Stadt Kraichtal (Druckversion)

Aktionstag in den Gochsheimer Museen ein voller Erfolg

Jubiläum, Kunst und frisches Holzofenbrot lockten zahlreiche Besucher nach Kraichtal
Bei herrlichem Frühlingswetter fanden sich unzählige Gäste aus Nah und Fern im Museumsstädtchen Gochsheim ein. Den Start des „Aktionstages“ machte pünktlich um
13:30 Uhr Bürgermeister Ulrich Hintermayer im zweiten Stock des Graf-Eberstein-Schlosses. Er verwies auf das bunte Programm - bei freiem Eintritt - und begrüßte Kunsthistorikerin Eva Wick ebenso wie den leidenschaftlichen Sammler Eckard Kolb aus dem Jubiläumsdorf Bahnbrücken sowie die anwesenden Gäste. „Heute Morgen war auch schon die Sankt-Sebastians-Kirche sowie die benachbarte Kelter in Bahnbrücken „proppenvoll“, ließ das Stadtoberhaupt wissen. Eva Wick erwähnte in ihrer Ansprache, dass auch die Kunst-Wechselausstellung im Schloss Gochsheim ein kleines Jubiläum vorzuweisen hat, ist dies nun schon die fünfte Ausstellung in den 2013 renovierten Räumlichkeiten. Kraichtals Museumspädagogin führte die interessierten Besucher an das Thema mit dem etwas langen bzw. schwierigen Titel „Der seidene Schuh oder Das Schlimmste trifft nicht immer zu“ heran und zitierte den weit gereisten Paul Claudel mit: „der Schauplatz ist die Welt“ – also die Bühne ist die Welt. Die letzten Blätter dieses Zyklus, der viele seelische Zustände zeigt, zeichnete die Heidelberger Künstlerin Margarethe Krieger 1996; einige davon waren bereits in der Galerie im Amtshaus im Kraichtaler Stadtteil Oberöwisheim zu sehen. Oskar Wilde´s Zitat: „Ziel der Kunst ist es einfach, eine Stimmung zu erzeugen“ traf in diesem Falle zu und so kamen die Besucher in Stimmung und ließen die Werke auf sich wirken.

Weiter ging es anschließend um 14 Uhr mit Ausführungen zu diversen „Schätzen“ aus dem klassischen Wein-Bauern-Dorf Bahnbrücken, das in diesem Jahr sein 800-jähriges Bestehen feiert. „Wir haben die Dinge hierher gebracht, damit sie nicht alle in meinen Keller kommen müssen“, so der leidenschaftliche Sammler aus Bahnbrücken. Eckard Kolb präsentierte stolz Gegenstände aus Verein, Haushalt, Kirche, Schule und Kriegszeiten, u. a. Porzellan aus der Majolika Karlsruhe und den „Koffer des damaligen Soldaten“ – einen Sack, der gewendet werden konnte (auf der einen Seite stand die Heimatadresse und auf der anderen Seite die der Stationierung). An der Wand angebrachte Email-Schilder stammen von Betrieben aus dem Ort, wie z. B. von „Gottfried´s Haus in der Sonnenstraße. Die beiden Bänke (ein Schmuckstück aus der Schule sowie eine Ruhebank) sind am Ende der Wechselausstellung Ende November 2019 käuflich zu erwerben. Interessenten können sich gerne bei Herrn Kolb melden. Volles Haus hieß es auch in den beiden benachbarten Bäckereimuseen, aus denen der Duft von frischem Brot durch die Straßen Gochsheims zog. Die Wartezeit auf das leckere Brot mit der krossen Kruste überbrückten die Besucher mit einer Tasse Kaffee und frischem Kuchen vom Team der Bäckerei Föckler. Wer dann noch nicht genug gesehen und gehört hatte, konnte sich um 17 Uhr zu einem weiteren Jubiläum – nämlich dem 10. Weltgeschichtentag in Kraichtal – im Rittersaal des Graf-Eberstein-Schlosses einfinden.

Weltgeschichtentag in Kraichtal-Gochsheim

Wunschlos glückliches Publikum im Rittersaal dank Märchenerzähler Norbert Bögle und Martin Rausch
Bereits zum 10. Mal beteiligte sich die Stadt Kraichtal gemeinsam mit den Kraichgauer Märchenerzählern Norbert Bögle und Martin Rausch unter dem Motto „Mythen, Legenden und Epen“ am Weltgeschichtentag. Ein Querflötenensemble der Musik- und Kunstschule Kraichtal begleitete die Märchenerzähler durch den Abend.
Bürgermeister-Stellvertreter Alfred Richter begrüßte die vielen großen und kleinen Besucher, die im voll besetzten Rittersaal des Graf-Eberstein-Schlosses in Gochsheim gespannt auf die Märchenerzähler warteten. Und das Publikum wurde nicht enttäuscht. Martin Rausch und Norbert Bögle erzählten abwechselnd Märchen über angsteinflößende Wölfe, Tiger, Drachen und einem menschenfressenden Riesen.
Gleich zu Beginn wurde den Kindern gesagt, falls ihre Angst zu groß wird, sollen sie sich die Ohren zuhalten; aber alle folgten mutig und gespannt den aufregenden Märchen. Es folgten Erzählungen wie „Der eine hat Kraft, der andere Verstand“; vom angsteinflößenden, menschenfressenden „Riesen Erkinger“ sowie „Nelferch oder die Kräuterärzte von Midfay“. Stets ging es darum, Angst zu überwinden und zu bekämpfen. Frisch gestärkt ging es nach der Pause mit spannenden Geschichten weiter.   Lautstark wie ein Tiger brüllten die Kinder mit, als die Geschichte vom „Jünglings, dem Drachen und dem Tiger“ folgte. Auch hier zeigte sich, dass man sich nicht davor fürchten muss, wer am lautesten brüllt, sondern dass auch kleine Fünkchen eines Feuers große Angst einflößen können. Zum Schluss wurde die Geschichte vom „Reich des Sonnenkönigs samt Prinzessin und Ritter“ erzählt und abschließend spielte das Querflötenensemble die „Annen-Polka“ von J. Strauß. Nach diesem gelungenen Jubiläums-Märchenabend gingen die Besucher mit einem Lächeln im Gesicht und vielen Eindrücken nach Hause und freuen sich schon heute auf den Weltgeschichtentag 2020.

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