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Sonder-Führungen zur „Reformation im Kraichgau“ und zu Karl Hubbuch lockten unzählige Besucher nach Gochsheim

„Volles Haus“ im Graf-Eberstein-Schloss Gochsheim am 19. März
Schon der Gottesdienst in der St. Martinskirche am Vormittag (Pfarrer Thümmel predigte über die Reformation) und die anschließenden Führungen im benachbarten Graf-Eberstein-Schloss waren sehr gut besucht. Umso mehr freute sich Bürgermeister Ulrich Hintermayer am Nachmittag zahlreiche Stadträte, Kunstinteressierte, Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins, Bekannte, Verwandte und Freunde Karl Hubbuchs sowie den Ehrenbürger der Stadt Kraichtal und Bürgermeister a. D. Berthold Zimmermann und den ehemaligen MdL Franz Wieser in den Museumsräumlichkeiten zu begrüßen. Hintermayer entschuldigte gesundheitsbedingt Hubbuchs Tochter Myriam aus Freiburg, die gerne an der feierlichen Eröffnung des vierten Hubbuch-Raumes der Kunstebene des Schlosses teilgenommen hätte. Er erläuterte kurz, wie es zur Schenkung der sehr persönlichen Gegenstände des Karlsruher Künstlers kam und zeigte sich erfreut über die gute Umsetzung des erweiterten Angebotes durch Kunsthistorikerin Eva Wick. Franz Wieser, ein weitläufiger Verwandter Hubbuchs, erzählte von gleich mehreren Besuchen in Freiburg, gemeinsam mit dem Kraichtaler Stadtoberhaupt und deren „jetzt sichtbarem Erfolg“. Er freute sich, dass der „große Sohn der Stadt, jetzt hier auch eine Heimstadt gefunden hat“. „Hubbuch war nicht nur Künstler, sondern stets ein Kämpfer für Menschenwürde und Demokratie, so der Baden-Badener Politiker. Im Anschluss schilderte Kunsthistorikerin Eva Wick, wie sie „mit viel Freude die  ‚Schätze‘ aus den Kisten geholt habe“. Typisch für Hubbuch war auch, dass er Werke noch erweiterte, wohlwissend, dass der Betrachter diesen Prozess des „Anstückelns“ vor Augen hat. Sie ging mit den Besuchern auf Entdeckungsreise und durchschritt so, nach und nach alle Räume und Epochen, bis sie im „Hubbuch-Raum 4“ ankam. „Hier hat Hubbuch die bedeuteten Frauen in seinem Leben gezeichnet: Die Mutter Amalie, seine zweite Ehefrau Ellen und seinen ‚Spatz‘ Myriam“. Die großformatige Fotografie Hubbuchs bei der Arbeit wirkt im sehr liebevoll eingerichteten Raum ebenso wie die bunten Kärtchen zum Geburtstag oder Muttertag.
Wer noch mehr über die Reformation und den Kraichgauer Adel erfahren wollte, konnte sich in der St. Martinskirche noch die Grablege der Ebersteiner sowie die interessante Ausstellung „500 Jahre Reformation“ der Briefmarken-Sammlergilde Bruchsal und Umgebung e. V. anschauen. Hier wurde das Thema Reformation philatelistisch aufbereitet. Nahezu einhundert Besucher fanden an diesem durchwachsenen Frühlingssonntag den Weg nach Gochsheim. Ein Dank geht an alle Beteiligten vor und hinter den Kulissen, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben.

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