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Veranstaltungskalender der Kraichtaler Kirchengemeinden

Der Veranstaltungskalender der Kraichtaler Kirchengemeinden steht Ihnen als pdf-Datei zum Herunterladen zur Verfügung.

Reformationsjubiläum 2017: Der Reformator, der längst fällig war. Ein katholischer Versuch, Luther zu verstehen – aus seiner Zeit heraus

Vortragsreihe von Pfarrer i. R. Harald Niedenzu, Elsenz

  • 12. Oktober, 19:30 Uhr, Landshausen, Edith-Stein-Saal: Die Reformation als politisches Ereignis. Wenn aus Idealen Politik wird – und aus einem Reformator ein Realist
  • 19. Oktober, 19:30 Uhr, Landshausen, Edith-Stein-Saal: Die Reformation als Bereicherung. Aus Problemen Ressourcen gewinnen

Herzliche Einladung an Jung und Junggebliebene, evangelisch und katholisch.

Die vier „sola“ von Martin Luther

Predigtreihe mit Kanzeltausch in den evangelischen Kirchen Kraichtals
Sola gratia - Allein die Gnade
So.    15.10.    09:00    Bahnbrücken (Pfr. Stähle)
So.    15.10.    10:15    Gochsheim (Pfr. Stähle)
Solus Christus - Allein Christus
So.    15.10.    10:00    Münzesheim (Pfrin. Nuß)
So.    15.10.    10:00    Oberöwisheim (Pfr. Thümmel)
So.    22.10.    08:50    Menzingen (Pfrin. Nuß)
So.    22.10.    10:00    Oberacker (Pfrin. Nuß )
Sola fide - Allein der Glaube:
So.    22.10.    09:00    Bahnbrücken (Pfr. Thümmel)
So.    22.10.    10:15    Gochsheim (Pfr. Thümmel))
So.    22.10.    10:00    Oberöwisheim (Pfr. Vogel)
Sola scriptura - Allein die Schrift:
So.    15.10.    08:50    Menzingen (Pfr. Vogel)
So.    15.10.    10:00    Oberacker (Pfr. Vogel)
So.    15.10.    10:00    Unteröwisheim (Pfrin. Wennemuth)
So.    22.10.    10:00    Münzesheim (Pfrin. Wennemuth)

28. Kraichtaler Kirchenmusiktage

Eröffnungskonzert „Melanchthon“ in Landshausen
Seit 28 Jahren gibt es die von Ernst Daubenberger gegründeten Kraichtaler Kirchenmusiktage. Und immer gelingt es den Initiatoren, seit langem unter der Leitung von Matthias Gromer, ganz besondere und interessante Konzertprogramme in die Dörfer zu holen. Bürgermeister Ulrich Hintermayer verwies in seiner Begrüßung auf diese lange Tradition und freute sich, dass die Konzertreihe erneut gemeinsam von den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und der Stadt Kraichtal getragen werden - gerade im Jahr des Reformationsjubiläums ein besonderes Zeichen gelebter Ökumene in Kraichtal.
Das Eröffnungskonzert in der schönen Landshausener Kirche stand unter dem Motto „500 Jahre Reformation“. Leider wollten nur wenige Zuhörer die Kompositionen von Felix Mendelssohn-Bartholdy (Bearbeitung Matthias Gromer) und Roman Rothen genießen, diese aber waren, das sei vorweg gesagt, am Ende des Programms restlos begeistert.
Als erstes erklang Introduktion und Finale der Reformationssinfonie von Mendelssohn-Bartholdy in einer Bearbeitung für 12-stimmiges Bläserensemble von Matthias Gromer. Durch Einbeziehung der Hornfamilie, Piccolotrompeten und verschiedener Dämpfer gestaltete er den komplexen Orchestersatz sehr abwechslungsreich und keineswegs immer nur laut. Der Bezirksbläserchor Bretten bewies wieder einmal, dass er nicht zu Unrecht den Badischen Kirchenmusikpreis erhalten hat. Die 17 Bläser unter der umsichtigen Leitung von Matthias Gromer bewältigten nicht nur die hohen technischen Schwierigkeiten scheinbar mühelos, sondern tauchten auch tief in die romantische Tonsprache ein und entwickelten beim grandiosen Schlusschoral „ein feste Burg ist unser Gott“ eine Klangpracht, die einem großen Sinfonieorchester in nichts nachsteht.
Viel intimer ist Roman Rothens Komposition „Melanchthon!“ für Doppelposaunenchor, Orgel, Querflöten und Kontrabass. In die Musik eingebettet finden sich ausführliche, von Dagmar Brade mit geschulter Stimme und mit viel Empathie vorgetragene Textpassagen, zum Teil sehr nachdenkenswerte Gedanken Melanchthons selbst, aber auch seine Biographie. Die Musik dazu ist ausgesprochen abwechslungsreich, teils meditativ mit nur einem Soloinstrument, teils klangprächtig mit zwei Bläserchören, teils auch jazzig improvisierend. Roman Rothen arbeitete virtuos am Kontrabass, seine Frau Ulrike spielte verschiedene Flöten und sang wunderschön mit glasklarer Stimme, Irene Hammer wechselte zwischen Flöten und Orgel hin und her und der Bezirksbläserchor besetzte den großen Chor vor dem Altar und ein Solistenquartett auf der Empore. Insgesamt ganz viel Bewegung und Engagement für die rundum gelungene Interpretation eines hörenswerten Werkes. (Helmut Lang)

Kammerchor brillierte in Menzingen
Der Kammerchor des Helmholtz-Gymnasiums Karlsruhe, der das komplette Programm auswendig präsentierte, brillierte mit einer großen Bandbreite chorischer Meisterwerke klassisch-romantischer, zeitgenössischer, Gospel- und afrikanischer Chormusik.
Die Akustik der Kirche bot beste Voraussetzungen für das hochkarätige Ensemble aus rund 40 jungen Sängerinnen und Sängern, die unter Leitung von Dr. Stephan Aufenanger in allen Belangen überzeugten. Glockenhelle Soprane, bewegliche Altstimmen, sonore Bässe und lichte Tenöre verbanden sich zu einem ebenso homogenen wie kristallinen Chorgewebe mit traumwandlerisch sicherer Intonation.
Glanzvolles Fortissimo und innigstes Pianissimo in „Northern lights“, die lichte Polyphonie in Rheinbergers „Abendlied“ oder die rhythmische Synchronität im Gospel „Didn’t my Lord“ zeigten die meisterliche Beweglichkeit des Ensembles.
Wie verständlich und klar gesungene Chortexte klingen können, bewies Stefan Aufenanger durch eine fein nuancierte Chordynamik und kluge Textdeklamation, ebenso lautrein und natürlich gelang dies auch bei den englischen, französischen und afrikanischen Liedern.
Für das „afrikanische Finale“ schlüpfte der Chor in folkloristische Tracht und zelebrierte geistlich-weltliche Lieder aus der mündlichen Chortradition Namibias und Südafrikas: die hinreißenden polyrhythmischen Gesänge - vom Trommelsound begleitet - und die originelle Choreografie wurden vom Publikum begeistert bejubelt. (Reiner Oberbeck)

Ökumenischer Bläsergottesdienst zum Abschluss der 28. Kraichtaler Kirchenmusiktage
Am vergangenen Sonntag fand in der Unteröwisheimer Kreuzkirche der traditionelle ökumenische Gottesdienst im Rahmen der Kraichtaler Kirchenmusiktage statt, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Bläsermusik. Unter der Leitung von Matthias Gromer musizierten Mitglieder der Kraichtaler Posaunenchöre und der Bezirksbläserchor aus Bretten. Im ökumenischen Geiste teilten sich Pfarrer Stähle von der evangelischen Kirchengemeinde und Pastoralreferent Frank Becker von der katholischen Kirchengemeinde Kraichtal-Elsenz sowohl den liturgischen Verlauf als auch die Predigt. Dass die Musik im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand, konnten die zahlreich erschienenen Besucher aus Kraichtal bereits im Programmheft erkennen. Zahlreiche Lieder waren abgedruckt, die jeweils mit einem musikalischen Vorspiel der Bläser eingeleitet und im weiteren Verlauf im Wechsel mit der kleinen Orgel auch begleitet wurden. Zur Eröffnung erklang die „Fanfare Esprit“ von Douglas Court. Während sich Pastoralreferent Frank Becker dann in seinem Predigtteil auf die Bibelstelle aus 1. Petrus 2 bezog, stand für Pfarrer Stähle das Lied „Jesus Christus herrscht als König“ (EG 123) im Mittelpunkt seiner Predigt. Beide stellten Jesus Christus als Fundament des Hauses Gottes und als Herrscher und Haupt der Gemeinde in den Mittelpunkt. Doch als lebendige Steine wirken die Menschen, die in ihrem Handeln, Beten und Singen die Herrschaft Christi verkünden. Mit dem Bläserstück „Finale der Reformation“, arrangiert von Matthias Gromer, klang ein Gottesdienst aus, der sowohl dem ökumenischen Gedanken als auch seinem musikalischen Anspruch gerecht wurde. Eine kurze Pause im Anschluss an den Gottesdienst bot die Möglichkeit, sich mit einem kleinen Imbiss zu stärken, bevor das „Kleine Konzert“ der Musik-und Kunstschule Kraichtal folgte. In diesem Jahr musizierten ein Flötenchor unter der Leitung von Martina Zoz sowie ein Gitarrenensemble unter der Leitung von Ulrich Meier-Czolk. Auch die Kombination von Flöte und Gitarre mit Michelle Rausch und Katharina Buhr sowie Lara Knell und Barbara Freier erfreuten die interessierten Zuhörer. Es bleibt zu wünschen, dass die Kraichtaler Musiktage weiterhin das kulturelle Angebot in unserer Stadt bereichern.

Die Reformation hat ihre Vorgeschichte

Professor Leppin zeigte Spannungen in der spätmittelalterlichen Gesellschaft  auf
Evangelisches Begegnungshaus Gochsheim: Der Lesepult ist positioniert, das Mikro eingerichtet, der Beamer hochgefahren. Etwas freundlicher Smalltalk im Vorfeld, dann kann es losgehen. Plötzlich gibt es Probleme mit der Powerpoint-Software. Bekommen wir jetzt keine Bilder zu sehen, nur etwas zu Hören, fragt sich der erschrockene Zuhörer? Alle halten etwas inne. Schließlich geht ein entspanntes Aufatmen durch den Raum: Es funktioniert.
Professor Leppin kann seinen Vortrag über die Reformansätze vor der Reformation beginnen. Zu Beginn macht er deutlich, worum es ihm mit seinem Vortrag geht: Er möchte den Entwicklungslinien vor der Reformation nachgehen, nicht nur die Ereignisse einfach aufzählen. Insbesondere ginge es ihm um die Frage: „Wo stellen sich im späten Mittelalter Reibungsflächen dar, aus denen heraus ein Änderungsbedarf entsteht?“ 
Im späten Mittelalter, so Leppin, seien im Wesentlichen drei Spannungen wahrzunehmen, von denen Reformbedarf ausginge. 
1. Einem überkommenen Klerikalismus stünde ein wachsendes Engagement von Laien gegenüber.
2. Einer veräußerlichten Frömmigkeit stehe eine innerliche Suche nach Heil und Erlösung gegenüber.
3. In der Organisationsform der auf die Zentrale in Rom hin ausgerichteten Kirche gäbe es dezentrale Fliehkräfte.
Danach erläuterte Leppin die drei Spannungen im Einzelnen. 
Zu1.) Das  Heilsleben des Menschen sei bestimmt von einer klerikalen Begleitung, die von der Geburt bis zum Tod gehe. Er machte dies an den sechs Sakramenten fest, die ein Mensch im Laufe seines Lebens empfangen könne. Gleichzeitig erläuterte er am Beispiel des Decamerone, dass der Klerus sich im ausgehenden Mittelalter oft nicht so verhalten habe, wie man es von ihm erwartete hätte. Im Decamerone machen sich junge Leute aus Florenz 1348 über den sittlichen Verfall des Klerus lustig.
Demgegenüber habe es Bewegungen aus dem Volk heraus gegeben, die dafür eintraten, zu einer einfacheren, glaubwürdigeren Kirche zurückzukehren. Als Beispiel nannte er Petrus Valdes und Franz von Asissi. Beide lebten einfach, wanderten durch die Gegend und predigten das Evangelium ohne Erlaubnis des Bischofs. Die Laien, damit ist in der Kirche das Volk gemeint, wollten das Schicksal ihrer Kirche selber in die Hand nehmen und eigene Akzente setzen.
Das Engagement der Laien zeige sich besonders in den Städten. Dort habe sich ein bildungsaffines, selbstbewusstes Bürgertum herangebildet, das verstehen wollte, worum es  gehe, betonte Leppin. Diese richteten z. B. eigene so genannte Prädikaturstellen ein, wofür sie einen Prediger anstellten und selbst bezahlten. Im Zentrum dieses Gottesdienstes stand die Predigt, die in deutscher Sprache gehalten wurde. Neben dem Verstehen wollten die Laien auch selbst die Bibel lesen. So entstanden schon im Laufe des 15. Jahrhunderts (wenn auch schwer lesbar) Bibelübersetzungen in deutscher Sprache ehe Luther 1522 auf der Wartburg daranging, seine Übersetzung anzufertigen. Damit brach sich ein neuer Gedanke von Kirche seine Bahn: Wir Laien verstehen, was Jesus Christus von uns will.
Zu 2.: Einer so genannten Zählfrommigkeit, damit meinte Leppin Bußwerke, die durch ihre Vermehrung auch eine Vermehrung göttlicher Gnade zur Folge hätte, wurde zunehmends eine Frömmigkeit der Innerlichkeit gegenübergestellt, die auf Johannes Tauler, einen mittelalterlichen Mystiker, zurückginge. Dies machte er deutlich an der Formulierung Taulers: „Ich bringe meine Sünden vor Gott, da brauche ich nicht zum Beichtvater gehen.“ Damit werde die Zuständigkeit priesterlicher Kompetenz in Frage gestellt.
Zu 3.: Die Stärkung der Kirche mit der Zentrale in Rom sei durch den Bau von St. Peter vorangetrieben worden. Dies gipfle in der These des spanischen Theologen Torquemada, wonach die Kirche ihr eigentliches Wesen im Papst habe.
Demgegenüber gäbe es im ausgehenden Mittelalter verschiedene Entwicklungen, die einer Dezentralisierung der Kirche Vorschub leisteten. Leppin führte als Beispiel die Konzilien an. Das sind Versammlungen der Bischöfe, um Fragen des Glaubens und der Lehre  zu entscheiden. Ein solches Konzil hatte 1414-18 in Konstanz stattgefunden und musste die Einheit der Kirche wiederherstellen, nachdem drei Päpste damals zeitweilig nebeneinander auftragen, die sich und ihre jeweiligen Anhänger gegenseitig exkommuniziert hatten.
Ein weiteres Beispiel für dezentrale Tendenzen in der spätmittelalterlichen Kirche sah Leppin in der Verselbständigung der Kirche in Frankreich, wo  sich  König Karl VII. personelle Verfügungsrechte über seine Kirche ausbedungen hatte. In Deutschland bekamen die jeweiligen Territorialfürsten Einflussrechte auf die Kirche auf ihrem Territorium.
Schließlich sei mit dem böhmischen Reformator Jan Hus in Böhmen eine lokale spezifische böhmische Kirche entstanden, wodurch nun in Böhmen zwei Verständnisse von Christentum nebeneinander standen, was von Rom schon 1485 anerkannt worden war. Müssen wir deshalb die „Reformation“ vordatieren?
An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an.

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