Stadt Kraichtal

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Aktuelle Presseberichte

„Kraichtal hilft e. V.“ sucht ...

... handwerklich und technisch versierte Menschen zur Reparatur von Fahrrädern
Das depot 25 in Menzingen hat Fahrräder, die man nach leichten Reparaturen wieder nutzen kann. Für diese Reparaturen werden Freiwillige gesucht - am besten auch eine Person, die den Reparaturbetrieb organisieren kann.
Gartengeräte
Für Gartenarbeiten sucht der Verein entsprechende Geräte wie Spaten, Schaufel, Hacke, Rechen und ähnliches. Wer kann solche Geräte zur Verfügung stellen?
Angebote und Rückfragen können an das depot 25 in Menzingen gerichtet werden:
Telefon: 0176 77309257 (während der Öffnungszeiten Mittwoch 10 bis 12 Uhr, Donnerstag und Freitag 15 bis 18 Uhr)
E-Mail: depot25(@)kraichtal-hilft.de

Asylbewerber schneiden Obstbäume

Wie ergeht es einem Menschen, der auf seine Anerkennung als Asylant hofft und ansonsten zum Nichtstun verdammt ist? Langeweile ist Alltag.
Da liegt es nahe, sich einmal auszuarbeiten, um auf andere Gedanken zu kommen und gleichzeitig etwas für die hiesige Region zu tun. Ein Auslichtungsschnitt von Obstbäumen ist dazu die passende Gelegenheit - in diesem Fall auf einem Grundstück der Stadt Kraichtal.  
Am Samstag, 23. April, waren sieben syrische Asylbewerber mit den Obstexperten Wolfgang Bauer und Ute Ellwein in Menzingen unterwegs. Zu Beginn erklärte Wolfgang Bauer den Helfern, warum und wie Obstbäume geschnitten werden. Einer von ihnen hat selbst einen Betrieb in Syrien. Er hatte seine Landsleute zu dieser Aktion motiviert und alles in ihre Muttersprache übersetzt - eine ideale Voraussetzung für diese Aktion! Ziel dabei war es, mehr Licht in die Kronen der Obstbäume zu bekommen und ihre Vitalität dadurch zu verbessern.
Um möglichst vom Boden arbeiten zu können und Leitern zu vermeiden, wurden langstielige „Hochentaster“ genutzt. Trotz Regen und Kälte hat es allen Spaß gemacht. Einer sagte, dass er sich wie zu guten Zeiten in Syrien gefühlt habe. Auch andere wollen wieder mitmachen, wenn weitere Arbeiten anstehen. Nützlich zu sein und helfen zu können, war für beide Seiten eine gute Sache.

Obstbaumschnitt

Ein Baum als Zeichen der Freundschaft

CVJMler und GU-Bewohner pflanzten gemeinsam Hecke, Sträucher und einen Baum
Gemeinsam etwas Bleibendes schaffen, verbindet. Das dachten sich die Verantwortlichen im CVJM Münzesheim und luden Bewohner aus der Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Münzesheim ein, bei einer Pflanzaktion auf dem CVJM-Gelände zu helfen. Durch das Café international, das zweimal in der Woche im CVJM-Jugendhaus stattfindet, sind bereits engere Kontakte zu den Bewohnern der GU entstanden. So waren drei der treuesten Besucher des Cafés spontan bereit mitzumachen; einer davon sogar mit Gärtner-Erfahrung und deshalb vertraut mit dem Pflanzen von Bäumen und Sträuchern. Genau das, was man an diesem Samstagvormittag vorhatte. So konnte man mit fachmännischer Begleitung tätig werden und schaffte bei dieser Aktion allerhand: eine Hainbuchenhecke pflanzen sowie einige Sträucher, die farbenprächtige Blüten haben werden und einen hohen Baum - wie als Symbol für eine junge Freundschaft zwischen CVJMlern und Flüchtlingen, die weiter gedeihen, wachsen und blühen soll. Jeder, der jetzt am CVJM-Jugendhaus in Münzesheim vorbeigeht oder zum Café international kommt, wird dieses Zeichen sehen können.

CVJMler pflanzen zusammen mit drei Bewohnern der GU (Bildmitte) einen Baum.
Baum als Zeichen der Freundschaft

Kraichtal hilft e. V. sucht weitere Helfer für die Flüchtlingsbetreuung

Für die Betreuung der hilfesuchenden Menschen sucht der Verein „Kraichtal Hilft e. V.“ weitere Helfer. Mitbürger, die an der Flüchtlingsarbeit interessiert sind, können sich unter www.kraichtal-hilft.de näher zu diesem Thema informieren oder mit dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Melo Danze, Kontakt aufnehmen unter der Telefonnummer 07250 927458 oder Mobil unter 0171 7795524.

Anschlussunterbringung Münzesheim

Die geplante Belegung eines Mehrparteienhauses in der Johann-Kepler-Straße in Münzesheim im Rahmen der Anschlussunterbringung verzögert sich aufgrund noch notwendiger Bautätigkeiten durch den Eigentümer. Nach aktuellem Stand wird die Belegung nicht wie geplant im Laufe des Mai erfolgen, sondern zu Beginn des Monats Juli.
Die Initiierung eines stadtteilbezogenen Arbeitskreises Anschlussunterbringung Münzesheim wird entsprechend im Laufe des Juni neu angesetzt. Auskunft dazu erhalten Sie gerne beim Ordnungsamt, Gemeindesozialarbeiterin Ina Daubmann, Tel. 07250 77-27, E-Mail i.daubmann@kraichtal.de

Fortbildung für Kraichtaler Helfer

Begleitung traumatisierter Menschen
Was kann die Begleitung von traumatisierten Menschen unterstützen? Dieser Frage widmete sich eine Fortbildungsveranstaltung zu der der Verein ‚Kraichtal hilft’ ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit und alle Interessierten eingeladen hatte. Knapp 30 Besucher fanden sich dazu am 17. März im Franziskussaal der katholischen Kirche Münzesheim zusammen, um einem Vortrag der Fachreferentin Frau Ulrike Fank-Klett zu folgen. Frau Fank-Klett, gelernte Krankenschwester und Heilpraktikerin, hat sich mit der Methode „Somatic Experiencing® (SE)“ auf die Behandlung traumatisierter Menschen spezialisiert.
Entstehung und Auswirkungen von Traumata
Nach einer kurzen Begrüßung durch Tobias Stefaniak, den 2. Vorsitzenden des Vereins, referierte Frau Fank-Klett informativ und sachkundig über die Entstehung von Traumata, die körperlichen und seelischen Auswirkungen auf Betroffene, therapeutisches Arbeiten sowie - besonders wichtig für alle ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätigen Helfer - eine mögliche unterstützende Begleitung von traumatisierten Menschen. Die Teilnehmer erfuhren, dass ein Trauma keine Krankheit, sondern eine Verletzung ist. (Lebens-)bedrohliche oder schockartige Erlebnisse können körperliche und/oder seelische Beschwerden hervorrufen. Das Nervensystem speichert diesen Schock, sofern der Verarbeitungsprozess noch nicht stattfinden konnte. Dies kann Betroffene schwer belasten, oft über viele Jahre.
Ziel der Traumabewältigung
Ziel einer Traumabewältigung ist es, die gebundene (Notfall-)Energie abzubauen, den Zugang zu gesunden und heilen Bereichen zu öffnen, Stärken und Kraftquellen zu erkennen und zu entwickeln. Eine wirkungsvolle Traumaarbeit kann häufig nur mit professioneller Unterstützung durch einen erfahrenen, ausgebildeten Therapeuten erfolgen.
Grenzen und Möglichkeiten ehrenamtlicher Hilfe
Bei aller Empathie und Hilfsbereitschaft hat hier die ehrenamtliche Begleitung ihre Grenzen. Wie also kann eine unterstützende Begleitung durch die freiwilligen Helfer aussehen? Sie können in Alltagsfragen helfen, Sicherheit, Geduld und ein Willkommensgefühl zu vermitteln. Verständnis zeigen, Ermutigung zusprechen und die Hoffnung vermitteln, dass sich belastende Gefühle wie Verzweiflung, Angst, Trauer, Schmerz wieder verändern können - auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt. Begleitende können den Blick auf die Kräfte lenken, die das Überleben gesichert haben: „Was hat Ihnen Kraft und Halt für diesen schweren Weg gegeben? Wie haben Sie es geschafft, durchzuhalten?“ Religion, Kultur und der Kontakt zu Familie und Freunden können wertvolle Kraftquellen in der Verarbeitung von Traumata sein.
Besonders betroffen sind die Kinder
Kinder, die oft ganz besonders unter traumatischen Erlebnissen leiden, können durch unbeschwerte Erlebnisse, Spielen und Lachen einfach ein Stück Normalität erleben. Besonders wenn ihre Eltern/Familien selbst traumatisiert sind, ist es für die Kinder sehr unterstützend, mit nicht traumatisierten Menschen in Kontakt zu sein, die ihnen respektvolle emotionale Nähe geben können. Nicht vergessen werden darf aber, das gab Frau Fank-Kett den Zuhörern mit auf den Weg, die eigene Selbstfürsorge. Eigene Kraft-, Zeit- und (Mit-)Gefühlsgrenzen sollten erkannt und geachtet werden.
Weitere Veranstaltungen sollen folgen
Das Bedürfnis einiger ehrenamtlicher Helfer bei diesem Thema Unterstützung zu erfahren hatte den Verein veranlasst diese Veranstaltung zu organisieren. Auch in Zukunft möchte Kraichtal hilft e. V. Fortbildung und Hilfestellung für seine ehrenamtlichen Helfer leisten.

Fortbildung

Aktuelle Entwicklung der Anschlussunterbringung in Kraichtal

Insbesondere die Krisen im Nahen und Mittleren Osten, die Bürgerkriege im Norden Afrikas und religiöse Konflikte wie wirtschaftliche Armut haben weltweit zu einem erheblichen Anstieg der Zahl an Menschen auf der Flucht geführt. Die erreichte Dimension der Unterbringung, Begleitung und Versorgung stellt alle Beteiligten vor eine große Herausforderung, ein bisher unbekanntes Ausmaß ist erreicht. Flüchtlingsversorgung und –Betreuung beginnen bereits mit dem Ankunftstag der Menschen in Deutschland, in Baden-Württemberg, im Landkreis Karlsruhe, in der Stadt Kraichtal.
Unterbringung ist vordringlichstes Bedürfnis
Das grundlegendste Bedürfnis der ankommenden Menschen gilt der Unterbringung. Bereits vor der großen Flüchtlingswelle im letzen Jahr wurden Asylsuchende in Kraichtal aufgenommen und in der so genannten Anschlussunterbringung mit Obdach versorgt. Das Asylverfahren regelt die Unterbringung der Flüchtlinge und Asylbegehrenden. Nach der Einreise werden die Personen auf die Bundesländer verteilt, wo sie in Landeserstaufnahmestellen (LEAs) aufgenommen und erstuntergebracht werden. Aus den Erstaufnahmestellen werden die Menschen auf die Stadt- und Landkreise zur Vorläufigen Unterbringung, beispielsweise in Gemeinschaftsunterkünften, verteilt. In Kraichtal wurden bisher 2 Standorte in Betrieb genommen. Die erste GU wurde im Frühjahr 2015 Am Gaisberg in Unteröwisheim eröffnet, die zweite GU im Herbst vergangenen Jahres am Horst-Kochendörfer-Platz in Münzesheim. Die Vorläufige Unterbringung in Kraichtal bietet bisher Platz für 200 Personen. Verwaltung und Gemeinderat befassen sich derzeit erneut intensiv mit der Suche nach weiteren Flächen zur Errichtung einer weiteren GU. Quotenmäßig wären im laufenden Jahr noch 124 Personen in Kraichtal vorläufig unterzubringen. Nach der Vorläufigen Unterbringung, spätestens 24 Monate nach erfolgter Aufnahme, steht die Versorgung in der Anschlussunterbringung durch die Städte und Gemeinden an. In Kraichtal mussten bis zum Jahr 2010 lediglich vereinzelt Personen untergebracht werden. Die Unterbringungsverpflichtungen steigen seit Jahren deutlich an. Laut der aktuellen Mitteilung des Landratsamtes Karlsruhe hat die Stadt Kraichtal im laufenden Jahr quotenmäßig 78 Personen in die Anschlussunterbringung zu übernehmen. Durch Anrechnung des Vorjahresergebnisses sind derzeit noch 65 Aufnahmen zu vollziehen. Dazu kommen Unterbringungen im Rahmen des Familiennachzugs in unbekannter Höhe.
Dezentrale Unterbringung ist gewünscht
Seit teilweise mehreren Jahren bieten dezentral verteilt verschiedene Unterkünfte in Unteröwisheim, Landshausen und Oberöwisheim eine Anschlussunterbringung. Mit Beschluss des Gemeinderates zum Ende des letzten Jahres konnten zwei weitere Häuser für die Unterbringung von rund 30 Personen angemietet werden. Ein Wohnhaus soll im Laufe des Monats Mai in der Johann-Kepler-Straße in Münzesheim, ein weiteres Wohnhaus im Laufe des Sommers in der Mittelstraße in Menzingen belegt werden. Selbst nach Belegung dieser Objekte stehen noch Aufnahmen aus und klar ist, dass die Anschlussunterbringung an Umfang und Bedeutung weiterhin zunimmt, weshalb die Stadt nach wie vor geeigneten Wohnraum sucht.  
Integration ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Für die Stadt ergeben sich diverse Herausforderungen durch die skizzierte Situation. Die Stadt Kraichtal, das Landratsamt Karlsruhe sowie die Bürgerinnen und Bürger verfolgen dabei gemeinsame Interessen. Besonders die Integration der ankommenden Menschen zur Sicherung des sozialen Friedens und der Aufbau entsprechend förderlicher Strukturen sind vorrangig zu nennen. Bereits vor Eröffnung der ersten GU in Unteröwisheim hat die Stadt mit Vertretern der Kirchen und des Landratsamtes dazu aufgerufen, ehrenamtliche Hilfen zu organisieren. Erfreulicherweise zeigen viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt seit Eröffnung der ersten Gemeinschaftsunterkunft ein starkes Engagement. Von Sprachkursen über Tagesausflüge und persönliche Kontakte zu den untergebrachten Personen zeigen sich rege Aktivitäten. Sowohl für den Bereich der Gemeinschaftsunterbringung als auch im Bereich der Anschlussunterbringung sind ehrenamtliche Helfer tätig. Auf gesamtstädtischer Ebene hat sich der Runde Tisch „Asyl in Kraichtal“ etabliert. Verwaltung, Kraichtal hilft e.V., Vertreter der Kirchen und der beiden GUs treffen sich in dieser Konstellation regelmäßig zu Austausch und Abstimmung. Auch ein „Best Practice“- Beispiel für örtliche Hilfestellung kann mit dem Helferkreis Oberöwisheim genannt werden. Dieser hat sich im vergangenen Jahr rechtzeitig zur Belegung der Objekte in der Bachstraße aus kirchlichen Vertretern, ortsansässigen Vereinen und Privatpersonen zusammengeschlossen, um die neuen Einwohner willkommen zu heißen und zu unterstützen. Der Helferkreis trifft sich regelmäßig zum Austausch und der Organisation konkreter Vorhaben. Er wird durch die Gemeindesozialarbeiterin begleitet und so Haupt- und Ehrenamt verzahnt. Der Wert entsprechender Initiativen, das ehrenamtliche Engagement, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Meist hat die Verlegung der Flüchtlinge in die Anschlussunterbringung eine örtliche Neuorientierung zur Folge, mit einem erneuten Verlust der gewohnten Menschen und Strukturen. Gleichzeitig ist aufgrund der strukturellen und zeitlichen Abläufe besonders die Anschlussunterbringung relevant, da die Betroffenen oft über Jahre ansässig bleiben. Wenn im Rahmen der Ankunft in die Anschlussunterbringung eine helfende Hand ausgestreckt wird, um Hilfe und Begleitung zu bieten, kann dies bereits der erste Schritt zu gelingender Integration sein.
Arbeitskreis-Anschlussunterbringung-Münzesheim anvisiert
Um den Menschen, welche im Mai nach Münzesheim in die Anschlussunterbringung kommen, die Integration vor Ort zu erleichtern, möchte die Stadtverwaltung nach dem erfolgreichen Modell des Arbeitskreises-AU-Oberöwisheim zu einem Treffen aller interessierten Helferinnen und Helfer einladen. Ein örtlich organisierter Helferkreis, speziell für die Anschlussunterbringung in Münzesheim, ist anvisiertes Ziel der Initiative. Bei Interesse melden Sie sich gerne beim Ordnungsamt (Ina Daubmann, Tel. 07250 77-27, Manuel Kurz, Tel. 07250 77-23).

Integration in Deutschland

Informationen und Gespräche für Flüchtlinge
Am 16. März 2016 waren die Einwohner der Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Flüchtlinge in Kraichtal-Unteröwisheim zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Organisiert hatte diesen Abend der Verein Kraichtal hilft e. V. zusammen mit der Leitung der GU zum Thema „Flüchtlinge in Deutschland - Was erwartet Deutschland von den Flüchtlingen?“
Gekommen waren fast 90 % der Flüchtlinge aus der GU. Anschaulich präsentiert wurde das Thema von Tobias Stefaniak, der durch Astrid Schlüssler (Leiterin der GU) und Melo Danze (Vorsitzender Kraichtal hilft e. V.) unterstützt wurde. Aus dem Kreise der Flüchtlinge stellten sich drei Übersetzer zur Verfügung, die die in Deutsch gehaltene Präsentation in Serbisch, Arabisch und Afghanisch übersetzten.
Inhaltlich wurde sich mit der deutschen Kultur, den Erwartungen der Deutschen an die Flüchtlinge und die wichtigsten Schritte für eine erfolgreiche Integration auseinandergesetzt.
Erwartungen an die Flüchtlinge
Interessant für die Flüchtlinge war zu erfahren, was die Deutschen von ihnen erwarten:
•    Anerkennung ihres Rechtssystems
•    Respekt gegenüber den Lebensformen ihrer Gesellschaft
•    Annahme des friedlichen Miteinanders
•    Akzeptanz der Gleichheit von Mann und Frau in Familie und Beruf
•    Integrationsbereitschaft der Flüchtlinge
•    Wandel vom Hilfeempfänger hin zum arbeitenden Steuerzahler.
Schritte zur Integration
Als wesentliche Schritte für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft wurden vorgestellt:
•    Erlernen der deutschen Sprache und generelle Lernbereitschaft
•    Teilhaben der Kinder an unserem Schul- und Kindergartensystem
•    Erreichen eines Ausbildungsabschlusses für Jugendliche und junge Erwachsene zur Qualifikation ins Arbeitsleben
•    Bereitschaft, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen,
•    aktives Einbringen in die deutsche Gesellschaft
•    Anerkennung von Verbindlichkeiten und Pünktlichkeit
•    Gleichberechtigung von Frau und Mann.
Interessant war die Auseinandersetzung der Flüchtlinge mit diesen Aussagen und deren Akzeptanz. Insbesondere wurde herausgestellt, dass die Bereitschaft zum Erwerb der Sprachkenntnis ein unabdingbarer Schritt zur Integration ist. Ohne die Lernbereitschaft ist es nicht möglich, in der deutschen Gesellschaft anzukommen und sich eine Zukunft aufzubauen.
Aktion „Kraichtaler Bildungspass“
Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde die Aktion „Kraichtaler Bildungspass“ vorgestellt. Der Kraichtaler Bildungspass ist eine Aktion der Stadt Kraichtal und des Vereins Kraichtal hilft e. V. in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helfern in der Flüchtlingsarbeit in Kraichtal.
Der Bildungspass dokumentiert die Teilnahme an Deutsch- und Mathematikkursen sowie soziokulturellen Bildungsveranstaltungen. Bei Nachweis einer bestimmten Anzahl von besuchten Veranstaltungen erhält die Teilnehmerin oder der Teilnehmer vom Verein Kraichtal hilft e. V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Kraichtal ein Zertifikat, welches das Bemühen um Integration anzeigt.
Das Zertifikat kann z. B. Bewerbungsunterlagen für Ausbildung oder Arbeitsstelle beigefügt werden. Durch diese Aktion soll die Lernbereitschaft zum Erwerb von deutschen Sprachkenntnissen gefördert werden. Der Bildungspass kann demnächst über alle Helfer, die als Lehrer in den Einrichtungen für Flüchtlinge tätig sind, bezogen werden.
Aufgezeigt wurden auch die verschiedenen Hilfsangebote für Flüchtlinge auf ihrem sicher nicht leichten Weg in die deutsche Gesellschaft. Der Abend schloß mit dem Tenor: Wenn wir ALLE zusammenarbeiten und uns helfen … dann schaffen wir das!

Kraichtaler Bildungspass

Aktuelle Entwicklung der Anschlussunterbringung in Kraichtal

Insbesondere die Krisen im Nahen und Mittleren Osten, die Bürgerkriege im Norden Afrikas und religiöse Konflikte wie wirtschaftliche Armut haben weltweit zu einem erheblichen Anstieg der Zahl an Menschen auf der Flucht geführt. Die erreichte Dimension der Unterbringung, Begleitung und Versorgung stellt alle Beteiligten vor eine große Herausforderung, ein bisher unbekanntes Ausmaß ist erreicht. Flüchtlingsversorgung und –Betreuung beginnen bereits mit dem Ankunftstag der Menschen in Deutschland, in Baden-Württemberg, im Landkreis Karlsruhe, in der Stadt Kraichtal.
Unterbringung ist vordringlichstes Bedürfnis
Das grundlegendste Bedürfnis der ankommenden Menschen gilt der Unterbringung. Bereits vor der großen Flüchtlingswelle im letzen Jahr wurden Asylsuchende in Kraichtal aufgenommen und in der so genannten Anschlussunterbringung mit Obdach versorgt. Das Asylverfahren regelt die Unterbringung der Flüchtlinge und Asylbegehrenden. Nach der Einreise werden die Personen auf die Bundesländer verteilt, wo sie in Landeserstaufnahmestellen (LEAs) aufgenommen und erstuntergebracht werden. Aus den Erstaufnahmestellen werden die Menschen auf die Stadt- und Landkreise zur Vorläufigen Unterbringung, beispielsweise in Gemeinschaftsunterkünften, verteilt. In Kraichtal wurden bisher 2 Standorte in Betrieb genommen. Die erste GU wurde im Frühjahr 2015 Am Gaisberg in Unteröwisheim eröffnet, die zweite GU im Herbst vergangenen Jahres am Horst-Kochendörfer-Platz in Münzesheim. Die Vorläufige Unterbringung in Kraichtal bietet bisher Platz für 200 Personen. Verwaltung und Gemeinderat befassen sich derzeit erneut intensiv mit der Suche nach weiteren Flächen zur Errichtung einer weiteren GU. Quotenmäßig wären im laufenden Jahr noch 124 Personen in Kraichtal vorläufig unterzubringen. Nach der Vorläufigen Unterbringung, spätestens 24 Monate nach erfolgter Aufnahme, steht die Versorgung in der Anschlussunterbringung durch die Städte und Gemeinden an. In Kraichtal mussten bis zum Jahr 2010 lediglich vereinzelt Personen untergebracht werden. Die Unterbringungsverpflichtungen steigen seit Jahren deutlich an. Laut der aktuellen Mitteilung des Landratsamtes Karlsruhe hat die Stadt Kraichtal im laufenden Jahr quotenmäßig 78 Personen in die Anschlussunterbringung zu übernehmen. Durch Anrechnung des Vorjahresergebnisses sind derzeit noch 65 Aufnahmen zu vollziehen. Dazu kommen Unterbringungen im Rahmen des Familiennachzugs in unbekannter Höhe.
Dezentrale Unterbringung ist gewünscht
Seit teilweise mehreren Jahren bieten dezentral verteilt verschiedene Unterkünfte in Unteröwisheim, Landshausen und Oberöwisheim eine Anschlussunterbringung. Mit Beschluss des Gemeinderates zum Ende des letzten Jahres konnten zwei weitere Häuser für die Unterbringung von rund 30 Personen angemietet werden. Ein Wohnhaus soll im Laufe des Monats Mai in der Johann-Kepler-Straße in Münzesheim, ein weiteres Wohnhaus im Laufe des Sommers in der Mittelstraße in Menzingen belegt werden. Selbst nach Belegung dieser Objekte stehen noch Aufnahmen aus und klar ist, dass die Anschlussunterbringung an Umfang und Bedeutung weiterhin zunimmt, weshalb die Stadt nach wie vor geeigneten Wohnraum sucht.  
Integration ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Für die Stadt ergeben sich diverse Herausforderungen durch die skizzierte Situation. Die Stadt Kraichtal, das Landratsamt Karlsruhe sowie die Bürgerinnen und Bürger verfolgen dabei gemeinsame Interessen. Besonders die Integration der ankommenden Menschen zur Sicherung des sozialen Friedens und der Aufbau entsprechend förderlicher Strukturen sind vorrangig zu nennen. Bereits vor Eröffnung der ersten GU in Unteröwisheim hat die Stadt mit Vertretern der Kirchen und des Landratsamtes dazu aufgerufen, ehrenamtliche Hilfen zu organisieren. Erfreulicherweise zeigen viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt seit Eröffnung der ersten Gemeinschaftsunterkunft ein starkes Engagement. Von Sprachkursen über Tagesausflüge und persönliche Kontakte zu den untergebrachten Personen zeigen sich rege Aktivitäten. Sowohl für den Bereich der Gemeinschaftsunterbringung als auch im Bereich der Anschlussunterbringung sind ehrenamtliche Helfer tätig. Auf gesamtstädtischer Ebene hat sich der Runde Tisch „Asyl in Kraichtal“ etabliert. Verwaltung, Kraichtal hilft e.V., Vertreter der Kirchen und der beiden GUs treffen sich in dieser Konstellation regelmäßig zu Austausch und Abstimmung. Auch ein „Best Practice“- Beispiel für örtliche Hilfestellung kann mit dem Helferkreis Oberöwisheim genannt werden. Dieser hat sich im vergangenen Jahr rechtzeitig zur Belegung der Objekte in der Bachstraße aus kirchlichen Vertretern, ortsansässigen Vereinen und Privatpersonen zusammengeschlossen, um die neuen Einwohner willkommen zu heißen und zu unterstützen. Der Helferkreis trifft sich regelmäßig zum Austausch und der Organisation konkreter Vorhaben. Er wird durch die Gemeindesozialarbeiterin begleitet und so Haupt- und Ehrenamt verzahnt. Der Wert entsprechender Initiativen, das ehrenamtliche Engagement, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Meist hat die Verlegung der Flüchtlinge in die Anschlussunterbringung eine örtliche Neuorientierung zur Folge, mit einem erneuten Verlust der gewohnten Menschen und Strukturen. Gleichzeitig ist aufgrund der strukturellen und zeitlichen Abläufe besonders die Anschlussunterbringung relevant, da die Betroffenen oft über Jahre ansässig bleiben. Wenn im Rahmen der Ankunft in die Anschlussunterbringung eine helfende Hand ausgestreckt wird, um Hilfe und Begleitung zu bieten, kann dies bereits der erste Schritt zu gelingender Integration sein.
Arbeitskreis-Anschlussunterbringung-Münzesheim anvisiert
Um den Menschen, welche im Mai nach Münzesheim in die Anschlussunterbringung kommen, die Integration vor Ort zu erleichtern, möchte die Stadtverwaltung nach dem erfolgreichen Modell des Arbeitskreises-AU-Oberöwisheim zu einem Treffen aller interessierten Helferinnen und Helfer einladen. Ein örtlich organisierter Helferkreis, speziell für die Anschlussunterbringung in Münzesheim, ist anvisiertes Ziel der Initiative. Bei Interesse melden Sie sich gerne beim Ordnungsamt (Ina Daubmann, Tel. 07250 77-27, Manuel Kurz, Tel. 07250 77-23).

Orientalischer Nachmittag in der Gemeinschaftsunterkunft Unteröwisheim

Sonnenschein und Gastfreundschaft
Schon zum zweiten Mal genossen die Kraichtaler die Gastfreundschaft der Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Unteröwisheim. Eingeladen waren sie am Samstag, 12. März, zu einem orientalischen Nachmittag, der in puncto kulinarische Genüsse des Orients keine Wünsche offen ließ. In allen Küchen war gekocht, gebrutzelt und gebacken worden. Liebevoll waren die Tische bereitet und bogen sich unter Platten, Tellern und Schüsseln mit bekannten und unbekannten Köstlichkeiten.
Positiv überrascht waren manche Besucher, die im „Männercontainer“ die ein oder andere vorgefasste Meinung revidieren mussten. Auch hier war die Küche in vollem Betrieb und man sah die Herren souverän mit Kochlöffel und Topflappen agieren. Auf Nachfragen gestanden sie allerdings ein, dass zuhause die Frauen kochen. In ihrer neuen Lebenssituation haben sie es notgedrungen lernen müssen. Sie kochen nach Rezepten aus dem Internet oder holen sich per E-Mail Rat bei ihren Familien. An diesem Mittag dominierten erstaunliches Können und der Spaß an der Sache die Situation.
Für die Kraichtaler Flüchtlingskinder hatten die Besucher vom Evangelischen Kindergarten Menzingen etwas ganz Besonders mitgebracht. Kinder und Eltern hatten fleißig gesammelt und so konnte Frau Bös, die Leiterin des Kindergartens, dem Verein „Kraichtal hilft“ eine Spende von 500 Euro überreichen, die zweckgebunden für die verschiedenen Aktivitäten der Kinderbetreuung des Vereins eingesetzt werden soll. Ganz herzlich bedankte sich Melo Danze,
1. Vorsitzender des Vereins und versprach, über die Verwendung des Geldes zu berichten.
Der strahlend blaue Himmel und die milden Temperaturen luden zum Verweilen ein und überall vor und in den Containern bildeten sich ins Gespräch vertiefte Grüppchen, während dazwischen die Kinder voller Begeisterung die neu gepflasterten Verbindungswege im ansonsten geschotterten Containerdorf mit allerlei Fahrzeugen vom Bobbycar übers Dreirad bis zum Roller in Gebrauch nahmen.

Spendenübergabe
Orientalischer Nachmittag
Spendenübergabe

Jahresauftakt 2016 des Vereins „Kraichtal Hilft e. V.

Zum Jahresbeginn hatte der Verein „Kraichtal Hilft e.V.“ am 16. Februar zu einem Informationsabend für Vereinsmitglieder und Gäste eingeladen. Der Helferkreis ist in fünf Arbeitsgruppen gegliedert und im Verlauf des Abends berichteten die Gruppensprecher über die bisherigen Aktivitäten und Entwicklungen, die seit der Gründung des Vereins im Oktober 2015 stattfanden.
Als besonders erfreulich war zunächst zu vernehmen, dass das seit Oktober 2015 bestehende „Depot 25“ in Menzingen von Kraichtaler Mitbürgern und Flüchtlingen sehr gut besucht wird. Dort bestehe derzeit unter anderem Bedarf an Männerbekleidung und -Schuhen sowie an Babyschalen. Des Weiteren wurde über eine neue Aktion informiert: Da das Erlernen der deutschen Sprache im Sinn einer raschen Integration unerlässlich ist, erhalten Flüchtlinge künftig einen Bildungspass mit Zertifikat über die Teilnahme an Sprachkursen und kulturellen Aktionen als Nachweis für deren persönliches Engagement zur Integration.
In der Lehrergruppe erteilen derzeit 37 Ehrenamtliche Sprachunterricht in den Gemeinschaftsunterkünften und in der Anschlussunterbringung. Dabei wird auch für die Kinderbetreuung gesorgt. Von der Gruppe Kinderbetreuung wurde berichtet, dass einige Kinder spezielle Betreuung benötigten. Zur Förderung der Integration der Flüchtlingskinder in die Gemeinschaft wurde inzwischen ein vielseitiges Angebot aufgestellt. Dieses umfasst das gemeinsame Musizieren, sportliche Aktivitäten, Freizeitbetreuung, Spielplatzbesuche und mehr. Für die Kinderbetreuung werden weitere Helfer gesucht.
Erfreuliches war außerdem von der Gruppe „Café International“ im CVJM-Heim Münzesheim zu erfahren. Dort begegnen sich regelmäßig deutsche Mitbürger und Flüchtlinge zum Gedankenaustausch und es würden weitere Helfer gesucht.
Die Gruppe der allgemeinen Helfer unternahm spontane Aktivitäten, so auch die Vorbereitung von öffentlichen Veranstaltungen, persönliche Flüchtlingsbetreuung, Ausflüge, Garten- und Pflanzaktionen und den Bau von Gartenmöbeln. In der Folge entstanden inzwischen etliche persönliche Kontakte zwischen Kraichtaler Bügern und Bewohnern der Unterkünfte. Seit einiger Zeit erfolgt nun auch ein Kulturaustausch durch das „Welcome-Dinner-Kraichtal“, bei dem Flüchtlinge von deutschen Mitbürgern eingeladen werden.  
Die wichtige Aufgabe im Hinblick auf die Suche nach Arbeitsmöglichkeiten, Ausbildungsplätzen, Behördengänge und Wohnungssuche wird vom Helferkreis Oberöwisheim übernommen. Positives berichtete auch die Gruppe „Patenschaften“, die in den Gemeinschaftsunterkünften Unteröwisheim und Münzesheim laufen. Bei Patenschaften entwickeln sich intensive persönliche und integrationsfördernde Verbindungen. Außerdem ergeben sich aus dieser Arbeit die Vermittlung von Wohnungen, Ausbildungsplätzen und Kitaplätzen.
Zur Anregung des sozialen Wohnungsbaus formulierte der Vorstand des Vereins „Kraichtal Hilft e.V.“ einen Antrag an den Stadtrat, der den Anwesenden zur Einsicht und Unterschrift vorlag.
Insgesamt betrachtet hat der Verein „Kraichtal Hilft e. V.“ innerhalb der kurzen Zeit seines Bestehens zahlreiche hilfreiche Projekte und Aktivitäten entstehen lassen und wird seine Arbeit in diesem Sinne fortsetzen.
Vereinstermine und Informationen zum Vereinsgeschehen finden sich auf der Internetseite von „Kraichtal Hilft e. V.“, http://www.kraichtal-hilft.de. An Mithilfe interessierte Mitbürger wenden sich bitte an den 1. Vorsitzenden Melo Danze, Mobil 0171 7795524 und den 2. Vorsitzenden Tobias Stefaniak, Mobil 0170 8415972.