Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.

Volltextsuche

Weihnachts- und Neujahrsgrüße des Bürgermeisters

Zeit schenken
Wenn uns bewusst wird,
dass die Zeit, die wir uns für einen anderen Menschen nehmen,
das Kostbarste ist, was wir schenken können,
haben wir den Sinn der Weihnacht verstanden.
(© Roswitha Bloch)

Weihnachten,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ist, wenn wir es recht betrachten, auch immer eine sehr gegensätzliche Zeit.

Dieses Wechselbad der Eindrücke und Gefühle verstärkt sich in unseren Tagen, so meine ich, immer mehr. Wir erleben eine Zeit, in der die Nächte am längsten und die Tage im Jahr am kürzesten sind. Eine Zeit, in der wir uns deshalb hinwenden zum Licht, zu seiner Wärme und seinem Glanz. Vor allem deshalb hat unser Christbaum Hochkonjunktur in dieser Zeit und ist untrennbar mit diesen Tagen verbunden. Wir suchen die Häuslichkeit, die Geborgenheit und die Stille - nicht nur wegen der kalten Temperaturen. Unter vielen Christbäumen findet sich deshalb eine Weihnachtskrippe, die uns dieses Gefühl und die frohe weihnachtliche Botschaft vermittelt und näher bringt. Die Stunden der Ruhe und Besinnlichkeit in einer solchen Umgebung müssen wir uns allerdings Jahr für Jahr teuer erkaufen, denn die turbulente Vorweihnacht, die nach meinem Eindruck immer länger wird, fordert ihren Tribut.
Die Wochen davor stehen unter dem Vorzeichen der Betriebsamkeit und des Kommerzes. In den Büros, Firmen und Fabriken wird fieberhaft auf Weihnachten und den Jahresabschluss hin gearbeitet. Die Einkaufsstraßen und Weihnachtsmärkte in unseren Städten und Gemeinden brechen schier unter ihrem Gepränge und ihrem Schmuck zusammen. Das Spannungsfeld, das wir so erleben, hat bestimmt auch seine Berechtigung, und es ist verständlich und auch richtig, wenn man zum Ende eines Jahreslaufs Bilanz ziehen und Rückschau halten möchte. Es ist auch klug und zukunftsweisend, wenn man sich zu solcher Zeit über sein Soll und Haben, und zwar nicht nur auf dem Konto, im Klaren wird.
„Bilanz ziehen“, den städtischen Haushalt „auf gesunde Füße stellen“ - diese Schlagworte haben die Verantwortlichen der Stadt Kraichtal und unsere Mitglieder des Gemeinderates das ganze Jahr über begleitet. „Haushaltskonsolidierung“: Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass es bei allem „Sparwillen“ auch gilt, Ihnen, werte Bürgerinnen und Bürger, ein attraktives und zeitgemäßes Wohnen und Leben bei uns in Kraichtal zu ermöglichen. Gleichzeitig haben wir notwendig gewordene und kostenintensive Großprojekte wie beispielsweise den Neubau der Gemeinschaftsschule Kraichtal oder etwa die Errichtung eines Trinkwasserhochbehälters in Oberacker fortzuführen. Doch nicht nur im Baubereich sind wichtige Aufgaben zu stemmen; dies gilt nicht minder für das Themenfeld Stadtentwicklung.
Bei aller „Geschäftigkeit“ und unserer tagtäglichen Verpflichtung, die wir Ihnen, liebe Kraichtalerinnen und Kraichtaler, als Verantwortliche und Mitarbeiter der Stadt Kraichtal gegenüber haben, stelle ich mir gerade zur Weihnachtszeit immer wieder die Frage, an was es uns eigentlich am meisten fehlt. Dann komme ich zur Erkenntnis, dass es selten allein finanzielle Nöte sind, die uns umtreiben, sondern vielmehr die mangelnde Zeit. Ist es nicht so, dass es uns allen in erster Linie an Zeit für den anderen, für unseren Nächsten fehlt? Da sollten wir meiner Ansicht nach einhaken. Warum schenken wir dieses Weihnachten nicht einfach mal ganz bewusst von unserer Zeit? Molière hat gesagt, dass wir nicht nur verantwortlich sind für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. Zeit finden, Geduld zum Zuhören haben - das ist der eigentliche Mangel in unserer auf Effizienz getrimmten Hightechwelt. Das sind zwischenzeitlich Kostbarkeiten geworden, die wirklich rar sind. Materielles haben wir doch alle genug! Ich wünsche mir, dass wir mit dieser vielleicht etwas neuen und anderen Sicht der Dinge das diesjährige Weihnachtsfest in unseren Blick nehmen und den Beschenkten – wer auch immer das ist – Freude bereiten, in dreifacher Hinsicht: in der Erwartung, als Erlebnis und in der Erinnerung.

Mit dieser Perspektive wollen wir feiern: um Gottes Willen - wie Martin Luther einst trefflich sagte. Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachten, verbunden mit allen guten Wünschen auch für das neue Jahr 2019.

Ihr Bürgermeister

Ulrich Hintermayer

Kontakt

Stadt Kraichtal
Rathausstraße 30
76703 Kraichtal-Münzesheim
07250 77-0
07250 77-75
E-Mail schreiben