Stadt Kraichtal (Druckversion)

Internationales Jazzfestival Kraichgau

Auch beim diesjährigen Internationalen Jazzfestival Kraichgau finden zwei Konzerte auf Kraichtaler Boden statt: am Samstag, 15. Februar, sind die Künstler von „Chamäleon Projekt“ in der Alten Kelter Bahnbrücken zu Gast. Die beiden nicht nur musikalisch befreundeten Ausnahmemusiker Peter Lehel und Thomas Siffling begeben sich ab 20 Uhr auf Entdeckungsreise in ein musikalisch neues Umfeld. Am Freitag, 6. März, spielt im „Guggugsnescht“ Neuenbürg, ebenfalls ab 20 Uhr, das „Gismo Graf Trio“. Herzliche Einladung!

Mal so und mal anders

Internationales Kraichgau-Jazzfestival präsentiert bekannte und neue Gesichter
Das internationale Kraichgau-Jazzfestival hat begonnen mit zwei begeisternden Konzerten in vollbesetzten Hallen: David Helbock präsentierte auf dem Flügel am Freitag im Alten Rathaus in Bretten sein Programm „Playing John Williams“ in einer Art und Weise, die die Zuhörer staunen ließ. Damit bewies er, dass ihn die internationale Kritik zu Recht feiert. Helbock war eines der „neuen Gesichter“, die Thomas und Beate Biel als Veranstalter des Jazzfestivals versprochen hatten. „Alte Bekannte“ konnte man am Samstag treffen in der Historischen Kelter in Bahnbrücken: Peter Lehel (Saxophone und Bassklarinette) und Thomas Siffling (Trompete und Flügelhorn) stellten ihr aktuelles „Chamäleon-Project“ vor zusammen mit Frederic Andrej (Posaune, Tuba, Susaphon), Martin Lejeune (Gitarre) und Markus Faller (Schlagzeug und Percussion). Mit „Chamäleon“ wollten die Fünf auf die Wandlungsfähigkeit ihrer Musik hinweisen: „Mal so und mal so und mal anders“ - „Jeder von uns bringt seine Stücke mit und wir lassen uns selbst überraschen“, sagt Peter Lehel zum Programm. Dabei sehen die Vorlagen ganz unterschiedlich aus. Das können zwei Seiten eng beschrieben voller Noten sein oder auch eine halbe Seite mit wenigen Akkorden, woraus die Musiker ein minutenlanges Stück entwickeln. Hier ein Solopart der Gitarre, dort ein „Frage- und Antwortspiel“ von Saxophon und Trompete, ein durchdringender Rhythmus des mächtigen Susaphons oder ein rasantes Wirbeln auf Trommeln, Becken oder Djembe begleitet von Rasseln oder Tamburin. Es ist ein Höchstmaß an Kreativität, die sich wie die Lava aus einem Vulkan in die Kelter ergießt und die Gäste mitreißt. Darunter sind Stücke mit Blues-Charakter zum Träumen und Augenschließen, denen die Fünf dann wieder Rasanz und hohes Tempo entgegensetzen. Man möchte aufstehen und mitswingen, doch der Platz in der Kelter reicht nur für ein Wippen der Füße und „tanzende“ Finger auf dem Tisch. Umso stärker entlädt sich jedes Mal der hervorgerufene Bewegungsdrang im Klatschen beim Applaus. Peter Lehel variiert spontan und einfallsreich die Töne mit dem satten Tenor-, schrill mit dem Sopransaxophon und dem tiefen Sound der Bassklarinette. Als Meister der Trompete und des Flügelhorns erweist sich ein ums andere Mal Thomas Siffling mit seinen kreativen Jazz-Ideen. Da kann man nur die Augen schließen und genießen, wenn sich Flügelhorn und Posaune „unterhalten“ wie bei „Chamäleon Sunset“. Die feste Basis bildet Frederic Andrej mit seinen tiefen Tönen. Gleichmäßig wie ein Metronom und doch mit Witz und Charme setzt er seine Akzente. Insbesondere bei den schnellen Stücken hat Frederic Andrej mächtig zu arbeiten und beweist große Kondition an Tuba und Susaphon. Gleich ein Sammelsurium an Instrumenten und an Spielweisen stellt Markus Faller in den Dienst des Quintetts. Mit Percussion und Schlagzeug sorgt er nicht nur für Rhythmus, sondern steuert eine eigene Klangwelt bei. Martin Lejeune an der Gitarre zerrt und zupft an den Saiten, lässt sie knarren und jammern, jauchzen und schluchzen. Gar mit einer Nagelfeile zwischen den Saiten sendet er schwingende Töne in den hohen Raum der Kelter.
Thomas und Beate Biel konnten sich über einen gelungenen Start des Internationalen Kraichgau-Jazzfestivals freuen und hoffen nun auf ähnlichen Zuspruch in den noch folgenden drei Konzerten im März und April. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst unterstützt das Festival ebenso wie ein ganze Reihe von privaten Sponsoren, allen voran die Sparkasse Kraichgau. Informationen zu den weiteren Konzerten bietet die Website des Festivals www.kraichgaujazz.de von Reiner Oberbeck.

„Toller Jazz in besonderem Ambiente“

20 Jahre internationales Jazzfestival im Kraichgau mit bekannten und neuen Gesichtern
Der Kraichgau swingt und jazzt!
„Wir feiern 20 Jahre Kraichgau-Jazz“, sagen Thomas und Beate Biel, die gemeinsam seit 2001 das inzwischen renommierte internationale Jazzfestival organisieren. Eine ganze Region ist jetzt beteiligt neben den traditionellen Auftrittsorten in Kraichtal wie Bahnbrücker Kelter oder „Guggugsnescht“ in Neuenbürg. In diesem Jahr sind es zwischen 14. Februar und 4. April auch das Alte Rathaus und das Bernhardushaus in Bretten (in Kooperation mit dem Jazzclub Bretten), das urtümliche Kelterhaus Ubstadt (in Kooperation mit dem Kulturkreis Ubstadt-Weiher) und der klassische Kursaal Sigel in Langenbrücken. „Zum 20-jährigen wollen wir dem Publikum ein besonders attraktives Programm bieten“, sagen Beate und Thomas Biel.“Wir präsentieren einerseits Künstler, die schon in den vergangenen Jahren Highlights setzten und andererseits neue Gesichter, die erstmals im Kraichgau auftreten.“ Dabei unterstützen auch die Kommunen im Kraichgau das Festival. Kraichtal, Ubstadt-Weiher, Bad Schönborn, Bretten und Bruchsal sind wertvolle Kultur-Partner. Getrübt wird die Freude durch den Tod des Jazzpianisten Wolfgang Dauner, der mit seinem Sohn Florian am 7. März im „Dialog der Generationen“ auftreten wollte. Eine würdige Hommage an diesen bedeutenden Jazzer ist für einen späteren Zeitpunkt geplant. Als „neues Gesicht“ kommt David Helbrock in den Kraichgau mit seinem Piano Solo-Programm „Playing John Williams“. Der Gewinner des Publikumspreises beim Montreux Jazzfestival wird in Bretten die Jazztage eröffnen. Ebenfalls ist zum ersten Mal Olivia Trummer dabei, die aktuelle Landesjazzpreisträgerin Baden-Württemberg 2019, mit ihrem Trio und dem italienischen Trompeter Fabrizio Bosso. Bekannte Gäste sind Joo Kraus, Echo Jazz-Gewinner, mit dem „Tales in Tones Trio“ sowie das Landesjazzensemble um Peter Lehel und mit dem Trompeter Thomas Siffling. Letztere präsentieren ihr außergewöhnliches „Chamäleon-Project“. Gismo Graf, Gitarrist und Gypsy Swing-Virtuose kehrt gerne wieder in die heimelige Atmosphäre der Besenwirtschaft „Guggugsnescht“ von Fritz Zorn zurück. Die Pianistin Marialy Pacheco, bereits im vergangenen Jahr in Bretten gefeiert mit Joo Kraus, kommt diesmal mit Max Mutzke, Deutschlands Aushängeschild in Sachen Soul, nach Bretten zum Abschluss des Festivals. Beate und Thomas Biel laden herzlich ein: „Genießen Sie tollen Jazz im besonderen Ambiente!“ Die genauen Konzerttermine gibt es in der Programmbroschüre, auf der Website des Festivals unter www.kraichgaujazz.de und in den Einzelankündigungen in der Presse. Kartenreservierungen sind möglich über die Musik- und Kunstschule in Bruchsal,  07251 91340 oder per E-Mail an mail(@)muks-bruchsal.de. Die Eintrittspreise variieren je nach Konzert zwischen 15 und 29 €. Die Festivalkarte kostet 135 €. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.

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