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Menzingen

Aus der Geschichte Menzingens

Wappen von Menzingen
Wappen von Menzingen
Jahreszahlen
770 Erste urkundliche Erwähnung im Lorscher Codex. "Menzingen". Der Ortsname ist zu deuten: "Bei den Leuten von Menzo oder Manzo". 
804 Umfangreiche Schenkungen gehen an das Benediktinerkloster Lorsch. Neben Hofgütern werden auch zwei Mühlen erwähnt.
Um 1250  Ravan von Menzingen gelangt (vermutlich durch Heirat) zur Herrschaft. Er wurde zum Stammvater der noch heute hier ansässigen Freiherren von Mentzingen.
1359 Graf Wilhelm von Katzenelnbogen belehnt Eberhard von Mentzingen mit Dorf und "borgen" (2 Burgen).
1372 Syfrit als erster Pfarrer namentlich erwähnt, der die Seelsorge in Menzingen antrat.  
1412 Eine Bronze-Glocke wird am 15. September gegossen, die noch heute zum Geläut der evangelischen Kirche gehört - eine der ältesten Glocken in Baden-Württemberg.
1524 Beschwerdeschrift der Gemeinde gegen Philipp von Mentzingen. In 22 Punkten protestiert die Gemeinde gegen den Verlust alter Rechte. Phillip weist die Klagen zurück.
1525 Der "Kraichgauer Haufen" des Anton Eisenhut verwüstet das Wasserschloss. Zahlreiche Menzinger Bauern waren beteiligt. Erasmus und Peter von Mentzingen berufen Johannes Rudolfi als ersten evangelischen Pfarrer. Ihm folgt 1530 Matthäus Kochhaf aus Ingelfingen, der bis zu seinem Tode 1559 die lutherische Lehre im Ort verkündet. Dessen erster Sohn David Chytraeus war Schüler Philipp Melanchthons und Rektor der Universität Rostock. Der zweite Sohn Nathan wurde Rektor der Lateinschule Bremen.
1546 Peter von Mentzingen erlässt die Dorfordnung, die auch Bestimmungen über Juden enthielt.
1633 - 48  Lehrer Caspar Eulenpertsch berichtet über Hungersnot, Seuchen und Plünderungen als Folge des 30-jährigen Krieges. Bei Kriegsende werden nur noch 15 Untertanen gezählt.
Ab 1650  Einwanderungswelle in den Kraichgau, in Menzingen u. a. aus der Schweiz ("Schweizergasse"). 
1687 Bau einer jüdischen Synagoge.
1792 - 1803  Große Unruhen in der Gemeinde. Neben Frondiensten werden auch die geforderten Kriegsabgaben verweigert.
1803 Ein württembergisches Exekutionskommando pfändet im Februar die außenstehenden Zahlungen. Die Gemeinde unterliegt im "Fronprozess" vor dem Reichskammergericht nach 257 Jahre andauerndem Rechtsstreit.
1806 Menzingen fällt an das Großherzogtum Baden. Bis dahin gehörte der Ort zum schwäbischen Ritterkreis.
1813 Menzingen hat 1232 Einwohner und ist fünftgrößter Ort im Bezirk Bruchsal. 
1846 - 48  Bau der neuen evangelischen Kirche.
1848 Wie auch in anderen ritterschaftlichen Orten gibt es aufgrund der Badischen Revolution Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger und die Grundherrschaft. 
1852 - 60  Starke Auswanderungsbewegung, vor allem in die Vereinigten Staaten.
1870 Bau der neuen Synagoge für die auf über 100 Seelen angewachsene Jüdische Gemeinde.
1880 Eine Telegraphenstation mit Vermittlungsstelle wird errichtet.
1890 / 91 Bau des neuen Schulhauses.
1896 Eröffnung der Bahnlinie Bruchsal-Menzingen am 5. März.
1914 - 18  Menzingen betrauert 71 Gefallene im Ersten Weltkrieg.
1928 Errichtung der Hauswasserversorgung.
1939 - 45 Menzingen betrauert 115 Gefallene im Zweiten Weltkrieg.
1945 Kurz vor Kriegsende wird das Wasserschloss durch Bombenangriff zerstört.
1946 Circa 300 Heimatvertriebene kommen in den Ort. 
1957 Das Rathaus, das durch Luftangriff zerstört wurde, wird neu errichtet.
1996 Erste Fahrt der Stadtbahn durch Kraichtal am 1. September  und damit Anbindung an das Netz des KVV.
2000 - 06 Die Tiefburg-Ruine wird vom Heimat- und Museumsverein Kraichtal notdürftig gesichert.
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