Stadt Kraichtal

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„Zeit der Begegnung“

Liebenzeller Gemeinschaft lädt Bewohner der GU ein in ihr Gemeindezentrum
Sich zwanglos begegnen, Kicker oder Billard spielen, sich bei kleinen Snacks und Getränken unterhalten, dazu hatte die Liebenzeller Gemeinschaft am 4. Juni Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft (GU) eingeladen in ihre Jugendräume in der Hildastraße 32. Mit Plakaten hatte man schon frühzeitig darauf hingewiesen und zum Termin die Bewohner persönlich abgeholt. Es war eine fröhliche Runde, die sich an diesem Abend bei den „Liebenzellern“ traf. Die „Zeit der Begegnung“, wie der Abend hieß, wurde gut genutzt, um neue Leute kennen zu lernen oder bestehende Beziehungen zu festigen. „Wir waren sehr erfreut über die gute Resonanz, die das Angebot hatte“, sagte Ruth Schlecht aus dem Gastgeberteam.
Als weitere Termine stehen bereits fest: Samstag, 2. Juli, 30. Juli und 27. August.
Alle Kraichtaler sind eingeladen, diese Möglichkeit des direkten Kontaktes mit den Bewohnern der GU zu nutzen.

Arbeitskreise Anschlussunterbringung für Münzesheim und Menzingen anvisiert

Wie in den vergangenen Monaten im Mitteilungsblatt berichtet, sind derzeit zwei Wohngebäude in der Vorbereitung zur Unterbringung von Flüchtlingen bzw. Asylsuchenden. In Münzesheim ist das Gebäude Johann-Kepler-Straße 2 für die vorgezogene Anschlussunterbringung und anschließende kommunale Anschlussunterbringung bzw. in Menzingen das Gebäude Mittelstraße 34 für die kommunale Anschlussunterbringung in der Mache. Die vorbereitenden Arbeiten in den Unterkünften werden zeitnah abgeschlossen sein und die Belegung in Kürze erfolgen. Die Erstbelegung in Münzesheim erfolgt federführend über das Landratsamt Karlsruhe. Die Einrichtung ist der Gemeinschaftsunterkunft in Münzesheim zugeordnet. In Menzingen erfolgen Belegung und Betreuung direkt durch die Stadtverwaltung.
Um den Neuankömmlingen, welche nach Kraichtal kommen bzw. aus den hiesigen Gemeinschaftsunterkünften verlegt werden, die Integration vor Ort zu erleichtern, möchte die Stadtverwaltung nach dem erfolgreichen Modell des Arbeitskreises AU-Oberöwisheim weitere örtliche Helferkreise initiieren. Der bestehende Helferkreis in Oberöwisheim hat sich im vergangenen Jahr auf Initiative der Verwaltung rechtzeitig zur Belegung der Objekte in der Bachstraße u. a. aus kirchlichen Vertretern, ortsansässigen Vereinen und Privatpersonen zusammengeschlossen. Ziel ist es, die neuen Einwohner willkommen zu heißen sowie eine örtliche Orientierung und dauerhafte Begleitung der Personen zu organisieren. Der Helferkreis trifft sich regelmäßig zum Austausch, organisiert konkrete Vorhaben etc. Der Arbeitskreis wird durch die Stadtverwaltung, insbesondere die Gemeindesozialarbeiterin, begleitet und somit Haupt- und Ehrenamt verzahnt. Der Wert entsprechender Initiativen, das ehrenamtliche Engagement, kann nicht hoch genug geschätzt werden, denn Integration beginnt vor Ort „in der Nachbarschaft“.
Wir laden daher alle interessierten Helferinnen und Helfer am

Donnerstag, 7. Juli, 18 Uhr, in den großen Sitzungssaal des Rathauses in Münzesheim


ein. Bei Interesse melden Sie sich gerne vorab beim Ordnungsamt (Frau Daubmann, Tel. 07250 77-27 oder Herrn Kurz, Tel. 07250 77-23).

„Kraichtal hilft e. V.“ braucht Ihre Hilfe

Für die Gemeinschaftsunterkunft in Münzesheim werden Gartenmöbel gesucht
Wichtig sind Sitzmöbel und für den hoffentlich bald kommenden Sommer Sonnenschirme oder anderer Sonnenschutz.
Die Möbel können nach Anmeldung bei Frau Eisele (Tel. 0151 54676500) direkt an der GU abgegeben werden.

„Mordsdelikatessen“ ergaben eine „Mordsspende“

Benefizlesung mit Bianca Heidelberg und Björn Sünder für „Kraichtal hilft“
„Mordsdelikatessen“ servierte das Autorenduo Björn Sünder aus Neckarwestheim und Bianca Heidelberg aus Menzingen bei einer Benefizlesung für den Verein „Kraichtal hilft“. Daraus wurde dann eine „Mordsspende“ von 400 €, die Bianca Heidelberg mit einem symbolischen Scheck überreichte. Mit Freude nahm Melo Danze, Vorsitzender des Vereins, die Spende im depot 25 in Menzingen entgegen. „Bei unserer Vereinsarbeit mit den Flüchtlingen und Asylsuchenden in Kraichtal fallen immer wieder auch unvorhergesehene Kosten an und wir sind froh, wenn wir genügend in der Kasse haben, um diese decken zu können“, sagte Danze. Der erfreuliche Betrag kam aus verschiedenen Quellen zusammen: Das waren der Honorarverzicht der beiden Autoren, die Gewinnspanne aus dem Buchverkauf der Buchhandlung Wolf in Bruchsal an diesem Abend, Erlöse aus dem „Mordsmenü“ von Sabria Basar, Gaststätte Blau-Weiß Menzingen und noch einige Einzelspenden der Gäste. Die Gäste hatten einen vergnüglichen Abend erlebt mit einem sehr schmackhaften Menü im Foyer der Mehrzweckhalle in Menzingen. Den einen oder die andere mag es geschaudert haben angesichts der Mordfälle, die die beiden Autoren eindrucksvoll aus ihrem Buch vorlasen. Die Beteiligten waren sich einig, dass die Benefizlesung eine gelungene Veranstaltung war an einem dafür sehr geeigneten Ort, die eine gute Resonanz hatte und deshalb durchaus Wiederholung finden kann.

Viele haben sich um die Spende für „Kraichtal hilft“ bemüht, so u. a. die Autorin Bianca Heidelberg (2.v.l.) Sabria Basar von der Vereinsgaststätte Blau-Weiß Menzingen (hinter dem Scheck) und die Buchhändlerin Carolin Wolf (ganz rechts).
Spendenübergabe

Informationsveranstaltungen zum Thema „Leistungen der Grundsicherung nach dem SGB II für anerkannte Asylbewerber/innen

Das Jobcenter Karlsruhe bietet zwei Informationsveranstaltungen für Bürger/innen an, die sich um die Belange von Asyl- und Schutzsuchenden kümmern.
Themen sind unter anderem: Wann wird das Jobcenter für Flüchtlinge zuständig? Wer erhält Leistungen? Wie läuft die Anmeldung und Antragsstellung beim Jobcenter? Welche Leistungen zur beruflichen Eingliederung für Migranten und Migrantinnen übernimmt das Jobcenter?
Die Veranstaltungen finden statt:
•    in Bruchsal am Donnerstag, 30. Juni, 18 Uhr, im Jobcenter Bruchsal, Am alten Güterbahnhof 9, Cafeteria im 4. OG, 76646 Bruchsal
•    in Karlsruhe am Donnerstag, 7. Juli, 18 Uhr, in der Agentur für Arbeit Karlsruhe, Brauerstr. 10, Besprechungsraum  R 113, 76135 Karlsruhe
Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Asylbewerber schneiden Obstbäume

Wie ergeht es einem Menschen, der auf seine Anerkennung als Asylant hofft und ansonsten zum Nichtstun verdammt ist? Langeweile ist Alltag.
Da liegt es nahe, sich einmal auszuarbeiten, um auf andere Gedanken zu kommen und gleichzeitig etwas für die hiesige Region zu tun. Ein Auslichtungsschnitt von Obstbäumen ist dazu die passende Gelegenheit - in diesem Fall auf einem Grundstück der Stadt Kraichtal.  
Am Samstag, 23. April, waren sieben syrische Asylbewerber mit den Obstexperten Wolfgang Bauer und Ute Ellwein in Menzingen unterwegs. Zu Beginn erklärte Wolfgang Bauer den Helfern, warum und wie Obstbäume geschnitten werden. Einer von ihnen hat selbst einen Betrieb in Syrien. Er hatte seine Landsleute zu dieser Aktion motiviert und alles in ihre Muttersprache übersetzt - eine ideale Voraussetzung für diese Aktion! Ziel dabei war es, mehr Licht in die Kronen der Obstbäume zu bekommen und ihre Vitalität dadurch zu verbessern.
Um möglichst vom Boden arbeiten zu können und Leitern zu vermeiden, wurden langstielige „Hochentaster“ genutzt. Trotz Regen und Kälte hat es allen Spaß gemacht. Einer sagte, dass er sich wie zu guten Zeiten in Syrien gefühlt habe. Auch andere wollen wieder mitmachen, wenn weitere Arbeiten anstehen. Nützlich zu sein und helfen zu können, war für beide Seiten eine gute Sache.

Obstbaumschnitt

Ein Baum als Zeichen der Freundschaft

CVJMler und GU-Bewohner pflanzten gemeinsam Hecke, Sträucher und einen Baum
Gemeinsam etwas Bleibendes schaffen, verbindet. Das dachten sich die Verantwortlichen im CVJM Münzesheim und luden Bewohner aus der Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Münzesheim ein, bei einer Pflanzaktion auf dem CVJM-Gelände zu helfen. Durch das Café international, das zweimal in der Woche im CVJM-Jugendhaus stattfindet, sind bereits engere Kontakte zu den Bewohnern der GU entstanden. So waren drei der treuesten Besucher des Cafés spontan bereit mitzumachen; einer davon sogar mit Gärtner-Erfahrung und deshalb vertraut mit dem Pflanzen von Bäumen und Sträuchern. Genau das, was man an diesem Samstagvormittag vorhatte. So konnte man mit fachmännischer Begleitung tätig werden und schaffte bei dieser Aktion allerhand: eine Hainbuchenhecke pflanzen sowie einige Sträucher, die farbenprächtige Blüten haben werden und einen hohen Baum - wie als Symbol für eine junge Freundschaft zwischen CVJMlern und Flüchtlingen, die weiter gedeihen, wachsen und blühen soll. Jeder, der jetzt am CVJM-Jugendhaus in Münzesheim vorbeigeht oder zum Café international kommt, wird dieses Zeichen sehen können.

CVJMler pflanzen zusammen mit drei Bewohnern der GU (Bildmitte) einen Baum.
Baum als Zeichen der Freundschaft

Kraichtal hilft e. V. sucht weitere Helfer für die Flüchtlingsbetreuung

Für die Betreuung der hilfesuchenden Menschen sucht der Verein „Kraichtal Hilft e. V.“ weitere Helfer. Mitbürger, die an der Flüchtlingsarbeit interessiert sind, können sich unter www.kraichtal-hilft.de näher zu diesem Thema informieren oder mit dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Melo Danze, Kontakt aufnehmen unter der Telefonnummer 07250 927458 oder Mobil unter 0171 7795524.

Anschlussunterbringung Münzesheim

Die geplante Belegung eines Mehrparteienhauses in der Johann-Kepler-Straße in Münzesheim im Rahmen der Anschlussunterbringung verzögert sich aufgrund noch notwendiger Bautätigkeiten durch den Eigentümer. Nach aktuellem Stand wird die Belegung nicht wie geplant im Laufe des Mai erfolgen, sondern zu Beginn des Monats Juli.
Die Initiierung eines stadtteilbezogenen Arbeitskreises Anschlussunterbringung Münzesheim wird entsprechend im Laufe des Juni neu angesetzt. Auskunft dazu erhalten Sie gerne beim Ordnungsamt, Gemeindesozialarbeiterin Ina Daubmann, Tel. 07250 77-27, E-Mail i.daubmann@kraichtal.de

Fortbildung für Kraichtaler Helfer

Begleitung traumatisierter Menschen
Was kann die Begleitung von traumatisierten Menschen unterstützen? Dieser Frage widmete sich eine Fortbildungsveranstaltung zu der der Verein ‚Kraichtal hilft’ ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit und alle Interessierten eingeladen hatte. Knapp 30 Besucher fanden sich dazu am 17. März im Franziskussaal der katholischen Kirche Münzesheim zusammen, um einem Vortrag der Fachreferentin Frau Ulrike Fank-Klett zu folgen. Frau Fank-Klett, gelernte Krankenschwester und Heilpraktikerin, hat sich mit der Methode „Somatic Experiencing® (SE)“ auf die Behandlung traumatisierter Menschen spezialisiert.
Entstehung und Auswirkungen von Traumata
Nach einer kurzen Begrüßung durch Tobias Stefaniak, den 2. Vorsitzenden des Vereins, referierte Frau Fank-Klett informativ und sachkundig über die Entstehung von Traumata, die körperlichen und seelischen Auswirkungen auf Betroffene, therapeutisches Arbeiten sowie - besonders wichtig für alle ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätigen Helfer - eine mögliche unterstützende Begleitung von traumatisierten Menschen. Die Teilnehmer erfuhren, dass ein Trauma keine Krankheit, sondern eine Verletzung ist. (Lebens-)bedrohliche oder schockartige Erlebnisse können körperliche und/oder seelische Beschwerden hervorrufen. Das Nervensystem speichert diesen Schock, sofern der Verarbeitungsprozess noch nicht stattfinden konnte. Dies kann Betroffene schwer belasten, oft über viele Jahre.
Ziel der Traumabewältigung
Ziel einer Traumabewältigung ist es, die gebundene (Notfall-)Energie abzubauen, den Zugang zu gesunden und heilen Bereichen zu öffnen, Stärken und Kraftquellen zu erkennen und zu entwickeln. Eine wirkungsvolle Traumaarbeit kann häufig nur mit professioneller Unterstützung durch einen erfahrenen, ausgebildeten Therapeuten erfolgen.
Grenzen und Möglichkeiten ehrenamtlicher Hilfe
Bei aller Empathie und Hilfsbereitschaft hat hier die ehrenamtliche Begleitung ihre Grenzen. Wie also kann eine unterstützende Begleitung durch die freiwilligen Helfer aussehen? Sie können in Alltagsfragen helfen, Sicherheit, Geduld und ein Willkommensgefühl zu vermitteln. Verständnis zeigen, Ermutigung zusprechen und die Hoffnung vermitteln, dass sich belastende Gefühle wie Verzweiflung, Angst, Trauer, Schmerz wieder verändern können - auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt. Begleitende können den Blick auf die Kräfte lenken, die das Überleben gesichert haben: „Was hat Ihnen Kraft und Halt für diesen schweren Weg gegeben? Wie haben Sie es geschafft, durchzuhalten?“ Religion, Kultur und der Kontakt zu Familie und Freunden können wertvolle Kraftquellen in der Verarbeitung von Traumata sein.
Besonders betroffen sind die Kinder
Kinder, die oft ganz besonders unter traumatischen Erlebnissen leiden, können durch unbeschwerte Erlebnisse, Spielen und Lachen einfach ein Stück Normalität erleben. Besonders wenn ihre Eltern/Familien selbst traumatisiert sind, ist es für die Kinder sehr unterstützend, mit nicht traumatisierten Menschen in Kontakt zu sein, die ihnen respektvolle emotionale Nähe geben können. Nicht vergessen werden darf aber, das gab Frau Fank-Kett den Zuhörern mit auf den Weg, die eigene Selbstfürsorge. Eigene Kraft-, Zeit- und (Mit-)Gefühlsgrenzen sollten erkannt und geachtet werden.
Weitere Veranstaltungen sollen folgen
Das Bedürfnis einiger ehrenamtlicher Helfer bei diesem Thema Unterstützung zu erfahren hatte den Verein veranlasst diese Veranstaltung zu organisieren. Auch in Zukunft möchte Kraichtal hilft e. V. Fortbildung und Hilfestellung für seine ehrenamtlichen Helfer leisten.

Fortbildung

Aktuelle Entwicklung der Anschlussunterbringung in Kraichtal

Insbesondere die Krisen im Nahen und Mittleren Osten, die Bürgerkriege im Norden Afrikas und religiöse Konflikte wie wirtschaftliche Armut haben weltweit zu einem erheblichen Anstieg der Zahl an Menschen auf der Flucht geführt. Die erreichte Dimension der Unterbringung, Begleitung und Versorgung stellt alle Beteiligten vor eine große Herausforderung, ein bisher unbekanntes Ausmaß ist erreicht. Flüchtlingsversorgung und –Betreuung beginnen bereits mit dem Ankunftstag der Menschen in Deutschland, in Baden-Württemberg, im Landkreis Karlsruhe, in der Stadt Kraichtal.
Unterbringung ist vordringlichstes Bedürfnis
Das grundlegendste Bedürfnis der ankommenden Menschen gilt der Unterbringung. Bereits vor der großen Flüchtlingswelle im letzen Jahr wurden Asylsuchende in Kraichtal aufgenommen und in der so genannten Anschlussunterbringung mit Obdach versorgt. Das Asylverfahren regelt die Unterbringung der Flüchtlinge und Asylbegehrenden. Nach der Einreise werden die Personen auf die Bundesländer verteilt, wo sie in Landeserstaufnahmestellen (LEAs) aufgenommen und erstuntergebracht werden. Aus den Erstaufnahmestellen werden die Menschen auf die Stadt- und Landkreise zur Vorläufigen Unterbringung, beispielsweise in Gemeinschaftsunterkünften, verteilt. In Kraichtal wurden bisher 2 Standorte in Betrieb genommen. Die erste GU wurde im Frühjahr 2015 Am Gaisberg in Unteröwisheim eröffnet, die zweite GU im Herbst vergangenen Jahres am Horst-Kochendörfer-Platz in Münzesheim. Die Vorläufige Unterbringung in Kraichtal bietet bisher Platz für 200 Personen. Verwaltung und Gemeinderat befassen sich derzeit erneut intensiv mit der Suche nach weiteren Flächen zur Errichtung einer weiteren GU. Quotenmäßig wären im laufenden Jahr noch 124 Personen in Kraichtal vorläufig unterzubringen. Nach der Vorläufigen Unterbringung, spätestens 24 Monate nach erfolgter Aufnahme, steht die Versorgung in der Anschlussunterbringung durch die Städte und Gemeinden an. In Kraichtal mussten bis zum Jahr 2010 lediglich vereinzelt Personen untergebracht werden. Die Unterbringungsverpflichtungen steigen seit Jahren deutlich an. Laut der aktuellen Mitteilung des Landratsamtes Karlsruhe hat die Stadt Kraichtal im laufenden Jahr quotenmäßig 78 Personen in die Anschlussunterbringung zu übernehmen. Durch Anrechnung des Vorjahresergebnisses sind derzeit noch 65 Aufnahmen zu vollziehen. Dazu kommen Unterbringungen im Rahmen des Familiennachzugs in unbekannter Höhe.
Dezentrale Unterbringung ist gewünscht
Seit teilweise mehreren Jahren bieten dezentral verteilt verschiedene Unterkünfte in Unteröwisheim, Landshausen und Oberöwisheim eine Anschlussunterbringung. Mit Beschluss des Gemeinderates zum Ende des letzten Jahres konnten zwei weitere Häuser für die Unterbringung von rund 30 Personen angemietet werden. Ein Wohnhaus soll im Laufe des Monats Mai in der Johann-Kepler-Straße in Münzesheim, ein weiteres Wohnhaus im Laufe des Sommers in der Mittelstraße in Menzingen belegt werden. Selbst nach Belegung dieser Objekte stehen noch Aufnahmen aus und klar ist, dass die Anschlussunterbringung an Umfang und Bedeutung weiterhin zunimmt, weshalb die Stadt nach wie vor geeigneten Wohnraum sucht.  
Integration ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Für die Stadt ergeben sich diverse Herausforderungen durch die skizzierte Situation. Die Stadt Kraichtal, das Landratsamt Karlsruhe sowie die Bürgerinnen und Bürger verfolgen dabei gemeinsame Interessen. Besonders die Integration der ankommenden Menschen zur Sicherung des sozialen Friedens und der Aufbau entsprechend förderlicher Strukturen sind vorrangig zu nennen. Bereits vor Eröffnung der ersten GU in Unteröwisheim hat die Stadt mit Vertretern der Kirchen und des Landratsamtes dazu aufgerufen, ehrenamtliche Hilfen zu organisieren. Erfreulicherweise zeigen viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt seit Eröffnung der ersten Gemeinschaftsunterkunft ein starkes Engagement. Von Sprachkursen über Tagesausflüge und persönliche Kontakte zu den untergebrachten Personen zeigen sich rege Aktivitäten. Sowohl für den Bereich der Gemeinschaftsunterbringung als auch im Bereich der Anschlussunterbringung sind ehrenamtliche Helfer tätig. Auf gesamtstädtischer Ebene hat sich der Runde Tisch „Asyl in Kraichtal“ etabliert. Verwaltung, Kraichtal hilft e.V., Vertreter der Kirchen und der beiden GUs treffen sich in dieser Konstellation regelmäßig zu Austausch und Abstimmung. Auch ein „Best Practice“- Beispiel für örtliche Hilfestellung kann mit dem Helferkreis Oberöwisheim genannt werden. Dieser hat sich im vergangenen Jahr rechtzeitig zur Belegung der Objekte in der Bachstraße aus kirchlichen Vertretern, ortsansässigen Vereinen und Privatpersonen zusammengeschlossen, um die neuen Einwohner willkommen zu heißen und zu unterstützen. Der Helferkreis trifft sich regelmäßig zum Austausch und der Organisation konkreter Vorhaben. Er wird durch die Gemeindesozialarbeiterin begleitet und so Haupt- und Ehrenamt verzahnt. Der Wert entsprechender Initiativen, das ehrenamtliche Engagement, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Meist hat die Verlegung der Flüchtlinge in die Anschlussunterbringung eine örtliche Neuorientierung zur Folge, mit einem erneuten Verlust der gewohnten Menschen und Strukturen. Gleichzeitig ist aufgrund der strukturellen und zeitlichen Abläufe besonders die Anschlussunterbringung relevant, da die Betroffenen oft über Jahre ansässig bleiben. Wenn im Rahmen der Ankunft in die Anschlussunterbringung eine helfende Hand ausgestreckt wird, um Hilfe und Begleitung zu bieten, kann dies bereits der erste Schritt zu gelingender Integration sein.
Arbeitskreis-Anschlussunterbringung-Münzesheim anvisiert
Um den Menschen, welche im Mai nach Münzesheim in die Anschlussunterbringung kommen, die Integration vor Ort zu erleichtern, möchte die Stadtverwaltung nach dem erfolgreichen Modell des Arbeitskreises-AU-Oberöwisheim zu einem Treffen aller interessierten Helferinnen und Helfer einladen. Ein örtlich organisierter Helferkreis, speziell für die Anschlussunterbringung in Münzesheim, ist anvisiertes Ziel der Initiative. Bei Interesse melden Sie sich gerne beim Ordnungsamt (Ina Daubmann, Tel. 07250 77-27, Manuel Kurz, Tel. 07250 77-23).

Integration in Deutschland

Informationen und Gespräche für Flüchtlinge
Am 16. März 2016 waren die Einwohner der Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Flüchtlinge in Kraichtal-Unteröwisheim zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Organisiert hatte diesen Abend der Verein Kraichtal hilft e. V. zusammen mit der Leitung der GU zum Thema „Flüchtlinge in Deutschland - Was erwartet Deutschland von den Flüchtlingen?“
Gekommen waren fast 90 % der Flüchtlinge aus der GU. Anschaulich präsentiert wurde das Thema von Tobias Stefaniak, der durch Astrid Schlüssler (Leiterin der GU) und Melo Danze (Vorsitzender Kraichtal hilft e. V.) unterstützt wurde. Aus dem Kreise der Flüchtlinge stellten sich drei Übersetzer zur Verfügung, die die in Deutsch gehaltene Präsentation in Serbisch, Arabisch und Afghanisch übersetzten.
Inhaltlich wurde sich mit der deutschen Kultur, den Erwartungen der Deutschen an die Flüchtlinge und die wichtigsten Schritte für eine erfolgreiche Integration auseinandergesetzt.
Erwartungen an die Flüchtlinge
Interessant für die Flüchtlinge war zu erfahren, was die Deutschen von ihnen erwarten:
•    Anerkennung ihres Rechtssystems
•    Respekt gegenüber den Lebensformen ihrer Gesellschaft
•    Annahme des friedlichen Miteinanders
•    Akzeptanz der Gleichheit von Mann und Frau in Familie und Beruf
•    Integrationsbereitschaft der Flüchtlinge
•    Wandel vom Hilfeempfänger hin zum arbeitenden Steuerzahler.
Schritte zur Integration
Als wesentliche Schritte für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft wurden vorgestellt:
•    Erlernen der deutschen Sprache und generelle Lernbereitschaft
•    Teilhaben der Kinder an unserem Schul- und Kindergartensystem
•    Erreichen eines Ausbildungsabschlusses für Jugendliche und junge Erwachsene zur Qualifikation ins Arbeitsleben
•    Bereitschaft, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen,
•    aktives Einbringen in die deutsche Gesellschaft
•    Anerkennung von Verbindlichkeiten und Pünktlichkeit
•    Gleichberechtigung von Frau und Mann.
Interessant war die Auseinandersetzung der Flüchtlinge mit diesen Aussagen und deren Akzeptanz. Insbesondere wurde herausgestellt, dass die Bereitschaft zum Erwerb der Sprachkenntnis ein unabdingbarer Schritt zur Integration ist. Ohne die Lernbereitschaft ist es nicht möglich, in der deutschen Gesellschaft anzukommen und sich eine Zukunft aufzubauen.
Aktion „Kraichtaler Bildungspass“
Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde die Aktion „Kraichtaler Bildungspass“ vorgestellt. Der Kraichtaler Bildungspass ist eine Aktion der Stadt Kraichtal und des Vereins Kraichtal hilft e. V. in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helfern in der Flüchtlingsarbeit in Kraichtal.
Der Bildungspass dokumentiert die Teilnahme an Deutsch- und Mathematikkursen sowie soziokulturellen Bildungsveranstaltungen. Bei Nachweis einer bestimmten Anzahl von besuchten Veranstaltungen erhält die Teilnehmerin oder der Teilnehmer vom Verein Kraichtal hilft e. V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Kraichtal ein Zertifikat, welches das Bemühen um Integration anzeigt.
Das Zertifikat kann z. B. Bewerbungsunterlagen für Ausbildung oder Arbeitsstelle beigefügt werden. Durch diese Aktion soll die Lernbereitschaft zum Erwerb von deutschen Sprachkenntnissen gefördert werden. Der Bildungspass kann demnächst über alle Helfer, die als Lehrer in den Einrichtungen für Flüchtlinge tätig sind, bezogen werden.
Aufgezeigt wurden auch die verschiedenen Hilfsangebote für Flüchtlinge auf ihrem sicher nicht leichten Weg in die deutsche Gesellschaft. Der Abend schloß mit dem Tenor: Wenn wir ALLE zusammenarbeiten und uns helfen … dann schaffen wir das!

Kraichtaler Bildungspass

Aktuelle Entwicklung der Anschlussunterbringung in Kraichtal

Insbesondere die Krisen im Nahen und Mittleren Osten, die Bürgerkriege im Norden Afrikas und religiöse Konflikte wie wirtschaftliche Armut haben weltweit zu einem erheblichen Anstieg der Zahl an Menschen auf der Flucht geführt. Die erreichte Dimension der Unterbringung, Begleitung und Versorgung stellt alle Beteiligten vor eine große Herausforderung, ein bisher unbekanntes Ausmaß ist erreicht. Flüchtlingsversorgung und –Betreuung beginnen bereits mit dem Ankunftstag der Menschen in Deutschland, in Baden-Württemberg, im Landkreis Karlsruhe, in der Stadt Kraichtal.
Unterbringung ist vordringlichstes Bedürfnis
Das grundlegendste Bedürfnis der ankommenden Menschen gilt der Unterbringung. Bereits vor der großen Flüchtlingswelle im letzen Jahr wurden Asylsuchende in Kraichtal aufgenommen und in der so genannten Anschlussunterbringung mit Obdach versorgt. Das Asylverfahren regelt die Unterbringung der Flüchtlinge und Asylbegehrenden. Nach der Einreise werden die Personen auf die Bundesländer verteilt, wo sie in Landeserstaufnahmestellen (LEAs) aufgenommen und erstuntergebracht werden. Aus den Erstaufnahmestellen werden die Menschen auf die Stadt- und Landkreise zur Vorläufigen Unterbringung, beispielsweise in Gemeinschaftsunterkünften, verteilt. In Kraichtal wurden bisher 2 Standorte in Betrieb genommen. Die erste GU wurde im Frühjahr 2015 Am Gaisberg in Unteröwisheim eröffnet, die zweite GU im Herbst vergangenen Jahres am Horst-Kochendörfer-Platz in Münzesheim. Die Vorläufige Unterbringung in Kraichtal bietet bisher Platz für 200 Personen. Verwaltung und Gemeinderat befassen sich derzeit erneut intensiv mit der Suche nach weiteren Flächen zur Errichtung einer weiteren GU. Quotenmäßig wären im laufenden Jahr noch 124 Personen in Kraichtal vorläufig unterzubringen. Nach der Vorläufigen Unterbringung, spätestens 24 Monate nach erfolgter Aufnahme, steht die Versorgung in der Anschlussunterbringung durch die Städte und Gemeinden an. In Kraichtal mussten bis zum Jahr 2010 lediglich vereinzelt Personen untergebracht werden. Die Unterbringungsverpflichtungen steigen seit Jahren deutlich an. Laut der aktuellen Mitteilung des Landratsamtes Karlsruhe hat die Stadt Kraichtal im laufenden Jahr quotenmäßig 78 Personen in die Anschlussunterbringung zu übernehmen. Durch Anrechnung des Vorjahresergebnisses sind derzeit noch 65 Aufnahmen zu vollziehen. Dazu kommen Unterbringungen im Rahmen des Familiennachzugs in unbekannter Höhe.
Dezentrale Unterbringung ist gewünscht
Seit teilweise mehreren Jahren bieten dezentral verteilt verschiedene Unterkünfte in Unteröwisheim, Landshausen und Oberöwisheim eine Anschlussunterbringung. Mit Beschluss des Gemeinderates zum Ende des letzten Jahres konnten zwei weitere Häuser für die Unterbringung von rund 30 Personen angemietet werden. Ein Wohnhaus soll im Laufe des Monats Mai in der Johann-Kepler-Straße in Münzesheim, ein weiteres Wohnhaus im Laufe des Sommers in der Mittelstraße in Menzingen belegt werden. Selbst nach Belegung dieser Objekte stehen noch Aufnahmen aus und klar ist, dass die Anschlussunterbringung an Umfang und Bedeutung weiterhin zunimmt, weshalb die Stadt nach wie vor geeigneten Wohnraum sucht.  
Integration ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Für die Stadt ergeben sich diverse Herausforderungen durch die skizzierte Situation. Die Stadt Kraichtal, das Landratsamt Karlsruhe sowie die Bürgerinnen und Bürger verfolgen dabei gemeinsame Interessen. Besonders die Integration der ankommenden Menschen zur Sicherung des sozialen Friedens und der Aufbau entsprechend förderlicher Strukturen sind vorrangig zu nennen. Bereits vor Eröffnung der ersten GU in Unteröwisheim hat die Stadt mit Vertretern der Kirchen und des Landratsamtes dazu aufgerufen, ehrenamtliche Hilfen zu organisieren. Erfreulicherweise zeigen viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt seit Eröffnung der ersten Gemeinschaftsunterkunft ein starkes Engagement. Von Sprachkursen über Tagesausflüge und persönliche Kontakte zu den untergebrachten Personen zeigen sich rege Aktivitäten. Sowohl für den Bereich der Gemeinschaftsunterbringung als auch im Bereich der Anschlussunterbringung sind ehrenamtliche Helfer tätig. Auf gesamtstädtischer Ebene hat sich der Runde Tisch „Asyl in Kraichtal“ etabliert. Verwaltung, Kraichtal hilft e.V., Vertreter der Kirchen und der beiden GUs treffen sich in dieser Konstellation regelmäßig zu Austausch und Abstimmung. Auch ein „Best Practice“- Beispiel für örtliche Hilfestellung kann mit dem Helferkreis Oberöwisheim genannt werden. Dieser hat sich im vergangenen Jahr rechtzeitig zur Belegung der Objekte in der Bachstraße aus kirchlichen Vertretern, ortsansässigen Vereinen und Privatpersonen zusammengeschlossen, um die neuen Einwohner willkommen zu heißen und zu unterstützen. Der Helferkreis trifft sich regelmäßig zum Austausch und der Organisation konkreter Vorhaben. Er wird durch die Gemeindesozialarbeiterin begleitet und so Haupt- und Ehrenamt verzahnt. Der Wert entsprechender Initiativen, das ehrenamtliche Engagement, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Meist hat die Verlegung der Flüchtlinge in die Anschlussunterbringung eine örtliche Neuorientierung zur Folge, mit einem erneuten Verlust der gewohnten Menschen und Strukturen. Gleichzeitig ist aufgrund der strukturellen und zeitlichen Abläufe besonders die Anschlussunterbringung relevant, da die Betroffenen oft über Jahre ansässig bleiben. Wenn im Rahmen der Ankunft in die Anschlussunterbringung eine helfende Hand ausgestreckt wird, um Hilfe und Begleitung zu bieten, kann dies bereits der erste Schritt zu gelingender Integration sein.
Arbeitskreis-Anschlussunterbringung-Münzesheim anvisiert
Um den Menschen, welche im Mai nach Münzesheim in die Anschlussunterbringung kommen, die Integration vor Ort zu erleichtern, möchte die Stadtverwaltung nach dem erfolgreichen Modell des Arbeitskreises-AU-Oberöwisheim zu einem Treffen aller interessierten Helferinnen und Helfer einladen. Ein örtlich organisierter Helferkreis, speziell für die Anschlussunterbringung in Münzesheim, ist anvisiertes Ziel der Initiative. Bei Interesse melden Sie sich gerne beim Ordnungsamt (Ina Daubmann, Tel. 07250 77-27, Manuel Kurz, Tel. 07250 77-23).

Orientalischer Nachmittag in der Gemeinschaftsunterkunft Unteröwisheim

Sonnenschein und Gastfreundschaft
Schon zum zweiten Mal genossen die Kraichtaler die Gastfreundschaft der Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Unteröwisheim. Eingeladen waren sie am Samstag, 12. März, zu einem orientalischen Nachmittag, der in puncto kulinarische Genüsse des Orients keine Wünsche offen ließ. In allen Küchen war gekocht, gebrutzelt und gebacken worden. Liebevoll waren die Tische bereitet und bogen sich unter Platten, Tellern und Schüsseln mit bekannten und unbekannten Köstlichkeiten.
Positiv überrascht waren manche Besucher, die im „Männercontainer“ die ein oder andere vorgefasste Meinung revidieren mussten. Auch hier war die Küche in vollem Betrieb und man sah die Herren souverän mit Kochlöffel und Topflappen agieren. Auf Nachfragen gestanden sie allerdings ein, dass zuhause die Frauen kochen. In ihrer neuen Lebenssituation haben sie es notgedrungen lernen müssen. Sie kochen nach Rezepten aus dem Internet oder holen sich per E-Mail Rat bei ihren Familien. An diesem Mittag dominierten erstaunliches Können und der Spaß an der Sache die Situation.
Für die Kraichtaler Flüchtlingskinder hatten die Besucher vom Evangelischen Kindergarten Menzingen etwas ganz Besonders mitgebracht. Kinder und Eltern hatten fleißig gesammelt und so konnte Frau Bös, die Leiterin des Kindergartens, dem Verein „Kraichtal hilft“ eine Spende von 500 Euro überreichen, die zweckgebunden für die verschiedenen Aktivitäten der Kinderbetreuung des Vereins eingesetzt werden soll. Ganz herzlich bedankte sich Melo Danze,
1. Vorsitzender des Vereins und versprach, über die Verwendung des Geldes zu berichten.
Der strahlend blaue Himmel und die milden Temperaturen luden zum Verweilen ein und überall vor und in den Containern bildeten sich ins Gespräch vertiefte Grüppchen, während dazwischen die Kinder voller Begeisterung die neu gepflasterten Verbindungswege im ansonsten geschotterten Containerdorf mit allerlei Fahrzeugen vom Bobbycar übers Dreirad bis zum Roller in Gebrauch nahmen.

Spendenübergabe
Orientalischer Nachmittag
Spendenübergabe

Jahresauftakt 2016 des Vereins „Kraichtal Hilft e. V.

Zum Jahresbeginn hatte der Verein „Kraichtal Hilft e.V.“ am 16. Februar zu einem Informationsabend für Vereinsmitglieder und Gäste eingeladen. Der Helferkreis ist in fünf Arbeitsgruppen gegliedert und im Verlauf des Abends berichteten die Gruppensprecher über die bisherigen Aktivitäten und Entwicklungen, die seit der Gründung des Vereins im Oktober 2015 stattfanden.
Als besonders erfreulich war zunächst zu vernehmen, dass das seit Oktober 2015 bestehende „Depot 25“ in Menzingen von Kraichtaler Mitbürgern und Flüchtlingen sehr gut besucht wird. Dort bestehe derzeit unter anderem Bedarf an Männerbekleidung und -Schuhen sowie an Babyschalen. Des Weiteren wurde über eine neue Aktion informiert: Da das Erlernen der deutschen Sprache im Sinn einer raschen Integration unerlässlich ist, erhalten Flüchtlinge künftig einen Bildungspass mit Zertifikat über die Teilnahme an Sprachkursen und kulturellen Aktionen als Nachweis für deren persönliches Engagement zur Integration.
In der Lehrergruppe erteilen derzeit 37 Ehrenamtliche Sprachunterricht in den Gemeinschaftsunterkünften und in der Anschlussunterbringung. Dabei wird auch für die Kinderbetreuung gesorgt. Von der Gruppe Kinderbetreuung wurde berichtet, dass einige Kinder spezielle Betreuung benötigten. Zur Förderung der Integration der Flüchtlingskinder in die Gemeinschaft wurde inzwischen ein vielseitiges Angebot aufgestellt. Dieses umfasst das gemeinsame Musizieren, sportliche Aktivitäten, Freizeitbetreuung, Spielplatzbesuche und mehr. Für die Kinderbetreuung werden weitere Helfer gesucht.
Erfreuliches war außerdem von der Gruppe „Café International“ im CVJM-Heim Münzesheim zu erfahren. Dort begegnen sich regelmäßig deutsche Mitbürger und Flüchtlinge zum Gedankenaustausch und es würden weitere Helfer gesucht.
Die Gruppe der allgemeinen Helfer unternahm spontane Aktivitäten, so auch die Vorbereitung von öffentlichen Veranstaltungen, persönliche Flüchtlingsbetreuung, Ausflüge, Garten- und Pflanzaktionen und den Bau von Gartenmöbeln. In der Folge entstanden inzwischen etliche persönliche Kontakte zwischen Kraichtaler Bügern und Bewohnern der Unterkünfte. Seit einiger Zeit erfolgt nun auch ein Kulturaustausch durch das „Welcome-Dinner-Kraichtal“, bei dem Flüchtlinge von deutschen Mitbürgern eingeladen werden.  
Die wichtige Aufgabe im Hinblick auf die Suche nach Arbeitsmöglichkeiten, Ausbildungsplätzen, Behördengänge und Wohnungssuche wird vom Helferkreis Oberöwisheim übernommen. Positives berichtete auch die Gruppe „Patenschaften“, die in den Gemeinschaftsunterkünften Unteröwisheim und Münzesheim laufen. Bei Patenschaften entwickeln sich intensive persönliche und integrationsfördernde Verbindungen. Außerdem ergeben sich aus dieser Arbeit die Vermittlung von Wohnungen, Ausbildungsplätzen und Kitaplätzen.
Zur Anregung des sozialen Wohnungsbaus formulierte der Vorstand des Vereins „Kraichtal Hilft e.V.“ einen Antrag an den Stadtrat, der den Anwesenden zur Einsicht und Unterschrift vorlag.
Insgesamt betrachtet hat der Verein „Kraichtal Hilft e. V.“ innerhalb der kurzen Zeit seines Bestehens zahlreiche hilfreiche Projekte und Aktivitäten entstehen lassen und wird seine Arbeit in diesem Sinne fortsetzen.
Vereinstermine und Informationen zum Vereinsgeschehen finden sich auf der Internetseite von „Kraichtal Hilft e. V.“, http://www.kraichtal-hilft.de. An Mithilfe interessierte Mitbürger wenden sich bitte an den 1. Vorsitzenden Melo Danze, Mobil 0171 7795524 und den 2. Vorsitzenden Tobias Stefaniak, Mobil 0170 8415972.

„Kraichtal hilft“ im Internet

Der Verein „Kraichtal hilft“ ist ab sofort mit einer eigenen Internetpräsenz erreichbar.
Unter www.kraichtal-hilft.de finden sich Informationen rund um das Thema „Asyl in Kraichtal“ und das Vereinsgeschehen. Einfach mal reinschauen!

Treffpunkt „Spiele-Café“ bei der EmK Unteröwisheim

Das „Spiele-Café“ in der Evangelisch-methodistischen Kirche, Eisenbahstraße 9 in Unteröwisheim soll ein Treffpunkt sein von Einheimischen und Bewohnern der Gemeinschaftsunterkünfte (GU). Hier kann man sich einmal im Monat am Freitagabend von 18 bis 21 Uhr zwanglos begegnen und miteinander ins Gespräch kommen, miteinander essen, spielen und basteln. Von 18:30 bis 20 Uhr wird ein kleines Abendessen zum Preis von 1,50 € gereicht.Auch Kinderspiele sind vorhanden, so dass Familien mit Kindern gerne kommen können. Es herrscht eine lockere Atmosphäre. Das „Spiele-Café“ soll auch Einheimische miteinander ins Gespräch bringen. Wer Lust hat, hier mit dabei zu sein, ist herzlich eingeladen. Man kann sich einfach dazugesellen und mit den Flüchtlingen Kontakt aufnehmen. Wer beim Café und Service mithelfen will, kann sich bei Doris Rennig und Norbert Reupricht melden (07251 3209269) oder einfach eine halbe Stunde vor Beginn kommen, um den Abend vorzubereiten.
Das „Spiele-Café“ will Treffpunkt und Hoffnungszeichen sein, wo Menschen Freundlichkeit erfahren. Die nächsten Termine sind am 19. Februar, 18. März und 15. April.

Spiele-Café

Ein Abendessen der besonderen Art

Familie Zimmermann aus Neuenbürg lud Familie Moses am 1. Weihnachtsfeiertag zu sich nach Hause ein. Der Wunsch, mit Flüchtlingen in Kontakt zu treten, bestand bei Familie Zimmermann schon länger. „Als Soldat bei der Bundeswehr sieht man viel Elend über den Globus verteilt“ , erzählt uns Zimmermann, „Unsere Kinder haben das Glück in unserer Gesellschaft aufzuwachsen. Es ist wichtig, ihnen Werte mitzugeben. Dies gelingt am einfachsten als Vorbild und der daraus resultierenden Taten.“ Vom Welcome Dinner Kraichtal hatte die Familie über das Mitteilungsblatt erfahren und sich über das Gastgeberformular der Homepage angemeldet. Eine passende Familie wurde schnell gefunden und somit begann die Planung des Welcome Dinners der Familie Zimmermann. Das leckere Menü bestand aus Lammbraten, Couscous und Wintergemüse. Zum Nachtisch wurde Vanilleeis mit heißen Himbeeren serviert. Die Gäste waren sehr begeistert vom Abendessen und haben die übrig geblieben Speisen mit nach Hause genommen. Sprachprobleme hatten Gastgeber und Gäste keine. In deutscher und englischer Sprache unterhielt man sich über Afrika, Arbeit, Kinder und Fußball. Auch die Kinder verstanden sich und spielten zusammen im Kinderzimmer. Für die Familien war es eine schöne Erfahrung, sich über deutsche und afrikanische Kultur auszutauschen. Im Februar ist Familie Zimmermann bei Familie Moses zu Gast. Sie sind froh, beim Welcome Dinner Kraichtal mitgemacht zu haben. Ein Foto vom Abendessen der beiden Familien können Sie in der Galerie unter www.welcome-dinner-kraichtal.de sehen. Falls auch Sie Gastgeber werden möchten, finden Sie auf der Homepage neben dem Anmeldebogen auch noch weitere Informationen. Christina Szautner und Cornelia Stark, vom Welcome Dinner Team, bedanken sich herzlich bei Familie Zimmermann und Familie Moses für Ihre Teilnahme!

Vorweihnachtliche Feier in der Gemeinschaftsunterkunft Unteröwisheim

Überall im Kraichgau wurde Advent gefeiert, auch an Orten an die man im ersten Moment gar nicht denken würde. Am Sonntag, 13. Dezember, luden die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Unteröwisheim, die Kraichtaler zum Tag der offenen Türen und einer vorweihnachtlichen Feier ein. Der Duft von Selbstgebackenem und frisch gebrühtem Kaffee zog durch das Container-Dorf und lockte zahlreiche Besucher auf das Gelände hinter der Kerschdekipper-Halle. Das Wetter machte mit und bei eigentlich gar nicht weihnachtlichen Werten von rund 12 Grad, spielten die Kinder ungezwungen und fröhlich zwischen den Gästen. Wie nehmen eigentlich die meist muslimischen Bewohner die Weihnachtszeit wahr, ist sie doch selbst kein Bestandteil ihrer Religion. „Aufgeschlossen und offen“ verrät Astrid Schlüssler, Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft Kraichtal.
Zudem muss man wirklich ohne jeden Zweifel festhalten: Das Zusammenleben in der Gemeinschaftsunterkunft in Kraichtal funktioniert absolut reibungslos. Alle Bewohner haben sich gut eingelebt, viele sprechen schon beeindruckend gut die deutsche Sprache.
Auf der Adventsfeier treffen wir nur auf freundliche und aufgeschlossene Menschen, sowohl bei den Flüchtlingen als auch bei den ehrenamtlichen Helfern. Ulrich Hintermayer ist stolz auf diese Erfolge und dankt all Jenen, die das Projekt GU unterstützen. „Ohne sie wäre es nicht möglich“, stellt der Bürgermeister fest.
Kraichtal hat einen guten Weg in der Flüchtlingsbetreuung gefunden und kann auf diese Erfahrungen auch in Zukunft zurückgreifen. Da der Zustrom an Flüchtlingen weiter anhält, wird im kommenden Jahr eine weitere Gemeinschaftsunterkunft in Kraichtal errichtet werden müssen - wo ist derzeit noch nicht bekannt. Zum Abschluss der Feierlichkeiten in Unteröwisheim spielte zu guter Letzt noch der Musikverein das eine oder andere Weihnachtslied.

Advent GU Unteröwisheim

Gemeinschaftsunterkunft Unteröwisheim - Weihnachtsfeier

Einen Film über die Weihnachtsfeier sehen Sie unter www.huegelhelden.de

Welcome Dinner Kraichtal sucht Gastgeber!

Kraichtaler Bürger und Bürgerinnen können Flüchtlinge für ein kostenloses Abendessen zu sich nach Hause einladen. Die Flüchtlinge können so ihr gelerntes Deutsch anwenden, ihre Geschichte erzählen und an einem Kulturaustausch teilnehmen. Was gekocht wird, wie viel Zeit Sie miteinander verbringen möchten und ob Sie sich auch außerhalb des Welcome Dinners verabreden möchten, entscheiden Sie alleine. Es entstehen keine Verpflichtungen auf beiden Seiten.
Um dabei zu sein, können Sie sich online auf www.welcome-dinner-kraichtal.de anmelden. Dort finden Sie auch noch weitere Informationen.
Sie haben noch Fragen oder Anregungen zu unserem Projekt? Vielleicht möchten Sie auch mithelfen bei der Organisation? Schreiben Sie uns unter hello(@)welcome-dinner-kraichtal.de
Wir freuen uns schon sehr auf Ihre Teilnahme und wünschen schon einmal viel Spaß beim Kochen!

Stadt sucht weiterhin dringend Wohnraum für die Anschlussunterbringung von Asylbewerbern

Für die Anschlussunterbringung von asylsuchenden Familien und Einzelpersonen benötigt die Stadt Kraichtal dringend Wohnraum in bezugsfertigem Zustand.
Vermieter, die bereit sind, an die Stadt Kraichtal Wohnungen bzw. Häuser zu vermieten, richten ihre Angebote bitte an die Liegenschaftsverwaltung, Tel. 07250 7757 oder per E-Mail an t.fessler@kraichtal.de

Winterkleidung im Depot 25

Eltern, die ihre Kinder warm durch den Winter bringen wollen, dazu gut erhaltenen schönen Kleidungsstücken eine zweite Chance geben möchten und gleichzeitig Gutes tun wollen, sollten im depot 25 vorbeischauen. Dort gibt es tolle Winterjacken für Kinder in allen Größen, die gegen eine Spende für den Verein Kraichtal hilft e. V. günstig erworben werden können. Es gibt auch Schneeanzüge, Schneehosen, warme Winterstiefel, Gummistiefel ... und vieles mehr!

Geänderte Öffnungszeiten über die Feiertage:
Das depot 25 bleibt vom 24. Dezember  bis zum 6. Januar geschlossen.
Ab dem 7. Januar sind wir wieder für Sie da und freuen uns auf Ihren Besuch!

Verein „Kraichtal Hilft e. V.“ beim Weihnachstmarkt in Münzesheim

Nachdem im April 2015 die erste Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Kraichtal-Unteröwisheim bezogen wurde, wird am diesjährigen 23. Weihnachtsmarkt in Münzesheim auch erstmals der kürzlich von ehrenamtlichen Helfern neu gegründete Verein „Kraichtal hilft e. V.“ teilnehmen.  
Am Informationsstand des Vereins, der sich für die Flüchtlinge und bedürftige Mitbürger Kraichtals einsetzt, können sich die Besucher über das bisherige Geschehen und das Leben der Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften Kraichtals sowie über das in Menzingen eröffnete Depot 25 informieren, das für alle Mitbürger und Flüchtlinge Second-hand-Bekleidung anbietet.
Dabei bieten Flüchtlinge aus der Unterkunft in Unteröwisheim selbst zubereitete Leckereien und kleine Speisen an. Eventuell hierfür zugedachte Spenden kommen ausschließlich dem Verein zugute.

Adventsbegegnung mit Bürgerinnen und Bürgern in der Gemeinschaftsunterkunft Unteröwisheim

Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Unteröwisheim laden alle Mitbürger Kraichtals zu einem Besuch und gemütlichen Beisammensein ein.

Damit möchten sich die Flüchtlinge bei allen bedanken - für das „Miteinander“ und die zahlreichen Zeichen des Willkommens und der Unterstützung seitens der Bürgerschaft. An diesem Nachmittag sollen die Besucher die Gastfreundschaft der Flüchtlinge erfahren, die sich mit Freude darauf vorbereiten und ihren Gästen dabei unter anderem selbst zubereitete Speisen und Leckereien aus ihren Herkunftsländern anbieten. Sie würden sich daher sehr freuen, am 3. Advent, 13. Dezember, zwischen 13 und 17 Uhr zahlreiche Gäste begrüßen zu dürfen.

Pro 3-Engagement für die Flüchtlinge in Oberöwisheim

Was am 14. Juni 2015 beim Ökumenischen Waldgottesdienst auf dem Spielplatz beim Pfannwaldsee seinen Anfang genommen hat, konnte nun endlich zu Ende gebracht werden. Bei dem durch die Dorfgemeinschaft Pro 3 initiierten Waldgottesdienst waren zahlreiche Gottesdienstbesucher gekommen, nicht zuletzt, weil sich eine Tiersegnung an den Gottesdienst anschloss. Viele Tierbesitzer mit ihren Schützlingen waren anwesend, mit Hunden, Katzen, Hasen, Pferden, Ziegen, Papageien und Schildkröten.
Das gute Miteinander setzte sich beim gemeinsamen Mittagessen fort, denn von Pro 3 wurde gegen Spende Linseneintopf und heiße Würstchen ausgegeben. Dabei kamen sage und schreibe 1.114 € für einen gemeinnützigen Zweck zusammen. Doch dem nicht genug, so ließ es sich die Volksbank Bruchsal-Bretten nicht nehmen, den Spendenbetrag auf 1.400 € aufzurunden. Hierfür gilt der Dank Filialleiter Wolfgang Stiller, der sich auf Anfrage von Pro3 sofort dafür einsetzte. Die beiden Hauptinitiatoren von Pro 3, Mathias Bauer und Olaf Winter, nutzten den Rahmen der Infoveranstaltung zur Anschlussunterbringung in Oberöwisheim am 14. Juli 2015 in der Mehrzweckhalle, um den Spendenscheck an Bürgermeister Hintermayer zur Verwendung eben für diese eingerichtete Anschlussunterbringung zu übergeben. Nachdem nun die ersten Bewohner eingezogen waren, zeigte sich recht schnell, welche Geräte und Anschaffungen noch nötig waren. Zwischenzeitlich konnte für die Spende in Abstimmung zwischen Pro 3 und der Stadtverwaltung ein leistungsstarker Gewerbewäschetrockner der Firma Miele gekauft werden. Bei der großen Anzahl an Bewohnern in dieser Unterbringung sicherlich eine sinnvolle und notwendige Anschaffung. Pro 3 bedankt sich noch einmal bei den zahlreichen Besuchern und Unterstützern, die diese Anschaffung mit ihren Spenden erst möglich machten.
In diesem Zusammenhang möchte Pro 3 nicht unerwähnt lassen, dass der Verein Kraichtal hilft e. V. sich über jede helfende Hand freut. In Oberöwisheim können sich alle interessierten und hilfsbereiten Oberöwisheimer an Tobias Stefaniak wenden.

Anschaffungen für Anschlussunterbringung

Bewegender als Fernsehbilder

Begegnung mit neu angekommenen Flüchtlingen in Münzesheim
Die Sonne brach am Samstag durch den Hochnebel wie um auch die grauen Wolken der Sorge zu verscheuchen aus den Köpfen der Flüchtlinge, die einen Tag vorher angekommen waren im Containerquartier in Münzesheim neben der Feuerwehr. Düstere Gedanken zu vertreiben, dazu war auch eine stattliche Zahl von Kraichtalern insbesondere Münzesheimern gekommen, um die „Neubürger willkommen zu heißen“, wie Bürgermeister Ulrich Hintermayer in seiner offiziellen Begrüßung sagte. Bei Kaffee, Saft und selbst gebackenem Kuchen konnte man die ersten Kontakte knüpfen. Dank der Smartphones waren auch rasch Familienfotos zur Hand, die umgehend Gesprächsthema waren, auch ohne Sprachkenntnisse. Melo Danze, ehrenamtlicher Koordinator der Flüchtlingshilfe in Kraichtal, dankte für das Engagement an diesem Vormittag, wies aber auch darauf hin, dass weiterhin Helfer gebraucht werden, um die Situation in Kraichtal im Griff zu behalten. Dafür wurde der Verein „Kraichtal hilft“ gegründet, bei dem jeder mitwirken kann. „Flüchtlinge, denen man unmittelbar begegnet und die von ihrem Schicksal erzählen, sind bewegender als alle Fernsehbilder“, sagte Danze und lud ein, sich auf die Begegnung mit den neuen Einwohnern einzulassen.

Flüchtlinge sind angekommen
Flüchtlinge sind angekommen
 

Informationsveranstaltung „Unterbringung von Flüchtlingen in Kraichtal“ erneut mit großer Resonanz

Gemeinschaftsunterkunft mit 100 Plätzen in Münzesheim in Kürze bezugsfertig / „Es geht um mehr als ein Dach über dem Kopf“
Knallharten Zahlen und Fakten rund um die Flüchtlingssituation im Landkreis Karlsruhe und speziell in Kraichtal folgten emotionale Schilderungen zweier Syrien-Flüchtlinge sowie informative Einblicke in die Arbeit der Ehrenamtlichen. So lässt sich der Inhalt der mittlerweile dritten offiziellen Informationsveranstaltung in der Münzesheimer Mehrzweckhalle zum „weltweit diskutierten Topthema“ - wie Bürgermeister Ulrich Hintermayer in den Abend einführte - zusammenfassen. Vor Ort wurden die rund 170 anwesenden Bürgerinnen und Bürger zunächst über die bereits bestehende Gemeinschaftsunterkunft für 100 Personen in Unteröwisheim „Am Gaisberg“ und die in Kürze bezugsfertige, zweite Einrichtung, welche im benachbarten Stadtteil Münzesheim hinter dem Feuerwehrhaus und dem ortsansässigen Drogeriemarkt am "Horst-Kochendörfer-Platz 4“ entsteht, unterrichtet. „Voraussichtlich am 22. Oktober wird das zweite Containerdorf, ausgelegt ebenfalls für 100 Ankömmlinge, technisch abgenommen. Kurz darauf wird dann der Erstbezug der mobilen Wohneinheiten erfolgen. Die Struktur und Ausstattung gleicht der Anlage in Unteröwisheim“, informierte das Stadtoberhaupt. Ergänzend teilte er mit, dass die Errichtung der Gemeinschaftsunterkünfte im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Karlsruhe liegt, die Anschlussunterbringung jedoch ist Aufgabe der Stadt Kraichtal. In den beiden hierfür bereitgestellten Objekten in der Oberöwisheimer Bachstraße werden bis Jahresende rund 50 Personen Platz finden. „Für das Jahr 2016 sind mindestens weitere 15 Personen aufzunehmen“, weiß Kreiskämmerer Ragnar Watteroth und ergänzte in aller Deutlichkeit, dass diese Zahlen möglicherweise um ein Drei- oder gar Vierfaches steigen können.
Wohnraum ist nach wie vor „heiß begehrt“
Stadt und Landkreis sind also auch weiterhin eindringlich gefordert, was die Bereitstellung von Flächen und Objekten anbelangt. „Wohnraum ist nach wie vor gefragt“, merkte Bürgermeister Ulrich Hintermayer im Laufe des Abends mehrfach an. Ragnar Watteroth und Sozialdezernent Peter Kappes vom Landratsamt machten keinen Hehl daraus, dass mit der Aufnahme von insgesamt 200 Personen für Kraichtal „das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht“ ist. Wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Landkreis allein pro Woche rund 200 Personen aufnehmen muss.
„Kraichtal hilft e. V.“ hat binnen kürzester Zeit 50 Mitglieder
„Knappem Wohnraum für die Hilfesuchenden stehen Gott sei Dank an die mittlerweile 100 ehrenamtliche Helfer gegenüber, die es sich in den vergangenen Wochen und Monaten zur Aufgabe gemacht haben, zu helfen und zwar da, wo es nötig ist. Sei es beim Erlernen der deutschen Sprache oder bei ganz alltäglichen Dingen wie Einkaufen gehen mit den Erwachsenen oder Singen mit den Kindern“, berichtete Ulrich Hintermayer erfreut über das herausragende Engagement um Ehrenamtskoordinator Melo Danze aus Bahnbrücken. Selbst vor vielen Jahrzehnten nach Kraichtal gekommen, hat er hier eine neue Heimat gefunden. „Dies wollen wir mit unserem zu Monatsbeginn gegründeten Verein „Kraichtal hilft e. V.“ auch unseren neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ermöglichen“, so Melo Danze. Dass dieser Einsatz bereits Früchte trägt, zeigte die Informationsveranstaltung auf eindrucksvolle Art und Weise. Ingrid Kielhorn-Fischer, verantwortlich unter anderem für die Pressearbeit rund um „Asyl in Kraichtal“, berichtete gerührt von ihren bisherigen Erfahrungen mit den Flüchtlingen: „Mein Leben hat sich bereichert durch deren Ankunft bei uns in Kraichtal.“ Richtig emotional wurde es, als zwei aus Syrien geflüchtete junge Männer ihren schweren Weg nach Deutschland schildeten. Mohammed bewies, dass es binnen drei Monaten gelingen kann, die Deutsche Sprache zu erlernen. Wenn auch bruchstückhaft und am Ende seines Vortrags ins Englische wechselnd, teilte er dem gespannt lauschenden Publikum mit, dass in seinem Heimatland Krieg herrscht, seine Straße zerbombt wurde und seine Freunde zum Teil tot sind. In der Mehrzweckhalle hätte man eine Stecknadel fallen hören, als er sein „Kriegsandenken“ aus dem Gefängnis, eingebrannt in den Handrücken, zeigte. Die Geschichte seines Landsmannes Machmut war nicht weniger erschütternd. Sein 20. Fluchtversuch war es schließlich, der gelang. Gemeinsam mit seiner kranken Ehefrau und seinen drei Kindern machte er sich auf den Weg. Die Familie musste er schweren Herzens in der Türkei zurücklassen. In Sorge um seine kranke Frau will er unbedingt Deutsch lernen und Arbeit finden, um seine bedürftigen Angehörigen zu unterstützen.
Menschen aus rund 15 Herkunftsländern sind in Unteröwisheim vereint
Eine Bilderpräsentation aus dem Leben in der Gemeinschaftsunterkunft in Unteröwisheim sowie eine kurze Videosequenz - kommentiert von Melo Danze und Astrid Schlüssler - lieferten weitere Eindrücke. Neben gemeinsamen Pflanzaktionen, dem Bau von Gartenmöbeln und Sichtschutzwänden sowie Ausflügen ins nahe Umland, war der Mitte September durchgeführte „Tag der offenen Tür“ ein Höhepunkt der bislang erfolgten Tätigkeiten. Integration kann nur dann gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen. Gefragt sind also nicht nur Astrid Schlüssler als zuständige Betreuerin der Gemeinschaftsunterkunft in Unteröwisheim und die Ehrenamtlichen von „Kraichtal hilft e. V.“, sondern auch Vereine, Schulen und Arbeitgeber. Mit Unterstützung der Stadtverwaltung konnte in Menzingen mit dem „Depot 25“ ein eigenes Ladenlokal eingerichtet werden, in dem Sachspenden angenommen und Second-Hand-Kleider etc. zu Gunsten der Flüchtlinge verkauft werden - ein Angebot das allen Kraichtalern uneingeschränkt zur Verfügung steht. Den Schilderungen schloss sich eine offene Diskussionsrunde an. In Bezug auf das bisher geleistete Engagement im kleinen, ländlich geprägten Kraichtal lieferte Melo Danze das passende Schlusswort „Klein kann auch groß sein!“

Deutsch lernen zahlt sich aus: Mohammed und Machmut bewiesen dies mit ihren Vorträgen am Infoabend, unterstützt von zwei Ehrenamtlichen.
Flüchtlinge aus Syrien

„depot 25“ in Kraichtal-Menzingen

Depot 25 – Die neue Kraichtaler Spendenbörse ist ab sofort für alle Mitbürger geöffnet
Eine Initiative des kürzlich gegründeten gemeinnützigen Vereins „Kraichtal Hilft e. V.“  

Dank der Unterstützung der Stadt Kraichtal und der Volksbank Bruchsal-Bretten, sowie mehreren Firmen aus der Region, wurde die nun eröffnete Spendenbörse in kürzester Zeit durch ehrenamtliche Helfer fertig gestellt und liebevoll eingerichtet. Hier werden künftig Sachspenden entgegen genommen und abgegeben. Jeder kann die ausgewählten Artikel jeweils gegen eine Spende nach eigenem Ermessen mitnehmen.   Die Einnahmen kommen ausschließlich dem Verein „Kraichtal Hilft e. V.“ zugute.  
Bereits am „Tag der offenen Tür“, der am 11. Oktober stattfand, zeigten überraschend viele Besucher zur Freude aller Beteiligten beachtliches Interesse am depot 25 – dessen Ziel und Zweck ausschließlich in der Unterstützung der Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften und hilfsbedürftigen Mitbürgern liegt.  
Somit sind künftig alle herzlich eingeladen, sich aus umfangreichen Angebot an Kleidung, Spielsachen und mehr etwas auszusuchen oder gut erhaltene Sachspenden abzugeben. Unter anderem finden Eltern hier ein beachtliches Sortiment an Baby- und Kinderbekleidung, einschließlich Kinderschuhen. Die angebotene Ware ist teilweise neu oder befindet sich in einem sehr guten gebrauchten Zustand.  Anfragen bezüglich abzugebender Sachspenden werden erbeten unter der E-Mail-Adresse sachspenden@elbec.de  

Die Öffnungszeiten sind wie folgt
Mittwoch: 10 bis 12 Uhr
Donnerstag und Freitag: 15 bis 18 Uhr  

Das depot 25 befindet sich in der Unteren Schloßstraße 25 in Kraichtal-Menzingen.  

"depot 25"-Laden in Menzingen
"depot 25"-Laden in Menzingen

Gut besuchter „Tag der offenen Tür“ in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Kraichtal-Unteröwisheim

Ehrenamtliche Mitglieder und die Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft Unteröwisheim hatten eingeladen: Bei optimalen Wetterbedingungen fand am Samstagnachmittag, 19. September, der „Tag der offenen Tür“ statt.
In Anwesenheit von Bürgermeister Hintermayer, der diese Veranstaltung unterstützte, trafen bereits kurz nach Beginn der Veranstaltung um 13 Uhr die ersten Besucher ein - Kraichtaler Bürgerinnen und Bürger, die einen Eindruck von der Unterkunft gewinnen wollten und die Begegnung mit den Flüchtlingen suchten. Diese hatten sich auf den Tag gefreut, wie sie schon im Vorfeld zum Ausdruck brachten - besonders darüber, dass Interesse seitens der Bevölkerung an ihrem Leben in der Unterkunft und an ihren persönlichen Geschichten besteht. Daher öffneten die Flüchtlinge gerne ihre Türen und zeigten sich auch bereit, aus ihrem Leben und von ihrer Flucht zu berichten. Einige unter ihnen haben eine unglaublich schwierige Zeit hinter sich und überlebten ihre Flucht nur mit knapper Not. Die meisten vermissen ihre in Kriegs- und Krisengebieten zurückgebliebenen Angehörigen, so dass sie unter anderem dringend auf ein Handy angewiesen sind - die einzige Möglichkeit, um in Kontakt zu bleiben.
Den Besuchern bot sich nun in Begleitung der GU-Mitarbeiter und Ehrenamtlichen die Gelegenheit, wichtige Informationen zum Leben der Asylsuchenden in der Unterkunft und allgemein zum Thema „Asyl“ zu erfahren. Dabei ließen deren Fragen und Bemerkungen ein unerwartet großes Interesse erkennen, worüber sich die Organisatoren sehr freuen. Geht es doch darum, durch sachliche Information sowie den Dialog durchaus verständliche Unsicherheiten und Vorbehalte innerhalb der Bevölkerung sowie Barrieren abzubauen, um das Miteinander zu fördern.
Für die Besucher stand schnell fest: Im Luxus lebt hier wahrlich keiner! Die Container sind mit einer Größe von 12m² lediglich mit dem Nötigsten ausgestattet. Aus Sicherheitsgründen ohne jede „Gemütlichkeit“, wie viele Gäste anmerkten. Es leben jeweils drei bis sechs Menschen darin, Familien mit Kindern, alleinstehende Männer und Frauen. Nicht immer eine einfache Situation, insbesondere bei schlechtem Wetter, wenn sich das gesamte Leben innerhalb der Container abspielt oder etwa im Krankheitsfall.
Begeistert gingen zudem alle Anwesenden einschließlich der Kinder auf die stimmungsvolle und mitreißende musikalische Darbietung der beiden Musiker ein, die bis zum Schluss unermüdlich die Veranstaltung mit außergewöhnlichen Instrumenten und Gesang begleiteten.
Erfreulich auch die zahlreichen Angebote aus den Reihen der Besucher, sich künftig aktiv an der Betreuung der Flüchtlinge zu beteiligen und ebenso dankbar wurden auch verschiedene Angebote angenommen, Obst und Walnüsse auf Grundstücken zu sammeln. Des Weiteren erklärten sich einige Besucher spontan zur Mitgliedschaft in dem gemeinnützigen Verein der ehrenamtlichen Helfer Kraichtals bereit, dessen Gründung unmittelbar bevorsteht.
Überrascht und erfreut über die unerwartet große Besucherzahl und durchweg positive Resonanz fühlen sich die Organisatoren in ihrer Arbeit und ständigen Bemühungen bestätigt, die Bevölkerung und Flüchtlinge einander näherzubringen.
Inzwischen teilte das Landratsamt Karlsruhe mit, dass Kraichtal als erste Gemeinschaftsunterkunft in der Bundesrepublik Deutschland einen „Tag der offenen Tür“ veranstaltete und somit ein starkes und positives Zeichen mit Signalwirkung setzte!

Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür
Tag der offenen Tür
 

Anschlussunterbringung in Kraichtal-Oberöwisheim

Wohnhaus in der Bachstraße erstmals bezogen / Helferkreis will für ein gutes Miteinander sorgen
Das Flüchtlingsaufnahmegesetz sieht vor, die Menschen nach spätestens zwei Jahren aus den Gemeinschaftsunterkünften in die so genannte Anschlussunterbringung zu verlegen. Dabei handelt es sich um Wohnungen, Häuser oder provisorische Unterkünfte, für die Städte und Gemeinden eigenständig sorgen müssen. Die Verteilung der Flüchtlinge erfolgt dabei nach Möglichkeit gleichmäßig auf alle 32 Kommunen im Landkreis Karlsruhe. In diesem Jahr erwartet die Stadt Kraichtal mindestens 35 neue Asylbewerber, die es in der Anschlussunterbringung zu versorgen gilt. Die Wahl des Standortes fiel hierbei auf ein großes Wohnhaus in der Oberöwisheimer Bachstraße. Das durch die Stadt angemietete Gebäude wurde in den vergangenen Wochen und Monaten durch die Eigentümerin umfassend saniert und modernisiert. Entstanden sind vier Mehrbettzimmer, eine große Gemeinschaftsküche sowie Sanitär- und Waschräume. Rund zwei Wochen nach Stattfinden der gut besuchten Informationsveranstaltung zum Thema „Anschlussunterbringung in Kraichtal-Oberöwisheim“, haben kurz vor Beginn der Sommerferienzeit die ersten neun Personen - vornehmlich alleinstehende kurdische Iraker, Iraner, Syrer sowie Afrikaner - ihr neues Zuhause in Kraichtal bezogen. Bürgermeister Ulrich Hintermayer, Manuel Kurz, Leiter des Ordnungsamtes sowie Thomas Feßler von der Liegenschaftsverwaltung der Stadt Kraichtal begrüßten im Beisein von Jörg Reinhart, Mitarbeiter des Landratsamtes Karlsruhe, die Neuankömmlinge, welche allesamt schon einige Zeit in Deutschland leben, am Dienstagvormittag, 28. Juli, recht herzlich. „Jetzt liegt es an uns allen, den Flüchtlingen den Umzug aus den Gemeinschaftsunterkünften in die Anschlussunterbringung so leicht wie möglich zu machen“, appellierte Bürgermeister Ulrich Hintermayer eindringlich an die Bevölkerung sowie an Vereine, Kirchen, Organisationen und Institutionen, sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung einzubringen sowie gleichzeitig der Verwaltung leer stehende und frei werdende Wohnungen zu melden. Ziel muss es sein „keine Gefühle wie Einsamkeit und Fremdsein aufkommen zu lassen“. Tags zuvor hatte sich erstmals ein „Helferkreis“, der den Neuankömmlingen bei ihren ersten Schritten unter die Arme greifen möchte, getroffen. Alle, die ehrenamtlich unterstützen möchten, finden auf der Internetseite der Stadt Kraichtal unter www.kraichtal.de - Leben in Kraichtal - Asyl in Kraichtal weitere Informationen und Ansprechpartner. „Benötigt werden zunächst Erwachsenenfahrräder und Fernseher“, so eine ehrenamtliche Helferin.

Oberöwisheimer Ministranten helfen Flüchtlingen

Für die Flüchtlinge in Unteröwisheim ist es derzeit sehr wichtig unsere Sprache zu lernen, damit sie sich besser integrieren können. Die Lehrer waren schon gefunden und der Unterricht begann. Was jetzt zum Teil noch fehlte war die Ausrüstung um einen guten Unterricht zu machen.
Darauf sprachen wir, die Oberöwisheimer Ministranten, die Leiterin der Flüchtlingsunterkunft, Frau Schlüssler, an und fragten ob wir da mit einer Spende von Schulsachen helfen könnten. Mit Freuden wurde das Angebot angenommen und eine Liste mit Schulsachen erstellt.
So wurde am 12. Juli von uns Ministranten ein Kuchenverkauf gestartet, um für die Materialien das nötige Geld zu bekommen. Die vielen Kuchen, die von den Müttern der Minis gebacken wurden, wurden in unserem Pfarrsaal nach dem Gottesdienst aufgetischt und an die Besucher verkauft. Bald waren alle leckeren Kuchen verkauft und wir hatten einen guten Erlös von 387 €, der von Dekan Stockinger aufgerundet wurde. Damit wurde eingekauft, was die Flüchtlinge brauchen.
Schließlich fuhren einige Ministranten von uns am 31. Juli nach Unteröwisheim zu den Unterkünften der Flüchtlinge. Wir besuchten sie im Deutschunterricht, um die neuen Schulsachen zu überreichen. Sowohl der Lehrer, als auch die Flüchtlinge, nahmen die Spende gerne an. Mit Begeisterung und ein bischen Englisch wurde sich bedankt.

Spende der Ministranten

Spontaner Musiknachmittag mit den Flüchtlingen in Kraichtal

Ein fröhlicher Nachmittag mit Musik und Gesang ergab sich kürzlich bei strahlendem Sonnenschein mit den Flüchtlingskindern und deren Eltern bei der Gemeinschaftsunterkunft in Unteröwisheim. Für ein im Juni geplantes  „Hoffest“ übten Kinder und Erwachsene schon mal das Lied „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten… „.  Und zwar in deutscher Sprache. Nach ein paar Sprechübungen und der sinngemäßen Erklärung des Wortlauts,  versuchten sie einfach die ersten Worte und die Melodie nachzusingen - anhand ausgeteilter Noten mit Text  und mit Begleitung einer Mundharmonika.  Erstaunlich festzustellen, was alles möglich ist:  Die drei ersten  Zeilen in deutscher Sprache klappten schließlich recht schnell - und der Rest ging dann eben „lalalaa...“.  Hauptsache Spaß haben, war der Eindruck, und natürlich spielten anschließend alle Kinder Mundharmonika… sie sind einfach herrlich!  

Flüchtlinge üben ein Lied in deutscher Sprache für ihr Hoffest.

Flüchtlinge üben ein Lied in deutscher Sprache für ihr Hoffest.

Anschlussunterbringung in Kraichtal-Oberöwisheim

Appell an Nächstenliebe und Menschlichkeit/Dorfgemeinschaft Pro3 unterstützt die Neuankömmlinge mit einer Spende über 1.400 €
Wie wird es mit der Unterbringung von Asylbewerbern in Kraichtal weitergehen? Die Antwort auf diese Frage wurde am Dienstagabend, 14. Juli, in der Mehrzweckhalle Oberöwisheim vor rund 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern durch Vertreter des Landkreises und der Stadt umfassend beantwortet. Im Vordergrund standen dabei aber dieses Mal nicht die Flüchtlinge, die neu nach Kraichtal gekommen sind, sondern jene, die schon einige Zeit in Deutschland leben. Das Flüchtlingsaufnahmegesetz  sieht vor, die Menschen nach spätestens zwei Jahren aus den Gemeinschaftsunterkünften in die sogenannte Anschlussunterbringung zu verlegen. Dabei handelt es sich um Wohnungen, Häuser oder provisorische Unterkünfte, für die Städte und Gemeinden eigenständig sorgen müssen. Die Verteilung der Flüchtlinge erfolgt dabei nach Möglichkeit gleichmäßig auf alle 32 Kommunen des Landkreises.
Kraichtal kann hier bereits auf gute Erfahrungen zurückgreifen - entsprechende Projekte wurden bereits beispielsweise in Landshausen oder Unteröwisheim realisiert. In diesem Jahr erwartet die Stadt 35 neue Asylbewerber, die es in der Anschlussunterbringung zu versorgen gilt. Die Wahl des Standortes fiel hierbei auf ein großes Wohnhaus in der Oberöwisheimer Bachstraße. Das durch die Stadt angemietete Gebäude wird derzeit durch die Eigentümerin umfassend saniert und modernisiert. Bereits in zwei Wochen werden hier die ersten Menschen einziehen - vornehmlich alleinstehende Iraker, Iraner, Syrier, Afrikaner oder Kurden. An dieser Stelle nutzten bereits einige Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen. Diskutiert wurden Wege der Unterstützung und ehrenamtlichen Tätigkeiten. Wie sehr die Willkommenskultur in Kraichtal bereits gereift ist, bewies eindrucksvoll die Oberöwisheimer Dorfgemeinschaft Pro3. Organisator Olaf Winter überreichte Bürgermeister Ulrich Hintermayer einen Spendenscheck in Höhe von 1.400 € zugunsten der Neuankömmlinge in der Anschlussunterbringung. Der „Löwenanteil“ des Geldes wurde beim letzten ökumenischen Waldgottesdienst der Gemeinschaft zusammengetragen und durch die Volksbank Bruchsal-Bretten großzügig aufgerundet.
Zu den emotionalsten Momenten des Infoabends zählte in jedem Fall der bewegende Appell an die Nächstenliebe und die Menschlichkeit durch Jörg Reinhart. Der Mitarbeiter des Landratsamtes war zunächst eher ruhig und zurückhaltend, doch als eine einzelne Bemerkung aus dem Publikum das grundfalsche Vorurteil des kriminellen Ausländers aufgriff und die anreisenden Flüchtlinge pauschal unter Generalverdacht stellte, ergriff Jörg Reinhart das Wort. Eindrucksvoll führte er den Anwesenden noch einmal vor Augen, aus welchen Nöten heraus die Flüchtlinge nach Deutschland reisen. Bürgerkrieg, Verfolgung, Gewalt, Sexualverstümmelung, Ehrenmord und Terror waren nur einige der erschütternden Beispiele. Doch auch Jörg Reinhardt attestierte den Kraichtalern ein bisher vorbildliches Engagement für die Flüchtlinge. So gingen bei der bisher bestehenden Gemeinschaftsunterkunft in Unteröwisheim so viele Spenden und Hilfsangebote ein, dass man gar nicht alle annehmen konnte. Er wies auch daraufhin, wie schwer den Flüchtlingen der Umzug aus den Gemeinschaftsunterkünften in die Anschlussunterbringung oft fiele. Durch den Wegfall des gemeinschaftlichen Wohnens und der gewachsenen sozialen Strukturen entstünden oft Gefühle wie Einsamkeit und des Fremdseins. Gerade in dieser Phase des Übergangs benötigten die Menschen Unterstützung. Schon ein freundliches „Hallo“ auf der Straße könne hier Wunder wirken.
Wer helfen will, die Neuankömmlinge in Kraichtal willkommen zu heißen und Ihnen bei Ihren ersten Schritten unter die Arme greifen möchte, findet Informationen und die passenden Ansprechpartner auf der Webseite der Stadt. Unter dem Hauptmenüpunkt „Leben in Kraichtal“ und dem Untermenüpunkt „Asyl in Kraichtal“ stehen alle wichtigen Daten auf einen Blick. Als Schlusswort soll hier ein Zitat eines Bürgers der gestrigen Infoveranstaltung dienen: „In der Vergangenheit wurde in Sache Integration viel verbockt - doch wir haben hier und jetzt die Möglichkeit es richtig zu machen und von Anfang an zu helfen“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Olaf Winter und Mathias Bauer von der Pro3-Dorfgemeinschaft Oberöwisheim bei der Scheckübergabe an Bürgermeister Ulrich Hintermayer.
Scheckübergabe

Pflanzaktion bei der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Unteröwisheim

Der Außenbereich um die Gemeinschaftsunterkunft soll schöner werden:  Kurz vor Pfingsten pflanzten nun die Flüchtlinge gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern dort die ersten Bäume und Sträucher.  Bei idealem Frühlingswetter waren Erwachsene und Kinder mit Begeisterung dabei,  zunächst das Gelände um die Unterkunft entsprechend vorzubereiten - zur großen Freude der Unterkunftsleiterin und den anwesenden Helfern. In kurzer Zeit wurden dabei in einer gemeinsamen Aktion Wildkräuter und Unebenheiten beseitigt - und bald stand der erste Baum an seinem Platz.  Bis zum späten Nachmittag war bereits alles fertig und alle Beteiligten zeigten sich mit dem tollen Ergebnis  ihrer Arbeit zufrieden. Ein besonderer Dank hierfür gilt der Baumschule Klotz aus Bruchsal,  die diese Aktion durch ihre großzügige Spende ermöglichte. In der kommenden Woche werden nun in Eigeninitiative ein kleiner Gemüsegarten und ein Kräuterbeet vor der Unterkunft angelegt.  

Flüchtlinge bei der Bepflanzung des Geländes um ihre Unterkunft.
Flüchtlinge bei der Bepflanzung des Geländes um ihre Unterkunft.

Sprachförderung für Kinder

Organisation in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Kraichtal nimmt Formen an

Logo Asyl

Wenige Wochen nach der Unterbringung der Asylbewerber in der Gemeinschaftsunterkunft in Unteröwisheim beginnen die Flüchtlinge, sich allmählich in der für sie ungewohnten, neuen Umgebung einzuleben.
Die umfangreiche Gesamtorganisation des täglichen Ablaufs in der Unterkunft zeige nach Angaben der Leiterin, Astrid Schlüssler, inzwischen klare Strukturen. Künftig gehe es nun hauptsächlich darum, die Flüchtlinge in ihrem alltäglichen Leben und bei deren Integration zu unterstützen, mit dem Ziel, deren Selbständigkeit zu fördern.  
Inzwischen haben erfreulicherweise 36 engagierte Bürgerinnen und Bürger ihre aktive Mithilfe bei der Betreuung der Flüchtlinge angeboten. Bei der Organisation der vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeiten geht Melo Danze davon aus, dass sich hierbei in der nächsten Zeit entsprechend konkrete Vorstellungen realisieren lassen. Der gezielte Deutschunterricht für alle Asylbewerber einschließlich der Kinder ist dabei von besonderer Bedeutung, wofür entsprechende Vorbereitungen laufen.
Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang ausdrücklich Claus Bopp sowie Herrn Boxberger, den Vertretern der Kraichtaler Schulen, für deren spontane Hilfsbereitschaft und tatkräftige Unterstützung: Seit kurzem stehen die erforderlichen Möbel sowie zwei Tafeln zur Ausstattung eines Schulzimmers für den Sprachunterricht von Erwachsenen und Kindern in der Gemeinschaftunterkunft zur Verfügung.

Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Unteröwisheim vollständig belegt

Unterkunft belegt

Begrüßung der ersten Bewohner am 20. April

Informationsveranstaltung „Unterbringung von Asylbewerbern in Kraichtal“ am 19. März 2015