Stadt Kraichtal

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Stadt Kraichtal

Burgen, Ritter und Humanisten

Wappen Kraichtal

Das Graf-Eberstein-Schloss in Gochsheim, die Wasserschlossruine und die Schwanenburg in Menzingen, der ehemalige Pfleghof des Klosters Maulbronn in Unteröwisheim oder das markante Speyerer Amtshaus in Oberöwisheim sind noch heute bedeutende Zeugnisse der Geschichte Kraichtals und seiner neun Stadtteile. Neben diesen herrschaftlichen Gebäuden weisen die Fachwerkhäuser in den Ortskernen auf die Bau- und Wohnkultur der dörflichen Bevölkerung in früheren Jahrhunderten hin - auch wenn sich nicht jeder Bürger ein so prächtiges Haus wie die kürzlich sanierte "Alte Schmiede" in Münzesheim leisten konnte.

Neben Schlössern, Burgen und Amtshäusern sind es historische Persönlichkeiten, die ihre Spuren hinterlassen haben. Zu nennen wäre etwa Peter von Mentzingen, der schon 1525 in seinem Ort die Reformation einführte und 1546 eine beispielhafte Dorfordnung erlassen hat. Der humanistisch geprägte Kraichgauer Ritter förderte auch den Menzinger Pfarrersohn David Kochhaf, der später unter dem Namen Chytraeus Hausschüler bei Philipp Melanchthon in Wittenberg war und in Rostock zu einem der führenden lutherischen Theologen des 16. Jahrhunderts aufgestiegen ist.

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In die gleiche Zeit, aber zu einer ganz anderen Thematik, gehört der Name des Pfaffen Anton Eisenhut. Er versammelte 1525 die Kraichgauer Bauern mit einem flammenden Aufruf in Gochsheim und zog bis nach Sinsheim, um Burgen und Klöster für die Sache der Bauern einzunehmen. Wie im ganzen Reich scheiterte der Bauernkrieg auch im Kraichgau rasch und Eisenhut endete auf dem Schafott. Eher unrühmlich verlief die Amtszeit des aus Unteröwisheim stammenden Johann Entenfuß als Abt des Klosters Maulbronn. Er wurde 1518 entlassen, nachdem er durch seine ehrgeizigen Bauprojekte das Kloster in finanzielle Verlegenheit gebracht hatte.

Im ausgehenden 17. Jahrhundert bestimmte Herzog Friedrich August von Württemberg-Neuenstadt die Geschicke Gochsheims, nachdem er die "letzte Rose von Eberstein" geheiratet hatte. Nach der völligen Zerstörung Gochsheims 1689 organisierte Friedrich August den Wiederaufbau von Schloß und St. Martin-Kirche, die 1704 feierlich eingeweiht wurde. Nicht zuletzt wegen der Kränklichkeit des Herzogenpaares selbst wurde in dieser Zeit die heute noch bestehende Stadtapotheke gegründet - eine der ersten in unserem Raum.

Jahreszahlen

1. September 1971 Bildung der Stadt Kraichtal aus den Städten Gochsheim und Unteröwisheim sowie den Gemeinden Bahnbrücken, Landshausen, Menzingen, Münzesheim, Neuenbürg, Oberacker und Oberöwisheim.
24.10.1971 Bei der ersten Gemeinderatswahl erhält die CDU 19 und die SPD 5 Sitze.
12.12.1971 Berthold Zimmermann wird zum Bürgermeister der neu gebildeten Stadt gewählt.
1973 Aus den bisherigen Kreisen Bruchsal und Karlsruhe entsteht der Landkreis Karlsruhe.
März 1973 Vorstellung des neuen Stadtwappens mit Reichsadler und neunblättriger „Ebersteiner Rose“.
Juni 1973 In Münzesheim wird das Therapiezentrum für suchtkranke Männer eröffnet.
1974 Bildung der Freiwilligen Feuerwehr Kraichtal, die neun Abteilungswehren bleiben erhalten.
Mai 75 Bei einem „Tag der offenen Tür“ wird erstmals das Heimatmuseum im Schloss Gochsheim geöffnet. Dabei werden zahlreiche Leihgaben aus der Bevölkerung präsentiert.
1976 Bau des zentralen Rathauses der Stadt in Münzesheim. 
20.05.1976 Grundsteinlegung
18.05.1977 Einweihung
11.09.1978 Die zentrale Kläranlage für die Stadt geht in Unteröwisheim in Betrieb.
09.12.1979 Berthold Zimmermann wird bei der Bürgermeisterwahl in seinem Amt bestätigt.
09.06.1985 Eröffnung der Fachklinik für suchtkranke Frauen in Oberacker.
November 1987 Kraichtal tritt der Jugendmusik- und Kunstschule Bruchsal bei.
13.12.1987 Horst Kochendörfer wird zum zweiten Bürgermeister der Stadt gewählt.
13.02.1988 Bei einem Festakt wird die 16-jährige Amtszeit von Berthold Zimmermann gewürdigt. Er hatte bei der letzten Wahl nicht mehr kandidiert.
05.03.1989 Der Brand des Unteröwisheimer Schlosses verursacht Schäden in Millionenhöhe.
02.06.1989 Gründung des Heimat- und Museumsvereins Kraichtal.
22.10.1989 Gemeinderatswahlen - Sitzverteilung: CDU 15, SPD 14, Grüne 1.
1990 - 1992 Verkabelung der Stadt und Verlegung von Gasleitungen.
1991 Die DB-Neubaustrecke Mannheim-Stuttgart wird in Betrieb genommen.
1993 David-Chytraeus-Ausstellung in Menzingen.
1995 Bürgermeister Horst Kochendörfer wird in seinem Amt bestätigt.
1996 Das 25-jährige Bestehen der Stadt und die Eröffnung der Stadtbahnstrecke Karlsruhe-Menzingen werden mit einem großen Fest gefeiert.
2004 Der Tod von Bürgermeister Horst Kochendörfer löst tiefe Trauer aus.
2005 Ulrich Hintermayer wird zum dritten Bürgermeister der Stadt gewählt.
2008 Neubau der Menzinger Mehrzweckhalle wird feierlich eingeweiht.
2010 Freude in Bahnbrücken: der Stadtteil bekommt seine Mehrzweckhalle.
2013 Ulrich Hintermayer wird als Bürgermeister der Stadt wiedergewählt.