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Künstlerin Margarethe Krieger vermachte ihr Erbe der Stadt Kraichtal

„Mehr Raum als bisher für ihre graphischen Produktionen im Gochsheimer Graf-Eberstein-Schloss“
Die traurige Nachricht vom Tode Margarethe Kriegers Ende Juli 2010  machte schnell die Runde in Kraichtal. Nicht nur, dass Margarethe Krieger zu den Texten des Buches „Hiob“ rund hundert Bilder zeichnete, auch das Thema Leiderfahrung, Not, Reifung, Verzicht und Selbstprüfung waren zentrale Themen ihres künstlerischen Schaffens. Nach einem Schlaganfall im Januar 2004 erlebte sie selbst Leidvolles. Im Alter von 74 Jahren verstarb Margarethe Krieger am 22. Juli 2010 an den Folgen. Wie schon ihr Vater, wurde sie auf dem Friedhof in Menzingen beigesetzt.

Verbindung zu Kraichtal
Die Verbindungen zu Kraichtal ergaben sich in erster Linie durch ihren Vater, Dr. Carl Krieger. Der in Unteröwisheim geborene und in Menzingen beigesetzte Volkskundler und Theologe verfasste unter anderem das Werk „Kraichgauer Bauerntum“. Im Jahr  1988 wurde die Carl-Krieger-Stiftung, die seither ein wichtiger Bestandteil des Heimatmuseums in Gochsheim ist, übergeben. Vier Jahre später folgte ihm seine Tochter und stiftete ausdrucksstarke Rohrfederzeichnungen für das Heimatmuseum. Die Künstlerin übergab dem damaligen Bürgermeister Horst Kochendörfer zahlreiche Werke zu Shakespeares Tragödie „Hamlet“, mit der sich Krieger intensiv auseinandergesetzt hatte. Ein Teil des „Hamlet“-Zyklusses war darüber hinaus in der Galerie im Amtshaus in Oberöwisheim zu sehen gewesen. 1996 zeigte sie dort „Der seidene Schuh“ sowie 2002 ihre „Hiob“-Zeichnungen in einer Ausstellung. Der damalige Bürgermeister, Berthold Zimmermann, hatte erstmals Verbindung zur Familie Krieger aufgenommen und besuchte Margarethe Krieger 1985 in Heidelberg. Der nachfolgende Bürgermeister, Horst Kochendörfer, hatte die Kontakte weitergeführt; es entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen den Familien.

Zur Person
Die Graphikerin und Kunstkritikerin Margarethe Krieger wurde am 27. April 1936 in Mannheim als Tochter von Dr. Carl Krieger und Ingeborg Krieger geboren. Frau Krieger lebte seit ihrer frühesten Kindheit in Heidelberg. Sie besuchte die Kunstakademie in Karlsruhe und war unter anderem Schülerin von Karl Hubbuch, dessen Werke im Gochsheimer Graf-Eberstein-Schloss zu betrachten sind. Ihr Studium absolvierte sie an der Universität in Heidelberg. Zahlreiche Auszeichnungen im In- und im Ausland wurden ihr zuteil. Neben dem Grafikerpreis im Musée d´Art Moderne, Paris (1968) und dem Internationalen Kunstpreis für ausländische Künste am Musée d´Art Moderne, Paris (1973), erhielt Frau Krieger zudem eine Goldmedaille der Italienischen Akademie der Künste im Jahr 1978. Ein Jahr später wurde sie mit einer Ehrengabe des Zentralverbandes der Sozialversicherten Deutschland ausgezeichnet. 1981 erhielt sie zunächst eine Auszeichnung sowie ein Ehrendiplom beim „Premio d´Italia“ und die Mitgliedschaft der Cinémathéque Siusse, Lausanne, für die Rettung und die Schenkung des dokumentierten Nachlasses von Michael Simon. Im Jahr 1992 wurde ihr der Willibald-Kramm-Preis in ihrer Heimat Heidelberg verliehen.

Letzter Wille beinhaltet Auftrag an die Stadt
Als Vermächtnis der Verstorbenen erhielt die Stadt – neben dem Wohnhaus in Handschuhsheim - weitere Bilder aus dem Nachlass der Künstlerin, die die Sammlung im Graf-Eberstein-Schloss in Gochsheim wesentlich erweitern und ergänzen werden. „Über das großzügige Erbe der leider verstorbenen  Margarethe Krieger freuen wir uns als Stadt Kraichtal“, so Bürgermeister Ulrich Hintermayer. „Nun ist es an uns, den letzen Willen der Künstlerin umzuset-zen.“ Diese wünschte sich mehr Raum als bisher für ihre graphischen Produktionen im Gochsheimer Graf-Eberstein-Schloss. Um diesen Wunsch zu erfüllen, erfolgt ab November 2012 ein Um- beziehungsweise Ausbau der Schlossräumlichkeiten. Mit einer Veräußerung des Krieger-Anwesens in Heidelberg wurden hierfür die finanziellen Voraussetzungen geschaffen. Der Gemeinderat hatte in der nichtöffentlichen Sitzung vom 22. September 2010 einstimmig beschlossen, zur Erfüllung des Vermächtnisses von Frau Margarethe Krieger deren Erbnachlass gemäß vorliegendem handschriftlichen Testament anzunehmen.

Einrichtung einer Margarethe-Krieger-Stiftung
Die Einrichtung einer Margarethe-Krieger-Stiftung aus einem Teil des Nachlasses der  gleichnamigen Künstlerin war bereits in der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung Ende November 2011 ausführlich vorberaten worden. Ziel ist es, durch die Einrichtung einer gleichnamigen Stiftung das Erbe, welches unter anderem mehr als 1.500 Werke umfasst, dauerhaft und nachhaltig zu sichern. Hierzu schlug die Verwaltung die Einrichtung einer rechtlich unselbständigen Stiftung mit einem Vermögensbestand von 500.000 € vor. Aus dem vorhandenen Nachlass verbleibt noch eine Summe in Höhe von 460.000 € für die notwendigen baulichen Maßnahmen im Graf-Eberstein-Schloss Gochsheim. Mit den Umbaumaßnahmen wurde im Herbst/Winter 2012 – nach Beendigung der Museumssaison – begonnen. Der Gemeinderat hat das Sitzungsgeschäft für die Einrichtung einer Margarethe-Krieger-Stiftung einstimmig beschlossen, ebenso die Satzung der Margarethe-Krieger-Stiftung.

Videobeitrag anlässlich der Feier zum 80. Geburtstag von Margarethe Krieger
Mit einer kleinen Feierstunde gedachten Freunde und Bewunderer im Graf-Eberstein-Schloss in Gochsheim Margarethe Krieger zum 80. Geburtstag.

Den Videobeitrag können Sie über diesen Link anschauen.

Kontakt

Stadt Kraichtal
Rathausstraße 30
76703 Kraichtal-Münzesheim
07250 77-0
07250 77-75
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