Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.

Volltextsuche

info

29. Kraichtaler Kirchenmusiktage gehen zu Ende

Wie in den Vorjahren präsentierten die 29. Kraichtaler Kirchenmusiktage neben einem festlichen ökumenischen Chorgottesdienst ein Programm, das die große Vielfalt der kirchenmusikalischen Ausdrucksformen widerspiegelt.

Gospels unterm Sternenhimmel

„Golden Harps“ begeisterte in der Martinskirche Münzesheim
„Golden Harps“ unter einem glitzernden Sternenhimmel, das war wohl der Höhepunkt der diesjährigen Kraichtaler Kirchenmusiktage. Am Samstag, 5. Mai, sang der Gospelchor „Golden Harps“ aus Lahr, Leitung Friedhelm Matter, unter dem Sternenhimmel des Altarraumes in der Münzesheimer Martinskirche moderne und traditionelle Songs sowie Teile des neuen Gospel-Musicals „Messiah“ des Oslo Gospel Choir. Es war ein „rundes“ Konzert mit einer in sich geschlossenen Dramaturgie. „Es war Musik, die von Herzen kam und zu Herzen ging“, sagte Pfarrer Erwin Winter zusammenfassend. „Lieder, die Herzen berührten.“ Der Chor präsentierte die Songs in bester Gospelmanier mit ausdrucksstarken Solisten im harmonischen Zusammenklang mit dem mehrstimmigen Chor. Die einzelnen Lieder waren abwechslungsreich arrangiert und von einer Band begleitet in der Besetzung Solo- und Bassgitarre, Keyboard und Piano sowie Schlagzeug und Percussion, die sehr kreativ die Bandbegleitung bereicherte. A-capella-Passagen ließen aufhorchen und rückten den Chorgesang in den Mittelpunkt. In seiner Klangvielfalt war jeder einzelne Song ein besonderes Hörerlebnis.  
Mit der gesungenen Aufforderung, die Lasten des Tages erst einmal abzulegen („Lay your burden down“) und sich einzulassen auf die Stimmung in der Kirche und das Lob Gottes, begann der Chor sein Konzert. Traditionelle Songs und moderne Lobpreislieder folgten. Eine ruhige Anbetungshymne leitete dann über zu dem genannten Musical „Messiah“, mit dem der Chor das Leben Jesu beschrieb. Schwungvolle rhythmusbetonte Songs wechselten mit ruhigen und balladenartigen Stücken. Mit einem schwungvollen Sambarhythmus nahmen sie die Zuhörer mit auf die Hochzeit zu Kana, wo Jesus sein erstes Wunder getan hatte: „Can‘t get it out of my mind - Ich kapier‘s nicht: Jesus verwandelt Wasser in Wein.“ Es folgten weitere Songs, die in verschiedenen Tempi und Rhythmen Begebenheiten mit Jesus erzählten: Triumphal der Einzug Jesu in Jerusalem, düster der Verrat des Petrus und kraftvoll mit vier Solisten die Kreuzigung. Ein helles „Early in the Morning“ beschrieb die Auferstehung und strahlende Freude prägte den Song, der vom Aufbruch der Jünger erzählte nach Christi Himmelfahrt und der Gabe des Heiligen Geistes an Pfingsten. Mit einem hoffnungsvollen „Shine your light“, gemeinsam gesungen mit den Zuhörern, verließ der Chor die Bühne und den Kirchenraum unter kräftigem und lang anhaltendem Applaus. „Golden Harps“ hatte ein mitreißendes Konzert geboten, das durchaus noch mehr Zuhörer hätte vertragen können.

Ökumenischer Chorgottesdienst

„Jede wahr und tief empfundene Musik, ob profan oder kirchlich, wandelt auf jenen Höhen, wo Kunst und Religion sich jederzeit begegnen können.“ Mit diesem Zitat Albert Schweitzers begrüßte Pfarrerin Nuss die Gemeinde am Sonntag Kantate („Singet“) in der evangelischen Kirche Menzingen, darunter Sängerinnen und Sänger der katholischen und evangelischen Kirchenchöre aus Kraichtal. Im zweijährigen Rhythmus finden im Rahmen der Kraichtaler Kirchenmusiktage diese Chorgottesdienste unter der Leitung von Ilse Heizmann-Ernst statt. Und es gab wohl keinen, der die Musik an diesem Sonntagmorgen nicht wahr und tief empfunden hätte - beide, die Chorsänger und die Gottesdienstbesucher. Nach barocken Klängen zur Begrüßung, interpretiert durch ein Blechbläserquartett mit Dagmar Appenzeller, Ute und Matthias Gromer sowie Joachim Osswald, begann der Chor mit „Lobsinget Gott, dem Herrn“, eigentlich der Schlusschor aus Camillle Saint-Saens Weihnachtsoratorium, gleich mit gewaltigen Klängen. Nach dem Eingangspsalm folgte ein Kyrie und Gloria aus der „Missa Brevis“ von Jacob de Haan, gemeinsam mit den Bläsern und Johannes Merkle am E-Piano. Die Menzinger Kirche war angefüllt mit diesen melodischen, bombastischen Klängen, die zugleich weich und voller Tiefe waren. In ihrer Predigt über Verse aus dem 12. Kapitel des Buchs Jesaja lud Pfarrerin Nuß die Gemeinde dazu ein, immer wieder dem Augenschein entgegenzusingen, auch in Zeiten, in denen man verstummt und tonlos ist. So wie Jesaja dem Volk Israel Hoffnung zusprach in Zeiten, in denen keinerlei Anlass zur Hoffnung bestand. Noch zweimal war der große Kraichtaler Kirchenchor nach der Predigt zu hören, zuletzt mit einer Vertonung zu „Herr deine Güte reicht so weit“, bevor die Blechbläser mit fetzigen, beschwingten Klängen den musikalischen Schlusspunkt setzten.

„Miracle Marimba“ Eröffungskonzert in Oberacker

Zur Eröffnung der 29. Kraichtaler Kirchenmusiktage in der kleinen evangelischen Kirche in Oberacker hatten sich die Veranstalter etwas ganz besonderes einfallen lassen. So hatten sie mit der Japanerin Fumiko Nomura und dem Saarländer Raphael Nick ein Duo eingeladen, das den Gästen an zwei großen Marimbas eine sehr selten zu hörende, unglaubliche Klangwelt eröffnen sollte. Bürgermeister Ulrich Hintermayer konnte zur Eröffnung dieser renommierten Konzertreihe zahl-reiche Besucher begrüßen, von denen viele auch selber aktiv in der Welt der Musik unterwegs sind. Und er hatte nicht zu viel versprochen, wenn er vom Genuss neuer zu erlebender Klänge sprach. Die beiden Solisten, die unter anderem beide an der Berliner Universität der Künste studierten und mit Auszeichnung abgeschlossen haben, sammelten, obwohl noch jung an Jahren, bereits große Erfahrung an ihren diversen Schlaginstrumenten in verschiedenen renommierten Orches-tern, wo sie sich teilweise auch als Solisten auszeichnen können. Mit ihrem Duo-Programm „Miracle Marimba“, das sie in Oberacker aufführten, entführten sie die Zuhörer in die spezielle Klangfarbe ihrer besonderen Instrumente. Marimbas, auch als Marimbaphone genannt, sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt und stammen ursprünglich aus Afrika, wo sie auch heute noch in der traditionellen Musik in verschieden Typen und Ausprägungen gespielt werden. Stark verbreitet sind sie heute noch in Südamerika, in Guatemala ist die Marimba gar das Nationalinstrument. Auch dort sind in der Musiktradition ihre afrikanischen Wurzeln stets präsent. Allerdings hatten sich die beiden Künstler keine für dieses Instrument typische Musik ausgesucht, sondern präsentiertem dem Publikum ein Programm von Barock über den Impressionismus hin bis zur zeitgenössischen Moderne. Dabei stand der barocke Teil ganz im Zeichen Bachs, der mit Transkriptionen seines Italienischen Konzertes in F-Dur, ursprünglich für Cembalo komponiert, Teilen der Goldberg-Variationen und einer Chaconne aus der Partita Nr 2 in d-moll vertreten war. Übernahm bei erstgenannten Fumiko Nomura den Solopart und Raphael Nick quasi die Begleitung, bei dem beide rhythmisch fein abgestuft, sehr dynamisch akzentuiert und musikalisch intensiv interpretierten, konnte Raphael Nick bei der Chaconne als Solist sein ganzes Können beweisen und die technischen Feinheiten des anspruchsvollen Werkes souverän meistern. Dazwischen gab es perlende Klangkaskaden und schwindelerregend schnelle Läufe auf den manchmal exotisch klingenden Instrumenten bei zwei technisch sehr anspruchsvollen Stücken aus der „Childrens´s Corner von Claude Debussy, ursprünglich für Klavier komponiert, aber so überzeugend und selbstverständlich dargeboten, dass man den Eindruck gewann, es sei für dieses Instrument geschrieben. Zum Abschluss des Konzertes boten die beiden mit dem Atom Hearts Club Duo ein stark von Pop und Rock beeinflusstes Stück des zeitgenössischen japanischen Komponisten Takashi Yoshimatsu, ursprünglich 1999 für zwei Gitarren geschrieben, aber auch in der Bearbeitung für die Marimbas wunderbar geeignet, da die gesamte Klangvielfalt der Instrumente wunderbar zur Geltung kam und die Musiker es mit intensiver Dynamik und rhythmischer Intensität spielten. So kamen sie dann auch nicht um zwei Zugaben herum, bei denen sie zum Schluss nach einem Intermezzo aus der Oper „Cavalleria Rusticana“ wieder auf einen Bach zurückgriffen.

Kontakt

Stadt Kraichtal
Rathausstraße 30
76703 Kraichtal-Münzesheim
07250 77-0
07250 77-75
E-Mail schreiben

Kontakte Stadtmarketing

Stadt Kraichtal
Stadtmarketing

Rathausstraße 30
76703 Kraichtal
07250 77-44
07250 77-6644
kultur(@)kraichtal.de