung aus der Anschlussunterbringung oder sonstigen Versorgung einzelner Personen mit Wohnraum unterstützen die Stadtverwaltung und tatkräftige Helferinnen und Helfer gerne bei dem Vorhaben, Vermieter und Mieter zusammenzubringen. Ob zur Klärung behördlicher Belange oder persönlicher Bedarfe, die Begleitung durch Ehren- und Hauptamt ist möglich. Wenn Sie über Wohnraum verfügen, diesen zur privaten Miete vermitteln oder an die Stadt Kraichtal zur Anschlussunterbringung anbieten wollen, wenden Sie sich einfach zur Beratung und ggf. Besichtigung ganz unverbindlich an die Stadtverwaltung. Sowohl in der Vermittlung an die Anschlussuntergebrachten als auch zur Miete durch die Stadt zum Zwecke der weiteren Anschlussunterbringung besteht Bedarf.

Ganz konkret erwarten derzeit beispielsweise zwei syrische Männer aus der Anschlussunterbringung in Oberöwisheim Familiennachzug. Das Verfahren läuft in beiden Fällen bereits. In den kommenden Wochen und Monaten ist mit der Ankunft der Frauen und Kinder zu rechnen. Die Stadt hat perspektivisch derzeit keine adäquate Unterbringungsmöglichkeit aufzuweisen und sucht vermittelnd geeigneten Wohnraum für diese beiden Familienzusammenführungen.

Ihre Ansprechpartner rund ums Thema Asyl in Kraichtal sind

  • im Ordnungsamt Sonna Sickert, Integrationsbeauftragte und Ina Daubmann, Gemeindesozialarbeiterin, unter 07250 77-27 sowie
  • Manuel Kurz, Leiter des Ordnungsamtes, 07250 77-23
  • Bei Wohnraumangeboten zur Miete durch die Stadt können Sie sich direkt an die Liegenschaftsverwaltung, Thomas Feßler, 07250 77-57, wenden.

„depot 25“ für Mode mit einer zweiten Chance

Tag der offenen Tür begeisterte die Besucher mit Modenschau und großem Sortiment
Die Sonne meinte es gut und setzte am Sonntag, 16. Oktober, die Freiluft-Modenschau im „depot 25“ in Menzingen so richtig in Szene. Es war der Höhepunkt beim Tag der offenen Tür des Second-Hand-Lagers in Menzingen, das der Verein „Kraichtal hilft“ vor einem Jahr eingerichtet hatte und der nun mit vielen Gästen Geburtstag feierte.

Der Warenbestand hat eine rasante Entwicklung gemacht und die Besucher konnten sich auf zwei Etagen Second-Hand-Mode anschauen, anprobieren und gegen eine Spende an den Verein mitnehmen. Es gab auch Spiele und Spielsachen, Schulranzen und Schreibwaren, Kuscheltiere sowie sonstige Gebrauchsartikel. Ursprünglich zur Versorgung von Flüchtlingen gedacht, steht das Lager als Kraichtaler Spendenbörse heute allen offen, die guten gebrauchten Artikeln eine zweite Chance geben wollen. „Damit ist das depot 25 eine Drehscheibe geworden für den nachhaltigen Gebrauch von Mode und Alltagsware und ein Kontrapunkt gegen Wegwerf-Mentalität“, sagt Elke Becker, Sprecherin des Depot-Teams.

Die Spenden für die Waren gehen an den Verein „Kraichtal hilft“ und kommen damit wieder der Flüchtlingsarbeit in Kraichtal zugute. Die Modenschau war ein voller Erfolg vor einem großen Publikum. Mehr als 20 Models von Kindern bis zu Pensionären führten die Kleidung vor - von Alltag bis festlich - und wurden mit kräftigem Beifall bedacht.

Sowohl die Models als auch das Publikum hatten großen Spaß an der Aktion. Elke Becker nannte beeindruckende Zahlen, die das Engagement der 14  Ehrenamtlichen belegen: In der ehemaligen Getränkehalle in Menzingen haben sie in bisher fast 2.400 Arbeitsstunden auf 450 Quadratmetern Lager- und Präsentationsfläche 180 Meter Regale aufgebaut, Kleiderstangen auf einer Länge von 95 Metern aufgestellt und 4 600 Bügel mit Ware bestückt, alles gut sortiert und übersichtlich - ein Sortiment, das sich durch die Unterstützung der Kraichtaler ständig verändert. „Es lohnt also immer wieder ein Besuch in Menzingen“, sagte auch Bürgermeister Ulrich Hintermayer, der dem Team für dessen großen Einsatz dankte und dafür warb, das „depot 25“ weiter bekannt zu machen.

Asylbewerber schneiden Obstbäume

Wie ergeht es einem Menschen, der auf seine Anerkennung als Asylant hofft und ansonsten zum Nichtstun verdammt ist? Langeweile ist Alltag. Da liegt es nahe, sich einmal auszuarbeiten, um auf andere Gedanken zu kommen und gleichzeitig etwas für die hiesige Region zu tun. Ein Auslichtungsschnitt von Obstbäumen ist dazu die passende Gelegenheit - in diesem Fall auf einem Grundstück der Stadt Kraichtal.

Am Samstag, 23. April, waren sieben syrische Asylbewerber mit den Obstexperten Wolfgang Bauer und Ute Ellwein in Menzingen unterwegs. Zu Beginn erklärte Wolfgang Bauer den Helfern, warum und wie Obstbäume geschnitten werden. Einer von ihnen hat selbst einen Betrieb in Syrien. Er hatte seine Landsleute zu dieser Aktion motiviert und alles in ihre Muttersprache übersetzt - eine ideale Voraussetzung für diese Aktion! Ziel dabei war es, mehr Licht in die Kronen der Obstbäume zu bekommen und ihre Vitalität dadurch zu verbessern.

Um möglichst vom Boden arbeiten zu können und Leitern zu vermeiden, wurden langstielige „Hochentaster“ genutzt. Trotz Regen und Kälte hat es allen Spaß gemacht. Einer sagte, dass er sich wie zu guten Zeiten in Syrien gefühlt habe. Auch andere wollen wieder mitmachen, wenn weitere Arbeiten anstehen. Nützlich zu sein und helfen zu können, war für beide Seiten eine gute Sache.

Ein Baum als Zeichen der Freundschaft

CVJMler und GU-Bewohner pflanzten gemeinsam Hecke, Sträucher und einen Baum
Gemeinsam etwas Bleibendes schaffen, verbindet. Das dachten sich die Verantwortlichen im CVJM Münzesheim und luden Bewohner aus der Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Münzesheim ein, bei einer Pflanzaktion auf dem CVJM-Gelände zu helfen. Durch das Café international, das zweimal in der Woche im CVJM-Jugendhaus stattfindet, sind bereits engere Kontakte zu den Bewohnern der GU entstanden. So waren drei der treuesten Besucher des Cafés spontan bereit mitzumachen; einer davon sogar mit Gärtner-Erfahrung und deshalb vertraut mit dem Pflanzen von Bäumen und Sträuchern.

Genau das, was man an diesem Samstagvormittag vorhatte. So konnte man mit fachmännischer Begleitung tätig werden und schaffte bei dieser Aktion allerhand: eine Hainbuchenhecke pflanzen sowie einige Sträucher, die farbenprächtige Blüten haben werden und einen hohen Baum - wie als Symbol für eine junge Freundschaft zwischen CVJMlern und Flüchtlingen, die weiter gedeihen, wachsen und blühen soll. Jeder, der jetzt am CVJM-Jugendhaus in Münzesheim vorbeigeht oder zum Café international kommt, wird dieses Zeichen sehen können.

Pro 3-Engagement für die Flüchtlinge in Oberöwisheim

Was am 14. Juni 2015 beim Ökumenischen Waldgottesdienst auf dem Spielplatz beim Pfannwaldsee seinen Anfang genommen hat, konnte nun endlich zu Ende gebracht werden. Bei dem durch die Dorfgemeinschaft Pro 3 initiierten Waldgottesdienst waren zahlreiche Gottesdienstbesucher gekommen, nicht zuletzt, weil sich eine Tiersegnung an den Gottesdienst anschloss. Viele Tierbesitzer mit ihren Schützlingen waren anwesend, mit Hunden, Katzen, Hasen, Pferden, Ziegen, Papageien und Schildkröten.

Das gute Miteinander setzte sich beim gemeinsamen Mittagessen fort, denn von Pro 3 wurde gegen Spende Linseneintopf und heiße Würstchen ausgegeben. Dabei kamen sage und schreibe 1.114 € für einen gemeinnützigen Zweck zusammen. Doch dem nicht genug, so ließ es sich die Volksbank Bruchsal-Bretten nicht nehmen, den Spendenbetrag auf 1.400 € aufzurunden. Hierfür gilt der Dank Filialleiter Wolfgang Stiller, der sich auf Anfrage von Pro3 sofort dafür einsetzte. Die beiden Hauptinitiatoren von Pro 3, Mathias Bauer und Olaf Winter, nutzten den Rahmen der Infoveranstaltung zur Anschlussunterbringung in Oberöwisheim am 14. Juli 2015 in der Mehrzweckhalle, um den Spendenscheck an Bürgermeister Hintermayer zur Verwendung eben für diese eingerichtete Anschlussunterbringung zu übergeben. Nachdem nun die ersten Bewohner eingezogen waren, zeigte sich recht schnell, welche Geräte und Anschaffungen noch nötig waren.

Zwischenzeitlich konnte für die Spende in Abstimmung zwischen Pro 3 und der Stadtverwaltung ein leistungsstarker Gewerbewäschetrockner der Firma Miele gekauft werden. Bei der großen Anzahl an Bewohnern in dieser Unterbringung sicherlich eine sinnvolle und notwendige Anschaffung. Pro 3 bedankt sich noch einmal bei den zahlreichen Besuchern und Unterstützern, die diese Anschaffung mit ihren Spenden erst möglich machten. In diesem Zusammenhang möchte Pro 3 nicht unerwähnt lassen, dass der Verein Kraichtal hilft e. V. sich über jede helfende Hand freut. In Oberöwisheim können sich alle interessierten und hilfsbereiten Oberöwisheimer an Tobias Stefaniak wenden.

Bewegender als Fernsehbilder

Begegnung mit neu angekommenen Flüchtlingen in Münzesheim
Die Sonne brach am Samstag durch den Hochnebel wie um auch die grauen Wolken der Sorge zu verscheuchen aus den Köpfen der Flüchtlinge, die einen Tag vorher angekommen waren im Containerquartier in Münzesheim neben der Feuerwehr. Düstere Gedanken zu vertreiben, dazu war auch eine stattliche Zahl von Kraichtalern insbesondere Münzesheimern gekommen, um die „Neubürger willkommen zu heißen“, wie Bürgermeister Ulrich Hintermayer in seiner offiziellen Begrüßung sagte. Bei Kaffee, Saft und selbst gebackenem Kuchen konnte man die ersten Kontakte knüpfen.

Dank der Smartphones waren auch rasch Familienfotos zur Hand, die umgehend Gesprächsthema waren, auch ohne Sprachkenntnisse. Melo Danze, ehrenamtlicher Koordinator der Flüchtlingshilfe in Kraichtal, dankte für das Engagement an diesem Vormittag, wies aber auch darauf hin, dass weiterhin Helfer gebraucht werden, um die Situation in Kraichtal im Griff zu behalten. Dafür wurde der Verein „Kraichtal hilft“ gegründet, bei dem jeder mitwirken kann. „Flüchtlinge, denen man unmittelbar begegnet und die von ihrem Schicksal erzählen, sind bewegender als alle Fernsehbilder“, sagte Danze und lud ein, sich auf die Begegnung mit den neuen Einwohnern einzulassen.

Gut besuchter „Tag der offenen Tür“ in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Kraichtal-Unteröwisheim

Ehrenamtliche Mitglieder und die Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft Unteröwisheim hatten eingeladen: Bei optimalen Wetterbedingungen fand am Samstagnachmittag, 19. September, der „Tag der offenen Tür“ statt.
In Anwesenheit von Bürgermeister Hintermayer, der diese Veranstaltung unterstützte, trafen bereits kurz nach Beginn der Veranstaltung um 13 Uhr die ersten Besucher ein - Kraichtaler Bürgerinnen und Bürger, die einen Eindruck von der Unterkunft gewinnen wollten und die Begegnung mit den Flüchtlingen suchten. Diese hatten sich auf den Tag gefreut, wie sie schon im Vorfeld zum Ausdruck brachten - besonders darüber, dass Interesse seitens der Bevölkerung an ihrem Leben in der Unterkunft und an ihren persönlichen Geschichten besteht. Daher öffneten die Flüchtlinge gerne ihre Türen und zeigten sich auch bereit, aus ihrem Leben und von ihrer Flucht zu berichten. Einige unter ihnen haben eine unglaublich schwierige Zeit hinter sich und überlebten ihre Flucht nur mit knapper Not. Die meisten vermissen ihre in Kriegs- und Krisengebieten zurückgebliebenen Angehörigen, so dass sie unter anderem dringend auf ein Handy angewiesen sind - die einzige Möglichkeit, um in Kontakt zu bleiben.

Den Besuchern bot sich nun in Begleitung der GU-Mitarbeiter und Ehrenamtlichen die Gelegenheit, wichtige Informationen zum Leben der Asylsuchenden in der Unterkunft und allgemein zum Thema „Asyl“ zu erfahren. Dabei ließen deren Fragen und Bemerkungen ein unerwartet großes Interesse erkennen, worüber sich die Organisatoren sehr freuen. Geht es doch darum, durch sachliche Information sowie den Dialog durchaus verständliche Unsicherheiten und Vorbehalte innerhalb der Bevölkerung sowie Barrieren abzubauen, um das Miteinander zu fördern.

Für die Besucher stand schnell fest: Im Luxus lebt hier wahrlich keiner! Die Container sind mit einer Größe von 12m² lediglich mit dem Nötigsten ausgestattet. Aus Sicherheitsgründen ohne jede „Gemütlichkeit“, wie viele Gäste anmerkten. Es leben jeweils drei bis sechs Menschen darin, Familien mit Kindern, alleinstehende Männer und Frauen. Nicht immer eine einfache Situation, insbesondere bei schlechtem Wetter, wenn sich das gesamte Leben innerhalb der Container abspielt oder etwa im Krankheitsfall.

Begeistert gingen zudem alle Anwesenden einschließlich der Kinder auf die stimmungsvolle und mitreißende musikalische Darbietung der beiden Musiker ein, die bis zum Schluss unermüdlich die Veranstaltung mit außergewöhnlichen Instrumenten und Gesang begleiteten.

Erfreulich auch die zahlreichen Angebote aus den Reihen der Besucher, sich künftig aktiv an der Betreuung der Flüchtlinge zu beteiligen und ebenso dankbar wurden auch verschiedene Angebote angenommen, Obst und Walnüsse auf Grundstücken zu sammeln. Des Weiteren erklärten sich einige Besucher spontan zur Mitgliedschaft in dem gemeinnützigen Verein der ehrenamtlichen Helfer Kraichtals bereit, dessen Gründung unmittelbar bevorsteht.

Überrascht und erfreut über die unerwartet große Besucherzahl und durchweg positive Resonanz fühlen sich die Organisatoren in ihrer Arbeit und ständigen Bemühungen bestätigt, die Bevölkerung und Flüchtlinge einander näherzubringen. Inzwischen teilte das Landratsamt Karlsruhe mit, dass Kraichtal als erste Gemeinschaftsunterkunft in der Bundesrepublik Deutschland einen „Tag der offenen Tür“ veranstaltete und somit ein starkes und positives Zeichen mit Signalwirkung setzte!

Oberöwisheimer Ministranten helfen Flüchtlingen

Für die Flüchtlinge in Unteröwisheim ist es derzeit sehr wichtig unsere Sprache zu lernen, damit sie sich besser integrieren können. Die Lehrer waren schon gefunden und der Unterricht begann. Was jetzt zum Teil noch fehlte war die Ausrüstung um einen guten Unterricht zu machen. Darauf sprachen wir, die Oberöwisheimer Ministranten, die Leiterin der Flüchtlingsunterkunft, Frau Schlüssler, an und fragten ob wir da mit einer Spende von Schulsachen helfen könnten. Mit Freuden wurde das Angebot angenommen und eine Liste mit Schulsachen erstellt.

So wurde am 12. Juli von uns Ministranten ein Kuchenverkauf gestartet, um für die Materialien das nötige Geld zu bekommen. Die vielen Kuchen, die von den Müttern der Minis gebacken wurden, wurden in unserem Pfarrsaal nach dem Gottesdienst aufgetischt und an die Besucher verkauft. Bald waren alle leckeren Kuchen verkauft und wir hatten einen guten Erlös von 387 €, der von Dekan Stockinger aufgerundet wurde. Damit wurde eingekauft, was die Flüchtlinge brauchen.

Schließlich fuhren einige Ministranten von uns am 31. Juli nach Unteröwisheim zu den Unterkünften der Flüchtlinge. Wir besuchten sie im Deutschunterricht, um die neuen Schulsachen zu überreichen. Sowohl der Lehrer, als auch die Flüchtlinge, nahmen die Spende gerne an. Mit Begeisterung und ein bischen Englisch wurde sich bedankt.>

Anschlussunterbringung in Kraichtal-Oberöwisheim

Appell an Nächstenliebe und Menschlichkeit/Dorfgemeinschaft Pro3 unterstützt die Neuankömmlinge mit einer Spende über 1.400 €
Wie wird es mit der Unterbringung von Asylbewerbern in Kraichtal weitergehen? Die Antwort auf diese Frage wurde am Dienstagabend, 14. Juli, in der Mehrzweckhalle Oberöwisheim vor rund 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern durch Vertreter des Landkreises und der Stadt umfassend beantwortet. Im Vordergrund standen dabei aber dieses Mal nicht die Flüchtlinge, die neu nach Kraichtal gekommen sind, sondern jene, die schon einige Zeit in Deutschland leben. Das Flüchtlingsaufnahmegesetz  sieht vor, die Menschen nach spätestens zwei Jahren aus den Gemeinschaftsunterkünften in die sogenannte Anschlussunterbringung zu verlegen. Dabei handelt es sich um Wohnungen, Häuser oder provisorische Unterkünfte, für die Städte und Gemeinden eigenständig sorgen müssen. Die Verteilung der Flüchtlinge erfolgt dabei nach Möglichkeit gleichmäßig auf alle 32 Kommunen des Landkreises.

Kraichtal kann hier bereits auf gute Erfahrungen zurückgreifen - entsprechende Projekte wurden bereits beispielsweise in Landshausen oder Unteröwisheim realisiert. In diesem Jahr erwartet die Stadt 35 neue Asylbewerber, die es in der Anschlussunterbringung zu versorgen gilt. Die Wahl des Standortes fiel hierbei auf ein großes Wohnhaus in der Oberöwisheimer Bachstraße. Das durch die Stadt angemietete Gebäude wird derzeit durch die Eigentümerin umfassend saniert und modernisiert. Bereits in zwei Wochen werden hier die ersten Menschen einziehen - vornehmlich alleinstehende Iraker, Iraner, Syrier, Afrikaner oder Kurden. An dieser Stelle nutzten bereits einige Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen. Diskutiert wurden Wege der Unterstützung und ehrenamtlichen Tätigkeiten. Wie sehr die Willkommenskultur in Kraichtal bereits gereift ist, bewies eindrucksvoll die Oberöwisheimer Dorfgemeinschaft Pro3. Organisator Olaf Winter überreichte Bürgermeister Ulrich Hintermayer einen Spendenscheck in Höhe von 1.400 € zugunsten der Neuankömmlinge in der Anschlussunterbringung. Der „Löwenanteil“ des Geldes wurde beim letzten ökumenischen Waldgottesdienst der Gemeinschaft zusammengetragen und durch die Volksbank Bruchsal-Bretten großzügig aufgerundet.

Zu den emotionalsten Momenten des Infoabends zählte in jedem Fall der bewegende Appell an die Nächstenliebe und die Menschlichkeit durch Jörg Reinhart. Der Mitarbeiter des Landratsamtes war zunächst eher ruhig und zurückhaltend, doch als eine einzelne Bemerkung aus dem Publikum das grundfalsche Vorurteil des kriminellen Ausländers aufgriff und die anreisenden Flüchtlinge pauschal unter Generalverdacht stellte, ergriff Jörg Reinhart das Wort. Eindrucksvoll führte er den Anwesenden noch einmal vor Augen, aus welchen Nöten heraus die Flüchtlinge nach Deutschland reisen. Bürgerkrieg, Verfolgung, Gewalt, Sexualverstümmelung, Ehrenmord und Terror waren nur einige der erschütternden Beispiele. Doch auch Jörg Reinhardt attestierte den Kraichtalern ein bisher vorbildliches Engagement für die Flüchtlinge. So gingen bei der bisher bestehenden Gemeinschaftsunterkunft in Unteröwisheim so viele Spenden und Hilfsangebote ein, dass man gar nicht alle annehmen konnte. Er wies auch daraufhin, wie schwer den Flüchtlingen der Umzug aus den Gemeinschaftsunterkünften in die Anschlussunterbringung oft fiele. Durch den Wegfall des gemeinschaftlichen Wohnens und der gewachsenen sozialen Strukturen entstünden oft Gefühle wie Einsamkeit und des Fremdseins. Gerade in dieser Phase des Übergangs benötigten die Menschen Unterstützung. Schon ein freundliches „Hallo“ auf der Straße könne hier Wunder wirken.

Wer helfen will, die Neuankömmlinge in Kraichtal willkommen zu heißen und Ihnen bei Ihren ersten Schritten unter die Arme greifen möchte, findet Informationen und die passenden Ansprechpartner auf der Webseite der Stadt. Unter dem Hauptmenüpunkt „Leben in Kraichtal“ und dem Untermenüpunkt „Asyl in Kraichtal“ stehen alle wichtigen Daten auf einen Blick. Als Schlusswort soll hier ein Zitat eines Bürgers der gestrigen Infoveranstaltung dienen: „In der Vergangenheit wurde in Sache Integration viel verbockt - doch wir haben hier und jetzt die Möglichkeit es richtig zu machen und von Anfang an zu helfen“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Kontakt

Stadt Kraichtal
Rathausstraße 30
76703 Kraichtal-Münzesheim
07250 77-0
07250 77-75
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