Stadt Kraichtal

Seitenbereiche

Sprachauswahl

Wichtige Links

Startseite | Hilfe | Inhalt | Impressum

500 Jahre Reformation

Veranstaltungskalender der Kraichtaler Kirchengemeinden

Reformation

28. Kraichtaler Kirchenmusiktage vom 6. bis 14. Mai

Kirchenmusiktage

Mit dem Frühling kündigen sich auch die Kraichtaler Kirchenmusiktage wieder an. Die bereits 28. Veranstaltungsreihe steht 2017 ganz im Zeichen des großen 500-jährigen Reformationsjubiläums. Es ist ein besonderer Ausdruck des guten ökumenischen Miteinanders in Kraichtal, dass die beiden großen Konzerte zu diesem Thema in katholischen Kirchen stattfinden. Gemeinsame Veranstalter der Kirchenmusiktage sind die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden sowie die Stadt Kraichtal. Eröffnet wird die Reihe am Samstag, 6. Mai, 19 Uhr, in der katholischen Kirche Landshausen. Roman Rothen wird, gemeinsam mit seinem Ensemble und dem Bezirksbläserchor Bretten unter der Leitung von Matthias Gromer, sein Stück „Melanchthon“ zur Aufführung bringen. Mit Sprecher, Gesang, Instrumentalensemble und Bläserchor wird das Thema „Reformation“ an diesem Abend vielfältig beleuchtet. Am Sonntag, 7. Mai, 18 Uhr, geht es in der evangelischen Kirche Menzingen weiter. Die Veranstalter freuen sich, mit dem Kammerchor des Helmholtz-Gymnasiums einen der besten und preisgekrönten Jugendchöre des Landes präsentieren zu können. Der Kammerchor wird einen abwechslungsreichen musikalischen Bogen spannen, der von geistlicher Musik der Romantik (Grieg, Rheinberger, Reger) bis zur Gegenwart (Gjielo) reicht. Darüber hinaus gibt es durch ihre große Vitalität faszinierende (Sakral-)Musik aus dem südlichen Afrika sowie den USA. Am folgenden Wochenende findet am Sonntag, 14. Mai, 10 Uhr, in der evangelischen Kirche Unteröwisheim der traditionelle ökumenische Gottesdienst statt. In diesem Jahr musizieren die Bläserinnen und Bläser der Kraichtaler Posaunenchöre gemeinsam mit dem Bezirksbläserchor Bretten unter der Leitung von Matthias Gromer. Beim anschließenden „Kleinen Konzert” um 11:30 Uhr stellen sich Schülerinnen und Schüler der Musik- und Kunstschule Kraichtal dem interessierten Publikum vor. Zum Abschluss gibt es am gleichen Tag um 18 Uhr in der katholischen Kirche Neuenbürg einen ganz besonders spannenden Leckerbissen für alle Freunde der alten Musik und der historischen Aufführungspraxis. Unter dem Motto „Von Luther bis zum Dreißigjährigen Krieg – die ersten hundert Jahre der Musik des Protestantismus“ werden das Vocalensemble „Cappella Sagitaria“ sowie das „Nuovo Collegio Novantanove“ auf historischen Instrumenten unter der Leitung von Peter Laue musizieren. Nach diesem Konzert klingen die 28. Kraichtaler Kirchenmusiktage im Pfarrheim Neuenbürg gemütlich aus. Die Besucher können sich somit auf abwechslungsreiche und an- regende Stunden bei den 28. Kraichtaler Kirchenmusiktagen freuen. Weitere Informationen und Vorverkauf: KKMT@email.de

Reform(ation)en vor der Reformation

Vortrag von Prof. Dr. Volker Leppin (Universität Tübingen)
2. Mai, 19:30 Uhr, im evang. Begegnungshaus Gochsheim
Im Rahmen der Kraichtaler Veranstaltungsreihe zum Reformationsjubiläum spricht am 2. Mai, 19:30 Uhr, im evang. Begegnungshaus in Gochsheim Prof. Dr. Volker Leppin von der Universität Tübingen über das Thema „Reform(ation)en vor der Reformation“. In der Geschichte der christlichen Kirche herrschte eigentlich schon immer die Erkenntnis vor, dass die Kirche als unvollkommenes Instrument zur Verwirklichung des göttlichen Willens auf Erden zu allen Zeiten reformbedürftig sei. Neben der Reform des monastischen Lebens, wie sie uns bereits im 11. Jahrhundert in der Hirsauer Reformbewegung und dann im 12. Jahrhundert bei den Zisterziensern begegnet, von deren Wirken das Kloster Maulbronn Zeugnis ablegt, und Bestrebungen zu einer Vertiefung des persönlichen Glaubens in Frömmigkeitsbewegungen wie der Devotio moderna tritt natürlich die Kirchenreform insgesamt in den Blick, wie sie in der Konzilsbewegung ihren Ausdruck fand, die im 15. Jahrhundert mit den Konzilien in Konstanz (einem wahrhaft weltgeschichtlichen Ereignis) und Basel einen Höhepunkt erreichte. Volker Leppin ist einer der besten Kenner der europäischen Reformationsgeschichte. Entgegen der üblichen Epocheneinteilungen, die die Reformation als Beginn der Neuzeit sehen und damit vom Mittelalter abgrenzen, betont die Tübinger Forschungsrichtung das Herauswachsen des Reformationszeitalters aus den politischen, sozialen und religiösen Bewegungen des späten Mittelalters. Aufsehen erregte Leppin, als er in einer seiner jüngsten Publikationen die Bedeutung der Mystik für die Theologie und die Frömmigkeit Martin Luthers herausarbeitete. Und schließlich ist ja auch der Humanismus, der oft als Grundlage des modernen, emanzipierten Denkens und Forschens betrachtet wird, bereits im 14. Jahrhundert als geistige Bewegung in Italien entstanden und hat im 15. Jahrhundert auch die Länder nördlich der Alpen erreicht. Es ist daher kein Zufall, dass dieses 15. Jahrhundert nicht nur die Blütezeit der großen Reformkonzilien ist, in dem sich auch neue Formen der Laienfrömmigkeit mit einer harschen Kirchenkritik verbanden, die eine der Wurzeln der Reformation ist, sondern auch ein Bildungsstreben in Gang setzte, das von der Reformation, allen voran Philipp Melanchthon, aufgegriffen und zu einer Säule der modernen bürgerlichen Gesellschaft ausgebaut worden ist. In der Reformation verbinden sich also jahrhundertealte Traditionen mit neuen religiösen und sozialen Aufbrüchen. Der Vortrag von Volker Leppin verspricht tiefe Einblicke in den „Wurzelgrund“ der durch Martin Luther angestoßenen Reformation.